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28.02.2012

09:14 Uhr

Starke Konkurrenz

Navi-Hersteller TomTom steckt in der Krise

Die wachsende Smartphone-Konkurrenz hat den Gewinn von Navi-Hersteller TomTom gedrückt. Im Schlussquartal sei der Gewinn um mehr als drei Viertel zurückgegangen, teilte das niederländische Unternehmen am Dienstag mit.

TomToms Umsatz ist um 30 Prozent auf 357 Millionen Euro gesunken. gms

TomToms Umsatz ist um 30 Prozent auf 357 Millionen Euro gesunken.

AmsterdamDer niederländische Navigationsgeräte-Hersteller TomTom sucht händeringend einen Weg aus der Krise. Wegen der Zunahme konkurrierender Gratisprodukte auf Smartphones ist ein Ende des Geschäftsschwunds nicht in Sicht. Anders als der US-Erzrivale Garmin hat TomTom auf zukunftsweisenden Wachstumsfeldern noch nicht richtig Fuß gefasst. Einbrüche beim Umsatz von rund 30 Prozent und beim Gewinn um mehr als drei Viertel im Schlussquartal 2011 schockten am Dienstag die Aktionäre. Der TomTom-Kurs rutschte um mehr als 15 Prozent ab.

Hauptproblem des Unternehmens ist der Verkaufsboom bei Smartphones wie dem iPhone von Apple sowie bei Tablet-Computern. Diese Geräte liefern kostenlos das mit, womit TomTom den Großteil seines Geldes verdient: mobile Navigationshilfen. „Die Sichtverhältnisse in unserem Kerngeschäft mit mobilen Navigationsgeräten sind begrenzt, da das Ausmaß des Nachfragerückgangs in der Sparte sehr unsicher bleibt“, erläuterte TomTom-Chef Harold Goddijn. Er hatte im Oktober nach zwei Gewinnwarnungen Kostensenkungen angekündigt und will mit alternativen Geschäftsbereichen das Ruder herumreißen.

Vorangehen soll es künftig mit internetgestützten Verkehrs-Dienstleistungen, die als Smartphone-Apps angeboten werden, sowie digitalen Landkarten und Geräten, die in Fahrzeugen fest installiert sind. Doch Goddijn hat einen dornigen Weg vor sich: Der Anteil des schwächelnden Geschäfts mit mobilen Navigationsgeräten am Konzernumsatz lag zuletzt noch bei rund zwei Dritteln.

Konkurrent Garmin ist da schon weiter. Bei ihm soll dieser Anteil bis zum Jahresende auf gut 50 Prozent reduziert werden. Garmin kann höhere Preise durchsetzen und kommt beim Ausbau neuer Geschäftszweige schneller voran. Vor allem mit Sportgeräten wie Lauf-Uhren, GPS-Fahrradcomputern und Bildschirmen mit vorinstallierten Golfplatzkarten setzt sich das US-Unternehmen von der Konkurrenz ab. Dies zeigen auch die Umsatzprognosen für das laufende Jahr. Während TomTom einen Rückgang auf 1,1 Milliarden Euro von 1,27 Milliarden im vergangenen Jahr erwartet, sagt der fast doppelt so erlösstarke Konkurrent ein annähernd stabiles Niveau voraus.

Von

rtr

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