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04.09.2014

10:55 Uhr

Start-up „Spotcap“

50.000 Euro auf einen Schlag

VonAnja Müller

Ein Kredit von 50.000 Euro innerhalb weniger Stunden? Zwei Deutsche wollen genau das mit ihrem Start-up Spotcap ermöglichen - mithilfe von Rocket Internet. Dafür nutzen sie die schlechte Wirtschaftslage in Spanien aus.

Toby Triebel (l.) und Jens Woloszczak. Die Gründer von Spotcap wollen kleinen Unternehmen schnelle Kredite ermöglichen.

Toby Triebel (l.) und Jens Woloszczak. Die Gründer von Spotcap wollen kleinen Unternehmen schnelle Kredite ermöglichen.

DüsseldorfAm Donnerstag geht der Internet-Start-up Spotcap in Madrid online. Die neue Finanzplattform will kleinen Unternehmen Kredite zwischen 500 und 50.000 Euro innerhalb weniger Minuten gewähren. Obwohl die beiden Gründer, Toby Triebel und Jens Woloszczak aus Deutschland stammen, startet das Unternehmen in Spanien. Laut Gründer Triebel, weil gerade in Spanien vor allem kleinere Unternehmen wegen der Wirtschafts- und Finanzkrise Schwierigkeiten hätten, an Kredite zu gelangen.

Allerdings sind in Deutschland auch die Hürden etwas höher, Kredite über das Internet anzubieten. Die Idee, das Unternehmen in Spanien zu starten, sei gemeinsam mit dem Investor-Inkubator Rocket-Internet der Samwer-Brüder gefallen.

Der Start in weiteren Ländern ist geplant. Das Start-up wirbt damit, dass die Kredite nicht nur unbürokratisch, sondern auch besonders schnell vergeben würden. Mithilfe eines Algorithmus will das Unternehmen, das 30 Mitarbeiter beschäftigt, in einem ersten Schritt zunächst Online-Händlern Kredite anbieten. Der Grund: Spotcap prüft zunächst zum Beispiel die Amazon- oder Ebay-Accounts der Online-Händler.

„Ins Internet schauen Banken meist nicht, da haben wir einen Vorteil, schnell zu reagieren“, sagt Triebel. Zugang zu Kontoauszügen, Steuernummer und Firmendaten braucht das Unternehmen auch und will dann schnell entscheiden.

Warum Start-ups scheitern

Am Kunden vorbei geplant

Es klingt banal, aber: Manche Unternehmensgründer überprüfen nicht, ob ihre Idee tatsächlich so gut bei den Kunden ankommt, wie sie erwarten.

Den Markt nicht im Blick

Viele Ideen klingen toll – bis man feststellt, dass jemand anders auch schon darauf gekommen ist. Gründer sollten daher eine Marktanalyse vornehmen.

Kosten nicht im Griff

Viele Start-ups sind zu optimistisch. Die Kosten geraten schnell höher als erhofft, gerade wenn es kein Controlling gibt.

Zu viel Optimismus

Etliche Gründer gehen mit großen Ambitionen an ihr Projekt – um festzustellen, dass die Hoffnungen unrealistisch waren und die Einnahmen nicht so fließen wie erwartet.

Keine Ahnung von BWL

So mancher Gründer kennt sich mit Technologie aus, aber nicht mit den Abläufen im Betrieb. Ohne BWL-Kenntnisse, etwa in Sachen Buchführung, scheitern viele Firmen jedoch.

Faktor Familie

Eine Unternehmensgründung bedeutet eine hohe Belastung. Wenn die Familie diese nicht mitträgt, ist das für die Firma ebenso riskant wie für die Harmonie im Privaten.

„Wir schauen uns die Umsätze und mögliche Gewinne aktuell an, was hat das Unternehmen verkauft in den vergangenen sechs Monaten?“ erklärt Triebel. Später sollen auch Restaurants und Offline-Einzelhändler und andere Start-ups Kredite erhalten. Gründer Toby Triebel arbeitete bereits längere Zeit in der Finanzindustrie unter anderem bei Goldman Sachs. „Ich habe mitbekommen, dass kleinere Unternehmen und der Mittelstand einfach keine Kredite bekamen“, erzählt der 32-Jährige, das habe ihn auf die Idee gebracht.

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