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21.05.2015

09:14 Uhr

Steigender Umsatz, sinkender Gewinn

Teure Übernahmen belasten Lenovos Gewinn

Trotz des starken Dollars steigt der Umsatz von Lenovo. Allerdings muss der größte PC-Hersteller der Welt Abstriche beim Gewinn machen. Die Erlöse sinken um rund 37 Prozent. Schuld daran sind teure Übernahmen.

Über Absatzschwierigkeiten kann Lenovo, hier in einem Elektronik-Geschäft in Tokyo, nicht klagen. Reuters

Begehrte PCs

Über Absatzschwierigkeiten kann Lenovo, hier in einem Elektronik-Geschäft in Tokyo, nicht klagen.

PekingDer weltgrößte PC-Hersteller Lenovo hat im vergangenen Quartal einen kräftigen Umsatzsprung verzeichnet, aber die Zukäufe drückten den Gewinn. Die Erlöse stiegen trotz Gegenwinds durch den starken Dollar im Jahresvergleich um 21 Prozent auf 11,3 Milliarden Dollar, wie Lenovo am Donnerstag mitteilte.

Der Gewinn fiel in dem Ende März abgeschlossenen vierten Geschäftsquartal aber um 37 Prozent auf 100 Millionen Dollar. Ein Auslöser waren Belastungen im Zusammenhang mit Übernahmen in Höhe von 94 Millionen Dollar. Lenovo muss den Kauf des Handy-Pioniers Motorola und eines Teils des IBM-Servergeschäfts verdauen.

Das PC-Geschäft blieb mit einem Umsatz von 7,2 Milliarden Dollar das wichtigste Standbein von Lenovo. In dem seit Jahren schwachen Markt konnte Lenovo den Absatz im vergangenen Quartal um 2,7 Prozent auf 13,3 Millionen Geräte steigern. Das gab den Chinesen einen Marktanteil von 19,5 Prozent. Die Sparte steigerte den operativen Gewinn um elf Prozent auf 391 Millionen Dollar.

30 Jahre Lenovo

1984: Gründung

Eine Gruppe von elf chinesischen Wissenschaftlern gründet die Firma unter dem Namen Legend. Die Chinesische Akademie der Wissenschaften hilft mit einem Darlehen und Räumen. Anfangs verkauft die Firma die Geräte anderer Hersteller, 1990 baute sie eine eigene Fertigung auf.

1994: Börsengang in Hongkong

Im Februar 1994 geht Lenovo in Honkong zu einem Preis von 1,33 Hongkong-Dollar pro Aktie an die Börse, Börsenkürzel: LNVGY.

2003: Namensänderung

1997 ist Legend der größte PC-Hersteller in China. Doch das Unternehmen will international expandieren. Da der Name Legend in einigen Märkten bereits besetzt ist, benennt es sich um in Lenovo. Darin steckt noch etwas vom alten Namen, es deutet aber auch auf das Neue.

2004: Kauf der PC-Sparte von IBM

Das Thinkpad ist der Favorit der Manager, dennoch will sich IBM von seiner PC-Sparte mit dem legendären Laptop trennen. Lenovo übernimmt das Geschäft für 1,75 Milliarden Dollar.

2011: Übernahme von Medion

Auch in Deutschland suchte sich Lenovo Verstärkung: Der Konzern übernahm den Elektronikhersteller Medion, der sich vor allem durch den Verkauf beim Discounter einen Namen gemacht hat. Kaufpreis: 630 Millionen Euro.

2014: Übernahme von Motorola

Lenovo stellt bereits unter eigenem Namen Smartphone und Tablets her, mit Motorola kauft der Konzern einen Hersteller hinzu, der auch im Westen einen bekannten Namen hat – wenn auch nicht mehr viel Marktanteil. Zusammen sind sie drittgrößter Smartphone-Hersteller der Welt.

2014: Kauf der Serversparte von IBM

Und wieder übernimmt Lenovo ein schwieriges Geschäft von IBM: Das chinesische Unternehmen kauft die Serversparte. Die Mainframes behält IBM aber.

Mit 18,7 Millionen Smartphones blieb Lenovo die weltweite Nummer drei. Der Absatz zu den Spitzenreitern Samsung und Apple ist aber sehr groß. Im gesamten Geschäftsjahr waren es 76 Millionen Geräte - soviel, wie Marktführer Samsung üblicherweise in einem Quartal verkauft. China war nach wie vor der wichtigste Absatzmarkt für Lenovo mit einem Anteil von knapp 60 Prozent.

Von

dpa

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