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24.09.2014

20:53 Uhr

Starke Margen, schwaches Produkt

Apple geht auf Biegen und Brechen

VonAxel Postinett

Mit den iPhone 6 spült Apple massenhaft Geld in die Firmenkasse – die Marge steigt im Vergleich zum Vorgänger stark an. Doch viele Kunden sind enttäuscht und wütend – Probleme bereiten die Software und die Verarbeitung.

Verkaufsstart von iPhone6

Endlich gibt es das iPhone6 für deutsche Fans

Verkaufsstart von iPhone6: Endlich gibt es das iPhone6 für deutsche Fans

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San FranciscoDa macht Apple niemand etwas vor. Wenn es um Gewinnmaximierung geht, ist der Gigant aus Cupertino nicht zu schlagen. Aber auch die Schludrigkeit scheint zuzunehmen. Ein Update von iOS 8 auf iOS 8.0.1 sollte Fehler beseitigen und schuf nur noch mehr. Jetzt wird das Update zurückgerufen, und Kunden maulen über verbogene Smartphones im Bananenmodus.

Nach ersten Berechnungen der Tester von IHS Technology kostet das 16 GB-Modell des iPhone 6 Plus den Konsumenten 100 Dollar mehr als das iPhone 5s. Aber die Mehrkosten für Apple belaufen sich nur auf 15,50 Dollar. IHS hat das Smartphone zerlegt und sich die Marktpreise der Einzelteile angeschaut.

Die Materialliste für Apples Smartphone im Pizzablech-Format und 5,5-Zoll-Bildschirm beläuft sich demnach auf 211,10 Dollar. Dazu kommen noch die Kosten für den Zusammenbau im Billiglohnland China. Das sind weitere 4,50 Dollar pro Gerät. Für 215,60 Dollar liegt das Gerät also verpackungsfertig im Werk. Nicht enthalten sind allerdings Kosten für Patente, Lizenzen, Software und ähnliches. Auch muss es verpackt und verschifft werden.

Trotzdem: „Apple hat es immer schon verstanden seine Geräte mit besseren und nachgefragten Details anzubieten und sie dann zum maximal möglichen Profit zu verkaufen“, so Andrew Rassweiler von IHS. Nach Analysen des Investmenthauses Raymond James haben sich Apple und Samsung im vierten Quartal 2013 alleine die Gewinne in der Smartphoneindustrie geteilt, wobei auf Apple 87 Prozent davon entfielen.

Die Evolution des iPhone

iPhone - die erste Generation

Mit seinem leicht bedienbaren Touchscreen revolutionierte das iPhone die Handybranche. Dabei waren die technischen Daten der ersten Generation noch recht bescheiden: Der Prozessor leistete nur 667 Megahertz, der Arbeitsspeicher war nur 128 Megabyte groß. Den Datenfunk UMTS unterstützte die erste Generation nicht. Trotzdem wurde das Gerät ein riesiger Erfolg.

iPhone 3G

Das zweite Gerät der iPhone-Reihe, vorgestellt im Juni 2008, brachte einige wesentliche Änderungen. Zum einen überarbeitete Apple das Design gründlich. Zum anderen unterstützte das Gerät den Datenfunk UMTS sowie den Datenturbo HSDPA.

iPhone 3GS

Ein Jahr später stellte Apple das iPhone 3GS vor. Am Design änderte sich nichts, allerdings stattete der Hersteller das Gerät mit einem besseren Prozessor und einem größeren Speicher aus. Das suggeriert auch der Name: Das S steht für „Speed“. Zudem war eine Kamera mit 3 Megapixel Auflösung an Bord.

iPhone 4

Mit der vierten Generation, präsentiert im Juni 2010, wagte Apple wieder ein neues Design: Das Gehäuse war kantiger und aus Edelstahl. Zudem verbaute der Hersteller ein Display mit höherer Auflösung. Auch der Prozessor war leistungsfähiger als beim Vorgänger. Der Ansturm auf das Gerät war gewaltig.

iPhone 4S

Äußerlich unterschied sich das iPhone 4S kaum von seinem Vorgänger, das Design blieb weitgehend gleich. Schlagzeilen machte vor allem der persönliche sprachgesteuerte Assistent Siri, der zunächst nur auf dem 4S lief, später aber auch auf anderen iPhone-Modellen. Siri kann Fragen beantworten oder Kommandos ausführen. Die Kamera des iPhone 4S hatte eine Auflösung von 8 Megapixel.

iPhone 5

Das sechste und aktuelle Gerät der Reihe heißt iPhone 5. Es ist etwas länger, aber gleichzeitig dünner als das Vorgängermodell – dadurch ergibt sich ein neues Seitenverhältnis von 16:9. Die 8-Megapixel-Kamera kann Aufnahmen in HD anfertigen. Ein neuer Prozessor soll für mehr Tempo sorgen. In die Kritik geriet Apple, weil vor allem an der schwarzen Variante schnell Abnutzungserscheinungen zu sehen waren. Mit dem iPhone 5 führte Apple auch iOS 6 ein, die neue Version des Betriebssystems, die den vielkritisierten Kartendienst Maps enthält.

iPhone 5C und 5S

Das iPhone 5c und das iPhone 5s waren die Modelle sieben und acht. Das 5c ist die etwas günstigere Variante: Weitgehend ausgestattet wie das iPhone 5, hat es aber ein Gehäuse aus buntem Plastik. Das 5s hat unter anderem einen doppelt so schnellen Chip, eine bessere Kamera und einen Fingerabdrucksensor zur Entsperrung des Gerätes.

iPhone 6 und iPhone 6 Plus

Die sichtbarste Neuerung bei der jüngsten iPhone-Generation sind die Maße: iPhone 6 und iPhone 6 Plus sind mit 4,7 bzw. 5,5 Zoll deutlich größer als die Vorgänger. Damit reagiert Apple auf den Boom der Phablets, also der übergroßen Smartphones. Die Geräte unterstützen den Bezahldienst Apple Pay, der über den Nahfunkstandard NFC Daten überträgt.

Im Jahresverlauf ist die Situation bei Samsung schwieriger geworden, das Verhältnis dürfte mittlerweile noch weiter zu Gunsten von Apple ausgeschlagen sein. Außerdem, merkt der Marktforscher IDC an, wildern aufstrebende chinesische Konkurrenten wie Lenovo (die gerade Motorola kaufen), LG oder Xiaomi mehr bei Samsung als bei Apple. Im zweiten Quartal 2014 setzte Apple 37,4 Milliarden Dollar um, über die Hälfte davon generierte das iPhone. Der Nettogewinn summierte sich auf 7,7 Milliarden Dollar. Nach eigenen Angaben wurden alleine in den ersten drei Verkaufstagen zehn Millionen iPhone 6 abgesetzt.

Derweil muss das Monsterphone sich erste Kritik gefallen lassen. Der Begriff von „Bendgate“ geht auf sozialen Netzwerken um. Besonders das iPhone 6 Plus scheint sich zu verbiegen, wenn es längere Zeit in einer engen Hosentasche getragen wird. Was beim iPhone 5 noch problemlos möglich war, scheint den fragilen Aluminiumrahmen des deutlich größeren und sogar dünneren Geräts zu überfordern.

Dank des offenbar „flexiblen“ Bildschirms wurden bislang jedoch noch keine Schäden gemeldet, sondern nur Fotos von unschön gebogenen Smartphones gepostet. Der Tester von „Unbox Therapy“ nahmen das zum Anlass einmal nachzuhaken und tatsächlich: Mit einem beherzten Zugriff beider Hände und massiver Gewalt ließ sich das Gerät in den Bananenmodus versetzten. Die Konkurrenz von Samsung, das Galaxy Note 3, hat einen ähnlichen Test schadlos überstanden. Erste Empfehlungen gehen dahin, das 6 Plus nicht in engen Hostentaschen, besonders Fronttaschen, zu tragen. Jedenfalls nicht über längere Zeit oder sich damit hinzusetzen.

Noch größere Probleme bereitet ein Update des Betriebssystems iOS 8. Die Version iOS 8.0.1 sollte Fehler beseitigen, schuf aber so gravierend neue, dass Apple jetzt den Software-Patch zurückzieht. Ein Downgrade auf iOS 7 hat Apple allerdings ausgeschlossen.

iPhone-Nutzer hatten sich beschwert, die Telefone würden nach dem Update keine Mobilfunknetze mehr erkennen. Teilweise wurden die Fingerabdruck-Leser deaktiviert. Apple arbeite an einer neuen Version des Updates, heißt es in Cupertino. Angeblich sind nur iPhone 6 betroffen. Bei iPhone 5 scheint das Update keine Probleme zu bereiten.

Kommentare (3)

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Herr Wolfram Evermann

24.09.2014, 21:37 Uhr

Ein sehr schwacher Artikel, weit unter dem üblichen Niveau des Handelsblattes (ich lese seit über 50 Jahren dieses Zeitung).
Wie hoch wäre denn der Profit des Handelsblattes, wenn ich von den reine "Produktionskosten", also Papier und Druck ausgehe, aber Kosten der Redaktion und Vertrieb weglasse? Das ist unterstes Niveau.
Aber es passt zu Ausdrücken wie "Pizzablech-Format". Der Verfasser würde besser zur Bildzeitung passen.
Gruß aus Hamburg

Herr UWE Keil

25.09.2014, 09:06 Uhr

Es ist für mich eh unglaublich, wie selbstständig denkende ??? Menschen so auf einen Apple [...] abfahren....

Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

Herr Wolfram Evermann

25.09.2014, 20:48 Uhr

Es wäre schön, wenn sich der Verfasser hier mal äußern würde.

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