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14.04.2012

13:53 Uhr

Stellenabbau

NSN-Belegschaft stimmt Transfergesellschaft zu

Die Belegschaft von Nokia Siemens Networks in München hat mehrheitlich für eine Transfergesellschaft gestimmt. Demnach bleibt der Standort mit 2000 Mitarbeitern erhalten. 1600 weitere Beschäftigte müssen NSN verlassen.

Die Konzernzentrale von Nokia Siemens Networks in München. Reuters

Die Konzernzentrale von Nokia Siemens Networks in München.

MünchenDie von der Umstrukturierung bei Nokia Siemens Networks (NSN) betroffene Belegschaft in München hat den Plan einer Transfergesellschaft mehrheitlich abgesegnet. Wie NSN am späten Freitagabend mitteilte, ist damit der Weg frei für das Vorhaben, den Standort München mit 2000 Mitarbeitern zu erhalten. 1600 weitere Beschäftigte müssen NSN allerdings verlassen und wechseln in eine von Siemens geführte, auf zwei Jahre befristete Auffanggesellschaft oder in Altersteilzeit.

Die genaue Zustimmungsrate der von der Umstrukturierung betroffenen Mitarbeiter stehe erst zum 18. April fest, wenn auch die rückkehrenden Osterurlauber abgestimmt hätten. Die Mehrheit sei allerdings erreicht und damit die von der Unternehmensführung gestellte Bedingung für den ausgehandelten Kompromiss. „Dies ist ein gutes Ergebnis für Nokia Siemens Networks und für die Beschäftigten“, sagte Herbert Merz von NSN Deutschland.

Die Standort- und Beschäftigungssicherung der 2000 bleibenden Mitarbeiter ist vorerst auf drei Jahre befristet, ergab der Ende März erzielte Kompromiss zum Erhalt des größten NSN-Standorts in München. Den Standort wollte NSN eigentlich ganz schließen, massive Proteste der Belegschaft und von Siemens hatten dies verhindert.

NSN schreibt rote Zahlen, will sich künftig auf mobiles Breitband konzentrieren und weltweit 17.000 Stellen streichen. In München fallen nun 1600 der 3600 Stellen weg, an anderen deutschen Standorten weitere 900.

Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) begrüßte die Entscheidung der Beschäftigten für eine Transfergesellschaft. Die Mehrheitsentscheidung der betroffenen Mitarbeiter sei eine „gute Entscheidung, über die ich mich sehr freue“, sagte Zeil am Samstag in München. Somit sei der Weg frei für den Standorterhalt von NSN in München als Hauptsitz.

Zeil unterstrich, NSN habe in München eine Zukunft. Die Landesregierung stehe weiterhin als Partner an der Seite von Unternehmen und Mitarbeitern. Er appellierte zugleich an die Geschäftsführung, mit der Solidarentscheidung der Mitarbeiter „sorgfältig umzugehen“. Die Transfergesellschaft sollte die Arbeit umgehend aufnehmen und alle Mitarbeiter „so gut und so schnell wie möglich“ bei der Arbeitsvermittlung unterstützen.

Die Transfergesellschaft soll laut IG Metall mindestens zwei Jahre bestehen. Die Beschäftigten, die dorthin wechseln, erhalten Hilfen bei der Vermittlung in einen neuen Arbeitsplatz. Außerdem sollen sie eine Abfindung von bis zu zwölf Monatsgehältern bekommen.

Die Finanzierung einer Transfergesellschaft für die bundesweit über 11.000 Mitarbeiterinnen der insolventen Drogeriemarktkette Schlecker war Ende März am Widerstand Zeils und der bayerischen FDP gescheitert. Das Veto der Liberalen hatte zu einem Streit in der schwarz-gelben Landesregierung geführt und bundesweit Kritik hervorgerufen.

Kommentare (1)

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migu

14.04.2012, 16:42 Uhr

Hier zeigt sich wieder einmal, dass Verbrechen sich lohnt. Durch die Drohung der Firmenleitung, den Standort München zu schließen und noch mehr Mitarbeiter ohne Abfindung zu entlassen, haben sich die IG Metall und der Betriebsrat nötigen lassen, Namenslisten zuzustimmen, die unter Missachtung der gesetzlich vorgeschriebenen Sozialauswahl zustandekamen. Die Behauptung der Firmenleitung, dass Kriterien der Sozialauswahl angewendet wurden, ist eine glatte Lüge, die leicht anhand der Tatsachen zu widerlegen ist. Pfui Teufel, Herr Suri und Konsorten!

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