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23.11.2012

16:35 Uhr

Statt Ruhestand

Ex-Siemens-Chef Pierer steigt bei Software-Firma ein

Der ehemalige Siemens-Chef engagiert sich als Verwaltungsrat bei dem Münchner Software-Unternehmen Usedsoft. Den Kontakt knüpfte er auf einer Kreuzfahrt. Einen seiner Kollegen kennt er bereits.

Hans-Olaf Henkel (links) und Heinrich von Pierer arbeiten künftig als Verwaltungsräte der UsedSoft-GmbH. dpa

Hans-Olaf Henkel (links) und Heinrich von Pierer arbeiten künftig als Verwaltungsräte der UsedSoft-GmbH.

MünchenDer ehemalige Siemens-Chef Heinrich von Pierer kann dem Rentnerleben nichts abgewinnen und hat im Alter von 71 Jahren eine neue Aufgabe übernommen. Zusammen mit dem früheren BDI-Chef Hans-Olaf Henkel (72) engagiert er sich für den Handel mit gebrauchter Software. Beide stiegen als Verwaltungsräte bei dem kleinen Münchner Unternehmen Usedsoft ein, das gebrauchte Microsoft-Produkte an Firmen verkauft. „Es hat mir immer Spaß gemacht, gegen festgefahrene Strukturen und Monopole anzukämpfen, die dem freien Wettbewerb entgegenstehen“, sagte der langjährige „Mr. Siemens“ bei einem seiner seltenen öffentlichen Auftritte am Freitag in München.

Pierer hatte den Geschäftsführer von Usedsoft, Peter Schneider, im Frühjahr auf einem Kreuzfahrtschiff in China kennengelernt, auf dem Pierer als Gastredner auftrat. Usedsoft ist seit 2003 am Markt und beschäftigt 22 Mitarbeiter. Umsatzzahlen nennt das Unternehmen nicht. Auch die Bezahlung der beiden ehemaligen Top-Manager Pierer und Henkel bleibt geheim – allzu üppig sei sie aber nicht. „Ich habe noch nie ein so geringes Gehalt bekommen“, verriet Henkel, der früher als Manager bei IBM arbeitete und von 1995 bis 2000 Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) war.

Pierer stand von 1992 bis 2005 an der Spitze des Siemens-Konzerns und war einer der bekanntesten Manager Deutschlands. Bis 2007 war er im Siemens-Aufsichtsrat, trat aber im Strudel der Schmiergeldaffäre zurück. Seit einer Einigung mit seinem früheren Arbeitgeber auf Schadenersatz in Millionenhöhe tritt er kaum noch öffentlich auf. Eine Verwicklung in die Affäre hatte er aber immer zurückgewiesen.

Von

dpa

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