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06.08.2013

14:41 Uhr

Standort Walldorf

SAP-Gründer Plattner beruhigt Belegschaft

SAP-Aufsichtsratschef Hasso Plattner beendete Spekulationen um den Standort Walldorf. Man wolle den größten Standort nicht niederreißen. „Walldorf ist SAP“, hieß es in einer Mail an die Belegschaft.

Um den SAP-Standort Walldorf ist es düster geworden. Doch all die Spekulationen um eine verringerte Rolle des Standortes, seien die Fantasie von Journalisten. dpa

Um den SAP-Standort Walldorf ist es düster geworden. Doch all die Spekulationen um eine verringerte Rolle des Standortes, seien die Fantasie von Journalisten.

WalldorfNach Spekulationen über eine mögliche Verlegung des Firmensitzes hat SAP-Aufsichtsratschef Hasso Plattner die Belegschaft in einer internen E-Mail beruhigt. „Kritik an Walldorf heißt nicht, dass wir unseren größten Standort niederreißen“, schrieb Plattner in der E-Mail, die der dpa vorliegt. Jede Spekulation über eine verringerte Rolle von Walldorf und St. Leon-Rot innerhalb der SAP sei „die schiere Fantasie von Journalisten“. „Walldorf ist SAP, obwohl wir in Weinheim geboren wurden.“ Ein Firmensprecher wollte das Schreiben nicht weiter kommentieren.

Die Ankündigung, dass SAP-Co-CEO Jim Hagenmann Snabe sich 2014 zurückziehen würde, hatte für Unruhe in der deutschen Belegschaft gesorgt. „Das ist eine Schwächung des Standorts Deutschland“, hatte Betriebsratschef Stefan Kohl der dpa gesagt. SAP hatte im Frühjahr bereits die Leitung der Kommunikationsabteilung in die USA verlagert und wichtige Entwicklungsbereiche dem Technikvorstand Vishal Sikka im Silicon Valley überantwortet. Plattner selbst war mit dem Stammsitz kürzlich hart ins Gericht gegangen. „Man ist in Walldorf einfach etwas ab vom Schuss, und deswegen gibt es dort weniger kreative Impulse“, hatte er Ende Juli der „Welt am Sonntag“ gesagt.

Zukäufe von SAP

Wachstum dank Zukäufen

Der Walldorfer Software-Konzern SAP hat in den vergangenen Jahren hohe Milliardenbeträge für Großübernahmen ausgegeben. Damit verstärkte sich das Unternehmen für zukunftsträchtige Geschäftsfelder.

Business Objects

2007 übernahmen die Deutschen den französischen Softwarehersteller Business Objects für 4,8 Milliarden Euro. SAP kauft sich damit Analyse-Software, die Daten aus einzelnen Geschäftsbereichen von Unternehmen auswertet – und ist inzwischen Marktführer.

Sybase

Den Datenbankspezialisten Sybase übernimmt SAP im Jahr 2010 für 5,8 Milliarden Dollar und erwirbt damit Expertise für den Mobilfunkmarkt. Mit Hilfe der Sybase-Plattform lassen sich die SAP-Programme leichter auf Smartphones und Tablets spielen. Die Software von Sybase stellt außerdem den Grundstock für das wachsende Datenbankgeschäft von SAP.

Success Factors

2012 geht SAP die Übernahme von Success Factors für 3,4 Milliarden Dollar an. Software, die nicht mehr auf Firmenservern lagert, sondern nach Bedarf „on Demand“ über das Internet abgerufen wird, ist bereits heute ein Milliardenmarkt.

Ariba

Mit der Handelsplattform Ariba, die SAP ebenfalls 2012 für 4,3 Milliarden Dollar übernahm, sicherte sich der Softwarekonzern weitere Fähigkeiten. Ariba ist nicht nur eine Art Ebay für Unternehmen. Die Firma verkauft auch Software, zum Beispiel Programme, mit deren Hilfe Firmen ihren Lieferanten digitale Rechnungen stellen können.

In der E-Mail, die bereits vergangene Woche an die Mitarbeiter herausging, schrieb Plattner nun: Hauptsitze in Unternehmen tendierten dazu, bürokratisch zu werden. „Wir müssen Walldorf wieder attraktiv machen.“ Der Softwarekonzern konkurriere mit Google, Microsoft und Apple, aber auch BMW und VW um die hellsten Köpfe. Gleichzeitig spiele es aber keine Rolle, wo die Mitarbeiter säßen. Dass bei SAP Verantwortlichkeiten oder sogar Jobs von einem Standort an den anderen verschoben worden seien, habe nichts mit Kosten oder Machtspielen zu tun, sondern mit der misslungenen Erfüllung von Aufgaben in der Vergangenheit.

Von

dpa

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