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10.03.2016

10:19 Uhr

Square

Bezahldienst überspringt die Zehn-Milliarden-Marke

Während Jack Dorsey bei Twitter gegen die Krise kämpft, läuft es für den Firmengründer bei Square gut. Sein Bezahldienst verdoppelt die Zahl der abgewickelten Zahlungen. Unter dem Strich stehen aber rote Zahlen.

Zahlungen von 10,2 Milliarden Dollar umgesetzt. Reuters

Square-Werbung

Zahlungen von 10,2 Milliarden Dollar umgesetzt.

San FranciscoDer Mobil-Bezahldienst Square von Twitter-Mitgründer Jack Dorsey wächst über sein ursprüngliches Geschäft mit kleinen Zahlungen auf dem Smartphone hinaus. Im vergangenen Quartal erreichte das Geschäft mit größeren Kunden, die einen Jahresumsatz von mehr als 125.000 Dollar haben, einen Anteil von 39 Prozent. Ein Jahr zuvor machte dieses Geschäft noch ein Drittel des über Square umgeschlagenen Volumens aus.

Es war der erste Quartalsbericht von Square seit dem Börsengang im vergangenen November. Die Aktienplatzierung fiel unter anderem dadurch auf, dass die Firma dabei niedriger bewertet wurde als im Zuge einiger vorheriger Finanzierungsrunden von Investoren. Die Aktie gewann aber seitdem rund ein Drittel an Wert.

Square setzte im Schlussquartal 2015 insgesamt mit etwa zwei Millionen angeschlossenen Händlern Zahlungen von 10,2 Milliarden Dollar um, das war ein Plus von 47 Prozent im Jahresvergleich. Der Umsatz der Firma - Square nimmt eine Gebühr - legte in ähnlicher Größenordnung auf 374 Millionen Dollar zu. Unterm Strich gab es einen Verlust von 80,5 Millionen Dollar, davon gingen gut 32 Millionen auf Dividenden-Zahlungen zurück. Im Vorjahresquartal lag der Verlust noch bei 37,1 Millionen Dollar.

Square und Co - Bezahldienste

Square

Vorreiter ist Square, die Firma von Twitter-Gründer Jack Dorsey: Sie brachte im Mai 2010 als erster Anbieter ein Lesegerät zum Aufstecken auf den Markt. In den USA nutzen schon etlichen Unternehmen das System, darunter die Kaffeekette Starbucks, außerdem ist Square in Kanada und Japan aktiv. Zu den Investoren gehört der Kreditkarten-Riese Visa. Auch Starbucks hat sich beteiligt.

iZettle

In Europa brachte iZettle im Mai 2011 ein Lesegerät heraus, zunächst in Schweden, im Oktober 2012 auch in Deutschland. Hierzulande will das Unternehmen mit zwei Vertriebspartnern die Händler erreichen: Sowohl die Deutsche Telekom als auch die Volksbanken verkaufen das Lesegerät. Das Unternehmen hat namhafte Investoren, darunter die beiden Kreditkartenanbieter Mastercard und American Express. Mit der Banco Santander setzt auch eine der größten Banken Europas auf das Startup.

Payleven

Der Dienst Payleven, seit Juni 2012 am Start, stammt aus der Startup-Schmiede Rocket Internet, hinter der die Samwer-Brüder stecken. Das Berliner Unternehmen hat einen prestigeträchtigen Partner gefunden: Apple vertreibt seine Lesegeräte. Ein Kunde ist der Taxi- und Mietwagenverband BZP, dessen Mitglieder den Kartenleser günstiger bekommen.

SumUp

Das Berliner Unternehmen SumUp bietet seinen Bezahldienst seit August 2012 in diversen Ländern an, darunter Deutschland. Um die internationale Expansion voranzutreiben, arbeitet es sich mehreren Investoren zusammen. Beteiligt sind beispielsweise der Investment-Arm von Tengelmann und der Investor Klaus Hommels. Auch der Kreditkartenanbieter American Express und das Gutscheinportal Groupon habe eine zweistellige Millionenrunde investiert. Neben Einsteckmodulen will SumUp bald auch ein komplettes Kassensystem für kleinere Geschäfte auf den Markt bringen.

Streetpay

Streetpay bietet sein mobiles Bezahlsystem seit Mai 2012 in Deutschland an. Dahinter steckt die deutsche Firma Masterpayment aus Starnberg.

Paypal Here

Der Online-Zahlungsdienstleister Paypal will mit dem Lesegerät Here auch im stationären Handel Fuß fassen. In den USA ist es seit März 2012 auf dem Markt, bald will die Ebay-Tochter es auch nach Europa bringen.

Wirecard

Das deutsche Unternehmen Wirecard AG ist mit Systemen für Zahlungsverkehr und Risikomanagement groß geworden. Jetzt bietet es als White-Label-Lösung auch ein Kartenlesegerät an, das andere Unternehmen unter eigener Marke vermarkten. So stattet der Dienst MyTaxi seit März 2013 Fahrer in Deutschland, Spanien und den mit dem Terminal aus.

Square ist ein Pionier im Geschäft mit Kartenlesern, die Händler an Smartphones und Tablets anschließen können, um bargeldlose Zahlungen anzunehmen. Dorsey gründete die Firma 2010, als er zwischenzeitlich bei Twitter herausgedrängt worden war. Im vergangenen Jahr kehrte er an die Spitze des Kurznachrichtendienstes zurück und führt seitdem beide Unternehmen gleichzeitig.

Von

dpa

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