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10.08.2012

08:14 Uhr

Strategiewechsel

Yahoo-Chefin verscherzt es sich mit Aktionären

Yahoo hat Marissa Mayer als CEO geholt, damit sie das Ruder im angeschlagenen Internetkonzern herumreißt. Jetzt sind erste Pläne bekanntgeworden - mit ihnen gehen versprochene Auszahlungen an Aktionäre über Bord.

Yahoo steht ein Strategiewechsel ins Haus, der die Aktionäre ärgert. dapd

Yahoo steht ein Strategiewechsel ins Haus, der die Aktionäre ärgert.

SunnyvaleNur drei Wochen nach ihrem Amtsantritt stößt Yahoo-Chefin Marissa Mayer die Aktionäre vor den Kopf. Sie stellte am Donnerstag zahlreiche Entscheidungen ihrer Vorgänger in Frage - darunter auch das Versprechen, die Milliarden aus dem Verkauf von Anteilen am chinesischen Internetunternehmen Alibaba auszuschütten. Die Yahoo-Aktie fiel nachbörslich um 4 Prozent.

Yahoo erklärte in einer Börsenmitteilung, dass sich Mayer zusammen mit dem Verwaltungsrat die Wachstums- und Übernahmestrategie des Unternehmens anschaue, dazu den Restrukturierungsplan sowie die anvisierte Kapitalzuteilung und den Kassenbestand. Ziel sei es, langfristig Wert für die Anteilseigner zu schaffen. Oder im Klartext: Yahoo auf Vordermann zu bringen und damit den Aktienkurs zu steigern.

Kurzfristig würden die Aktionäre aber in die Röhre schauen: Der Alibaba-Verkauf soll mindestens 6,3 Milliarden Dollar in bar einbringen. Beinahe alles Geld, was nach Steuern übrig bleibt, war eigentlich den Aktionären versprochen worden - etwa in Form eines Aktienrückkaufs. Der Abschluss des Verkaufs wird gegen November erwartet.

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Die ehemalige Google-Spitzenmanagerin hatte Mitte Juli das Ruder bei Yahoo übernommen und muss nun die schleppend laufenden Geschäfte ankurbeln. Mayer will das Internet-Urgestein wieder zu einer Innovationsmaschine machen, um gegen Rivalen wie Google oder Facebook bestehen zu können. Das aber kostet Geld und braucht Mitarbeiter. Wenn Mayer die Milliarden in der Kasse behalten würde, brächte ihr das zusätzliche Feuerkraft.

Das alte Management war noch auf Sparen eingestellt, weil die Haupteinnahmequellen von Yahoo vor sich hindümpeln: die grafischen Werbeanzeigen und der Verkauf von bevorzugten Platzierungen in der Trefferliste der Suchmaschine. Derzeit läuft ein Stellenabbau, dem 2000 von 14 000 Beschäftigte zum Opfer fallen sollen. Dagegen hatten Google oder auch Facebook ihre Mannschaften bis zuletzt aufgestockt.

Wohin die Reise bei Yahoo nun genau geht, hat Marissa Mayer noch nicht verraten. Die 37-Jährige ist ein Star im Silicon Valley und eines der bekanntesten Gesichter der Technologieszene überhaupt. Sie leitete bei Google die Internetsuche und später die Kartendienste. Sie erwartet im Oktober ihr erstes Kind.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Stephan87

13.08.2012, 01:01 Uhr

Marissa Mayer muss sich den Respekt erst verdienen. Sie ist ein typisch amerikanisches Phänomen. Sie ist sicherlich bestens vernetzt und gut für die PR. Davon abgesehen sehe ich nicht was sie befähigt außerhalb von Google erfolgreich zu sein. Sie ist eben mit Google gewachsen. Sie ist meines Wissens Mitarbeiterin #17 (oder #71?). Und als selbstbewusste, gutaussehende Frau in einem Techniker-Unternehmen hatte sie zudem vermutlich nicht übermäßig schwer aufzusteigen.
Ich will damit nicht sagen, dass sie nicht erfolgreich sein kann. Ich sehe nur eben nicht warum. Ich bin gespannt wie sich Yahoo entwickelt.

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