Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

03.02.2012

18:11 Uhr

Standort-Schließungen

Nokia Siemens-Mitarbeiter wollen kämpfen

Fast 3000 Stellen streicht der Netzwerkausrüster Nokia Siemens alleine in Deutschland. Die IG Metall zeigt sich zu Streiks bereit, um einen aus ihrer Sicht fairen Sozialtarifvertrag durchzusetzen.

Nokia Siemens-Mitarbeiter sind übel gelaunt. dpa

Nokia Siemens-Mitarbeiter sind übel gelaunt.

MünchenDie Gewerkschaft IG Metall hat die von der Entlassung bedrohten Beschäftigten des Netzwerkausrüsters Nokia Siemens Networks (NSN) aufgerufen, für ihre Rechte zu kämpfen. „Wenn es uns gelingt, 2000 bis 3000 Mitarbeiter zu mobilisieren, bin ich auch bereit, Arbeitskampf für einen Sozialtarifvertrag zu machen“, sagte der bayerische IG Metall-Bezirksleiter Jürgen Wechsler am Freitag in München.

Über die geplante Schließung der Münchner NSN-Zentrale mit 3600 Mitarbeitern sei noch nicht das letzte Wort gesprochen. Die Gewerkschaft nahm dazu auch Siemens-Finanzchef Joe Kaeser in die Pflicht: Der Vorstand, der im Konzern für das Joint Venture mit den Finnen von Nokia zuständig ist, habe „Möglichkeiten, dass es nicht zu diesem angekündigten Kahlschlag kommt. Wir erwarten, dass er was tut“, betonte Wechsler. „Es wird ein Stück um die Verantwortung gehen.“ Siemens hatte das einst wichtige Telekommunikationsgeschäft 2007 in ein Joint Venture mit Nokia ausgegliedert.

Standortschließungen: Nokia Siemens Networks streicht 2900 Jobs

Standortschließungen

Nokia Siemens Networks streicht 2900 Jobs

Nokia Siemens Networks will sich auf fünf Standorte in Deutschland beschränken.

NSN hatte am Dienstag angekündigt, bundesweit 2900 Stellen zu streichen und 30 von 35 Standorten zu schließen. München ist davon mit Abstand am härtesten getroffen. Aber auch Standorte in Augsburg, Nürnberg und vielen anderen Städten sollen geschlossen werden. Weltweit ist der Abbau von 17 000 Stellen geplant. Das Unternehmen leidet seit Jahren unter einem harten Preiskampf und der scharfen Konkurrenz. Offenbar aber auch an handfesten Managementproblemen. Siemens-Finanzchef Kaeser suche bereits seit langem „händeringend“ nach einem neuen Chef für NSN, sagte Sibylle Wankel, die für die IG Metall im Siemens-Aufsichtsrat sitzt.

Aufsichtsrätin: Angeblich neuer Chef für Nokia Siemens Networks gesucht

Aufsichtsrätin

Neuer Chef für Nokia Siemens Networks?

Angeblich sucht Siemens nach einem neuen Chef für Nokia Siemens Networks.

Derzeit führt Rajeev Suri das deutsch-finnische Joint Venture. Voriges Jahr hatten die Münchner den ehemaligen Infineon-Manager Marco Schröter als Finanzchef durchgesetzt. Nokia und Siemens verpflichteten sich, nochmal je eine halbe Milliarde Euro in das Unternehmen zu pumpen.

Von

dpa

Kommentare (4)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

SAG-Alumni

03.02.2012, 22:52 Uhr

Kein Reiter für das tote Pferd? Zu spät, und Siemens braucht keine solchen Fachkräfte (HV 24.1.12, P.Löscher, Vorstandsvorsitzender)

SAG-Alumni

03.02.2012, 22:56 Uhr

Das tote Pferd braucht jetzt wohl keinen Reiter mehr.
Und Siemens braucht auch keine Fachkräfte, also nur zu 85% Hochschulabgänger. Und dennoch sind alle herzlich eingeladen, sich halt mal um Minijobs zu bewerben.(Siemens-HV 24.1.2012, P.Löscher)

NSN

03.02.2012, 23:29 Uhr

Siemens hat bereits angeboten, dass sie Bewerber bei gleicher Eignung übernimmt.
Ich verstehe das nicht, dass die Mitarbeiter von Nokia Siemens das nicht nutzen wollen.
Das sind lt. eigener Aussage bestens ausgebildete Ingenieure.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×