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21.08.2014

17:21 Uhr

Start-up schaltet Werbung

Jukebox Soundcloud soll Geld einbringen

Eines der bekanntesten deutschen Start-ups will jetzt Geld verdienen: Der Musikdienst Soundcloud führt Werbung ein. Zwischen den Songs und Audiodateien sind künftig Spots zu hören. Namhafte Marken machen mit.

Musik aus dem Netz: Soundcloud erreicht jeden Monat Millionen von Internetnutzern. dpa

Musik aus dem Netz: Soundcloud erreicht jeden Monat Millionen von Internetnutzern.

DüsseldorfFacebook und Twitter haben es vorgemacht: Das bekannte Berliner Start-up Soundcloud will mit Werbung Geld verdienen. In seinen Online-Dienst, über den Nutzer Songs, Podcasts und andere Audiodateien abrufen können, werden künftig „gelegentlich“ Werbespots eingestreut, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Zudem sollen online Anzeigen zu sehen sein. Künstler und Labels, die Musik hochladen, werden an den Einnahmen beteiligt. Dieses Modell ermögliche es, den Dienst für Nutzer weiter kostenlos anzubieten, betonte das Unternehmen.

Soundcloud ist – anders als etwa iTunes und Spotify – eine Plattform, auf der jeder Musik oder andere Audiodateien hochladen kann. Auch viele Künstler nutzen den Dienst, um Songs unter den Fans zu verbreiten, das gilt vor allem für elektronische Musik und Hiphop.

Die heißen Smartphone-Dienste

Snapchat

Mit der Snapchat-App können Nutzer Textnachrichten, Fotos und Videos verschicken, die sich nach einem kurzen Zeitraum selbst löschen. Gerade unter Jugendlichen ist die Anwendung beliebt – vermutlich nicht selten für Anzüglichkeiten. Die Gründer lehnten mehrere milliardenschwere Übernahmeangebote ab, auch Facebook ließen sie abblitzen.

Instagram

Ein Produkt des Smartphone-Zeitalters ist der Foto-Dienst Instagram: Er war von vornherein nur für mobile Geräte ausgelegt. Nutzer können Fotos und Videos aufnehmen, mit Filtern aufpeppen und hochladen. Das Prinzip von Instagram erinnert an Twitter, nur dass es hier ausschließlich um Bilder geht. Facebook übernahm den Dienst 2012 für umgerechnet eine Milliarde Dollar.

Pinterest

Beim Fotodienst Pinterest sammeln die Nutzer Bilder von verschiedenen Websites in digitalen Notizbüchern – meistens mit dem Smartphone. Die Entwicklung von Pinterest wird von Urheberrechtssorgen begleitet: Die öffentlichen Sammlungen könnten nach Ansicht einiger Experten als Urheberrechtsverletzung ausgelegt werden. Das Unternehmen hat inzwischen eine Milliardenbewertung.

Whatsapp

In immer mehr Ländern wird Whatsapp zum SMS-Ersatz. Der Dienst erlaubt es, Kurznachrichten, Bilder und Videos über Internet zu verschicken. Die App läuft auf sämtlichen Betriebssystemen. Trotz etlicher Sicherheitspannen gehört Whatsapp zu den beliebtesten Smartphone-Anwendungen, sie hat nach Unternehmensangaben 500 Millionen Nutzer. Facebook hat das Start-up für 22 Milliarden Dollar übernommen.

Line

Ähnliche wie Whatsapp funktioniert Line, eine App mit asiatischem Ursprung. Sie bietet Instant Messaging für Smartphone und PC. Nutzer können nicht nur Textnachrichten, Fotos und Videos tauschen, sondern auch Telefonate führen. Eine Besonderheit sind virtuelle Sticker, die man in einem Shop kaufen kann.

Vine

Mit dem Dienst Vine können Nutzer bei Twitter sechs Sekunden kurze Videoschnappschüsse hochladen, die in einer Endlosschleife laufen. Der Zwitscherdienst übernahm das Start-up nur wenige Monate nach dessen Gründung im Sommer 2012. Vine hat nach Angaben vom Sommer 40 Millionen Nutzer.

Periscope

Videoübertragungen in Echtzeit ermöglicht der Dienst Periscope, der zu Twitter gehört. Die Bedienung ist bewusst einfach gehalten: App öffnen, „Broadcast“ klicken – schon beginnt der Live-Stream. Ein konkurrierendes Angebot ist Meerkat.

Tumblr

Twitter ist kurzatmige Internet-Kommunikation, Blogs lassen sich mehr Zeit. Irgendwo dazwischen befindet sich Tumblr, ein 2007 gegründeter Web-Dienst für das unkomplizierte Veröffentlichen im Netz. Ähnlich wie bei Twitter kann man bei Tumblr anderen Nutzern folgen und sieht dann deren Beiträge im sogenannten Dashboard, einer Übersichtsseite. 2013 übernahm Yahoo das Start-up für 1,1 Milliarden Dollar.

Das Programm On Soundcloud wird zunächst in den USA eingeführt. Werbung schalten Unternehmen wie Red Bull, Jaguar, der Hifi-Hersteller Sonos sowie der TV-Sender Comedy Central. Anzeigen werden nur mit Zustimmung der Künstler und Musikverlage eingeblendet. Zum Start beteiligen sich unter anderem die Major Labels Sony und BMG, aber auch etliche Künstler. Mit dem Werbeprogramm reagiert Soundcloud auch auf Forderungen der Musikbranche, Lizenzgebühren zu zahlen.

Soundcloud ist eines der bekanntesten Berliner Start-ups. Der Dienst erreicht nach eigenen Angaben 350 Millionen Internetnutzer im Monat, 175 Millionen hören sich auch Dateien an. Bei einer Finanzierungsrunde im Januar soll die Firma mit 700 Millionen Dollar bewertet worden sein. Bislang hat das Unternehmen diese Popularität jedoch nicht in signifikante Umsätze ummünzen können – nun soll die Jukebox Geld einbringen.

Von

chk

Kommentare (1)

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Herr Marc Ho

21.08.2014, 19:26 Uhr

Ein Musikdienst mit eingebauter Werbung: Was für für eine fulminante Idee; das ist noch nie dagewesen und schlägt bestimmt ein wie eine Bombe; Firmen werden sich um Werbezeiten prügeln. Was bitte ist jetzt genau der Unterschied zum seit Jahrzehnten bekannten Radio? Dort hab ich wenigstens neben dem üblichen Gedudel (das beim Musikdienst vom Nutzer selbst ausgesucht und sortiert wird, aber das gleiche Gedudel bleibt) meist auch noch ein paar Informationen. Wenn ich die nicht will, gibt es auch reine Musikradios. Und das alles dank "Medienabgabe" praktisch gratis. Dass irgendwelche Firmengründer immer gleich glauben müssen, sie würden das Rad neu erfinden...

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