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06.10.2014

17:34 Uhr

Starke Marktposition

Samsung investiert Milliarden in Mega-Fabrik

Der weltgrößte Hersteller von Speicherchips baut eine neue Mega-Fabrik. Baubeginn für das mehrere Milliarden Euro teure Werk bei Seoul soll das erste Halbjahr 2015 sein. Der Komplex ist rund 790.000 Quadratmeter groß.

Samsung will durch die Milliarden-Investition seine Marktposition stärken. dpa

Samsung will durch die Milliarden-Investition seine Marktposition stärken.

SeoulDer weltgrößte Chiphersteller Samsung will seine Marktposition mit einer mehr als elf Milliarden Euro teuren Mega-Fabrik stärken. In das Werk bei Seoul sollen umgerechnet rund 11,6 Milliarden Euro investiert werden.

Die geplante Anlage werde helfen, die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und die „wachsende Nachfrage nach hoch entwickelten Halbleiter-Produkten zu decken“, teilte Samsung am Montag mit. Samsung Electronics ist der weltgrößte Hersteller von Smartphones, Speicherchips und Fernsehern.

Der Baubeginn für die neue Anlage auf einer Fläche von 790.000 Quadratmetern in einem Industriekomplex in Pyeongtaek in der Provinz Kyonggi sei für die erste Hälfte 2015 vorgesehen, hieß es. Die Produktion soll zwei Jahre später anlaufen. Samsung betreibt bereits zwei größere Chipfabriken in Kyonggi sowie in China und den USA.

Die Geschichte von Samsung

Konzern mit langer Geschichte

Smartphones, Fernseher, Computer, Kameras, und und und: Samsung ist einer der größten Elektronikhersteller der Welt. Die Geschichte des südkoreanischen Mischkonzerns begann Ende der 30er Jahre.

Trockennahrung und Getreidemühlen

Den Grundstein des Konzerns legte der Südkoreaner Lee Byung Chul bereits 1938 mit gerade einmal 25 US-Dollar in der Tasche. Er verkaufte Trockennahrung nach China. Nur ein Jahrzehnt später hatte sein anfangs kleines Unternehmen bereits eigene Getreidemühlen und Maschinen zur Herstellung von Konfekt.

Umzug im Korea-Krieg

Während des Koreakrieges (1950-53) musste Lee Byung Chul die Hauptstadt Seoul verlassen, in Busan eröffnete er eine Zuckerraffinerie. Nach dem Krieg gründete er auch eine Textilienfirma und baute eine Fabrik.

Lebensversicherungen

1963 kauft das Unternehmen die Dongbang Lebensversicherungen auf und macht sie zur heutigen Samsung Lebensversicherung. Die Tochtergesellschaft ist größter Versicherer in Südkorea.

Fernseher und Kühlschränke

Ende der 1960er Jahre fängt Samsung an, Elektronik zu produzieren. So kommt 1970 ein Schwarz-Weiß-Fernseher auf den Markt. Vier Jahre später erweitert der Konzern seine Palette um Waschmaschinen und Kühlschränke.

Telekommunikationsausrüstung

1980 übernahm Samsung einen Hersteller von Telekommunikationsausrüstung – die Grundlage für das heutige Handygeschäft.

Generationswechsel und Umstrukturierung

Nach dem Tod von Firmengründer Lee Byung Chul 1987 übernimmt dessen Sohn Lee Kun Hee die Geschäfte. Er teilte den Konzern in vier Gruppen, darunter die heute so bekannte Elektroniksparte.

Autotelefone und Smartphones

In den 1980er Jahren brachte Samsung erste Autotelefone heraus. In den 1990er Jahren verkaufte der Konzern Handys, seit den 2000er Jahren auch Smartphones. Inzwischen ist Samsung der größte Anbieter in diesem Segment, noch vor Apple und Nokia.

Tablet-Computer und intelligente Uhren

Apple hat mit dem iPad den Tablet-Markt geschaffen, Samsung macht dem kalifornischen Konzern mit seinen Galaxy-Tab-Geräten aber inzwischen enorm Konkurrenz. Außerdem hat der südkoreanische Hersteller mit der Galaxy Gear eine Smartwatch herausgebracht.

Angesichts eines zuletzt zunehmend schwächelnden Geschäfts mit Smartphones könnten nach Ansicht von Marktbeobachtern die Halbleiter die Gewinne von Samsung stützen. Dabei bauen die Südkoreaner unter anderem auf den zunehmenden Bedarf an Speicherkapazitäten in mobilen Geräten wie etwa Smartphones.

Ungeklärt ist laut Samsung noch, ob in dem neuen Werk der Schwerpunkt auf die Produktion von reinen Speicherchips oder Logikchips liegen soll. Letztere speichern nicht nur Informationen, sondern verarbeiten sie auch.

Samsung geht davon aus, dass die Erweiterung der Produktion nicht zu einem Überangebot an Speicherchips führt. Zwar gebe es diese Sorge, doch dagegen spreche die wachsende Nachfrage, die durch den Smartphone-Markt ausgelöst werde, zitierte die nationale Nachrichtenagentur Yonhap den Leiter der Speicherchip-Aktivitäten bei Samsung, Kim Ki Nam.

Für den gesamten Halbleitermarkt erwarten die Marktforscher von Gartner in diesem Jahr ein Wachstum von 7,2 Prozent auf 338 Milliarden Dollar.

Von

dpa

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