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30.01.2015

16:45 Uhr

Start-up des Monats: Snappshot

Eine App, die gibt’s noch gar nicht  

VonLaura Waßermann

Aus welcher Perspektive sieht das Foto später am besten aus? Ehepaar Lilienström will dafür eine App entwickeln und vermarktet das als „Crowdsourced“-Start-up. Zum live dabei sein – in einer Vorstadt von Düsseldorf.

Snappshot („Snapshot“) heißt auf deutsch „Schnappschuss“. Mit dieser App will das Ehepaar Lilienström (rechts) in die „New York Times“. Snappshot/ Handelsblatt

Snappshot („Snapshot“) heißt auf deutsch „Schnappschuss“. Mit dieser App will das Ehepaar Lilienström (rechts) in die „New York Times“.

KaarstIn unserer Reihe das „Start-up des Monats“ stellen wir Ihnen regelmäßig ein innovatives Unternehmen vor. Im Januar geht es um das Start-up Snappshot.

Der Eiffelturm ist krumm. Die Spitze ist unscharf. Und statt schöner Grünanlagen ist nur die Schnellstraße zu sehen. So ein schlechtes Urlaubsfoto verdirbt die schönsten Erinnerungen. Mit modernen Smartphones wird zwar jeder zum Fotografen, doch nicht jeder hat auch ein Gefühl für das passende Motiv.

Anja und Sven Lilienström wollen da helfen. Ihre App „Snappshot“ soll ein Fotodienst sein, der automatisch berechnet, aus welcher Position ein Smartphone-Nutzer das optimale Foto schießen kann. Die App berechnet aus den GPS-Daten, welcher Winkel ideal ist ist, um Sehenswürdigkeiten perfekt in Szene zu setzen.

Obwohl die App erst im Herbst starten soll, haben die Lilienströms schon vorher große Ziele: Follower bei Twitter und Facebook gewinnen, in der „New York Times“ erscheinen. „Wir machen kein gewöhnliches Start-up. Uns gibt es ja noch gar nicht“, sagt Sven Lilienström. „Snappshot ist ein sogenanntes ‚Crowdsourced Start-up‘.“ 

Start-up des Monats – Modomoto: Betreutes Shoppen für Männer

Start-up des Monats – Modomoto

Betreutes Shoppen für Männer

Viele Männer kaufen ungern Kleidung. Also haben sich die Gründer von Modomoto überlegt, wie sie dieses Problem lösen können. „Curated Shopping“ nennt sich ihre Idee, also „betreutes Einkaufen“. Kann das funktionieren?

Das bedeutet, dass die „Crowd“, also die Fans von Snappshot, an dem Entstehungsprozess der App beteiligt sind. Sie stimmen ab, entscheiden auch bei wichtigen Dingen unmittelbar mit. Das erste Voting steht noch aus: Sollen die 19.000 US-Dollar, die Lilienström für die Entwicklung der App braucht, durch Crowdfunding oder Risikokapitalgeber gesammelt werden?

Bis jetzt steht es 32 gegen 25 Stimmen – für Crowdfunding. „Wir müssen natürlich realistisch bleiben. Vielleicht splitten wir die Summe, wenn es für eine Crowdfunding-Aktion zu viel ist.“ Lilienström ist überzeugt: „Sowas hat es noch nie gegeben, das hat noch keiner gemacht.“ Zu 100 Prozent transparent soll der Snappshot-Prozess sein: Höhen und Tiefen offenlegen genauso wie alle Ein- und Ausgaben.

Die 10 besten Ratschläge für Unternehmer

Hab Spaß

„Das Leben ist ein Marathon und kein Sprint“, sagt Thorsten Reiter, dessen Buch „Start up – Jetzt! Endlich loslegen und es richtig machen“ gerade im Campus-Verlag erschienen ist. Genauso verhält es sich auch mit dem Bestreben als Unternehmer. Reiter: „Wer lange durchhalten will, sollte Spaß an der Sache entwickeln, der er täglich nachgeht, und vor allem daran, wie er es tut.“

Glaub an dich

Unternehmer sollten sich laut Reiter darauf konzentrieren, ihre Marke auszubauen sowie ihre Arbeit zu erledigen, und aufhören, über sich und ihr potentielles Versagen nachzudenken. „Wenn sie eines Tages scheitern, werden sie es schon merken und haben genug Zeit, im Nachhinein darüber nachzudenken.“

Glück ist eine Einstellungssache

„Jeder Gründer sollte sich entscheiden, stets Glück zu haben“, rät Thorsten Reiter. Seiner Lebensphilosophie nach liegt es in den eigenen Händen, Glück zu haben. Dabei ist für den Gründer-Experten genauso richtig, dass jeder einzelne der Herr seines Schicksals ist wie der Glaube daran, dass alles, was wir erleben, durch etwas oder jemanden vorherbestimmt ist.

Versuchen ist gut, machen ist besser

Reiter rät jungen Unternehmern nicht zu „entscheiden“, wann sie gescheitert sind. „Scheitern passiert und es bleibt keine andere Wahl, als das Scheitern zu akzeptieren und daraus zu lernen.“ Getreu dem Motto von Meister Yoda in Star Wars: „Do or do not. There is no try!“.

Nutze alle Ressourcen

Haben Sie Spaß daran, Teil von etwas zu sein und nutzen Sie das für sich. Als Unternehmer erhalten Sie Zugang zu Ressourcen, für die man sonst große Summen bezahlen müsste. Reiter: „Ein Marketingplan-Wettbewerb an einer lokalen Hochschule beispielsweise gibt der Einrichtung sowie ihren Studierenden Stoff, um sich weiter zu qualifizieren“, und Ihnen als Unternehmer einen enormen Pool an neuen Ideen.

Manchmal hilt nur: Zähne zusammenbeißen!

Jungunternehmer sollten sich schnell daran gewöhnen, die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit nicht nur auszutesten, sondern sie regelmäßig zu überschreiten. Thorsten Reiter: „Nur so können sich Gründer und Erfolgssuchende sicher sein, wo sie verlaufen.“ Und: „Im gemütlichen Nine-to-Five-Sessel lassen sich keine Märkte revolutionieren und keine Konsumentenerfahrungen erschaffen, die zu wahren Ereignissen im Leben der Kunden werden.“

Gib dein Wissen weiter

Behalten Sie niemals die Dinge, die Sie auf Ihrem Weg gelernt haben, für sich. Teilen Sie, wann immer sie können, lautet die Empfehlung des Start-Up-Experten Reiter. Halten Sie also Vorträge, geben Sie Workshops oder seien sie selbst ein Mentor für andere Entrepreneure. Reiter: „Dadurch wird auch der Gründer selbst besser, versteht seine Herangehensweisen und erhöht sein Exposure.“

The winner shares it all

Steuern Sie auf Ihrem Weg gezielt Win-Win-Win-Effekte an und ermöglichen Sie es so einer größeren Anzahl von Menschen, sich mit Ihrer Idee und der Sache, für die Sie stehen, zu identifizieren. Keine Angst, das bedeutet nicht, dass Sie etwas vom Kuchen abgeben müssen; es bedeutet, so Reiter, dass alle am Ende mehr haben. Wenn jemand also einen WLAN-produzierenden Baum entwickeln würde, wäre der zusätzliche Klimafaktor solch ein Effekt.

Verändere das Spiel der Könige

Was hat Unternehmertum mit Schach zu tun? Reagieren Sie im Business nicht nur auf die Züge des Gegners, sondern gehen Sie einen Schritt weiter über die Grenzen des Bretts hinaus, rät Thorsten Reiter. So werden die Regeln des Spiels neu definiert, das Feld wird erweitert und die Möglichkeiten sind plötzlich unzählig. Wer als Unternehmer gelernt hat, das Spiel zu durchschauen, hält einen Trumpf in der Hand, der die Konkurrenz ins Chaos stürzen kann. Reiter: „Manchmal ist ein vermeintlich irrationaler Zug der entscheidende Schlag, und was von außen wie Chaos erscheint, ist lediglich die strategische Wendung hin zum eigenen Competitive Advantage und ein echter Game Changer.“

Finde deine Antworten

Sind Sie ein Unternehmer? Haben Sie den Mut dazu, Ihr Leben – egal ob angestellt oder selbstständig – nachhaltig zu verändern? Ist das der richtige, der einzige Weg? Diese Fragen möchten Thorsten Reiter jedem potentielen Gründer mit auf den Weg geben, denn er kann lediglich Denkanstöße geben. Die Antworten darauf muss jeder für sich selber finden. Reiter: „Ob du ins Abenteuer Unternehmertum aufbrechen wirst, ob diese Reise für dich bestimmt ist, kannst nur du selbst sagen. Nur du kannst diese Antworten geben.“

Entwickelt wird dieser kleine Helfer nicht im Silicon Valley oder in der innovativen Start-up-Szene von Berlin, sondern im beschaulichen Kaarst - einer Kleinstadt mit 42.000 Einwohnern in der Nähe von Düsseldorf. Als Büro dient den Lilienströms ihre Wohnung. Noch. Büroräume sind in Planung, mehrere hat sich das Ehepaar angesehen. Auch Mitarbeiter sollen eingestellt werden, mehr als die zwei freien Studenten, die sie derzeit haben. Snappshot soll groß werden, wenngleich jetzt noch alles an eine Wohnzimmer-Idee erinnert.

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