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06.03.2013

10:44 Uhr

Streaming-Dienst

Apple prüft Erweiterung des Musikgeschäfts

Streaming ist der neueste Trend im Musikgeschäft. Nach Insider-Informationen möchte nun auch Apple einen solchen Dienst anbieten. Der Konzern könnte so zu einem Konkurrenten für Spotify, Pandora und Co. werden.

In Branchenkreisen wird seit längerem darüber gesprochen, dass Apple sein iTunes-Angebot mit einem Musik-Streaming-Dienst ergänzen will. Reuters

In Branchenkreisen wird seit längerem darüber gesprochen, dass Apple sein iTunes-Angebot mit einem Musik-Streaming-Dienst ergänzen will.

San Francisco/Los AngelesApple prüft eine Zusammenarbeit mit dem von US-Hip-Hop-Musiker Dr Dre und Musikproduzent Jimmy Iovine gegründeten Kopfhörerhersteller Beats Electronics. Es gehe dabei um den von Beats geplanten Musik-Streaming-Dienst Daisy, sagten drei mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Apple-Chef Tim Cook sei deswegen kürzlich mit Eminem-Entdecker Iovine in Los Angeles zusammengekommen. An dem Treffen habe auch Apples Internet-Chef Eddy Cue teilgenommen, der für den marktbeherrschenden Musik-Onlineladen iTunes zuständig ist. Apple und Beats wollten dazu keine Stellungnahme abgeben.

In Branchenkreisen wird seit längerem darüber gesprochen, dass Apple sein iTunes-Angebot mit einem Musik-Streaming-Dienst ergänzen will. iTunes bietet eine Vielzahl von Musiktiteln zum Kauf an. Die Firma Beats, die sich mit Qualitäts-Lautsprechern einen Namen machte, hat bisher eine Partnerschaft mit Apple-Rivale HTC.

Die wichtigsten Akteure bei Apple

Tim Cook

Apple-Gründer Steve Jobs holte den Computermanager Tim Cook 1998 zu Apple und vertraute ihm die Führung des operativen Geschäfts an. Der Südstaatler mit der weichen Stimme ordnete die Produktions- und Vertriebskette radikal neu und machte Apple zu einer effizienten Geldmaschine, die Jobs’ kühne Visionen umsetzen kann. Im August 2011 übernahm der heute 51-jährige Cook permanent die Konzernführung. Er setzte eigene Akzente: Apple ist merklich offener in der Kommunikation geworden, auch was die Arbeitsbedingungen bei seinen chinesischen Zulieferern angeht. Ein revolutionäres Produkt wie das iPhone hat er bislang aber nicht vorstellen können.

Jony Ive

Der britische Designer Jonathan „Jony“ Ive stieß schon Anfang der 90er-Jahre zu Apple. Doch erst als Jobs 1997 wieder die Führung übernahm, blühte Ive voll auf. Seine Abteilung bekam größere Räume in einem Hochsicherheitstrakt des Hauptquartiers und die Lizenz zum Experimentieren. Aus Ives Labor stammen Innovationen wie die aktuellen Notebooks aus einem Stück Aluminium sowie das schlichte Design von iPhone, iPad und Mac. Viele Beobachter sehen am ehesten Ive als Jobs-Nachfolger, was die Zukunftsvisionen angeht. In seiner aktuellen Rolle als Verantwortlicher für das Design von Geräten wie auch der Software kommt er dieser Führungsrolle nahe.

Eddy Cue

Der Manager ist „Feuerwehrmann“ für brenzlige Angelegenheiten. Der Chef der iTunes-Plattform musste bereits den schlecht gestarteten Speicherdienst MobileMe retten – und machte die funktionierende iCloud daraus. Er soll auch die misslungenen Apple-Karten fit machen und den oft kritisierten persönlichen Assistenten Siri verbessern. Schon 2011 bekam Cue die Führung des gesamten Bereichs Internet-Software und Dienste übertragen. Damit ist er Chef über den iTunes Store, den App Store und den Büchershop iBooks. Mit dem Online-Speicher iCloud zeichnet er für einen Schlüsselbereich für die Zukunft von Apple verantwortlich.

Phil Schiller

Der „Senior Vice President“ für Marketing übernimmt stets die Präsentation der neuen Geräte – vom iPhone 5 bis zum iPad mini. Alle neuen erfolgreichen Produkte von Apple sind unter Schillers Regie vermarktet worden. Firmenchef Tim Cook tritt bei Produktvorstellungen meist in den Hintergrund und überlässt die Präsentation Schiller.

Erst am Dienstag hatte Beats mitgeteilt, für Daisy eine Finanzierung in Höhe von 60 Millionen Dollar sichergestellt zu haben. Das Geld kommt unter anderem von Warner-Music-Eigner Len Blavatnik und dem australischen Financier James Packer. Daisy soll Ende des Jahres an den Start gehen.

Die Musikindustrie kämpft seit Jahren mit sinkenden Einnahmen aus dem Verkauf von CDs. Angesichts des Booms bei Smartphones und Tablet erwärmen sich viele Unternehmen dafür, mit den Gebühren für Musik-Streaming-Dienste Geld zu verdienen. Dabei kauft der Hörer die Musik nicht, kann sie jedoch online immer wieder abrufen. Es gibt Gerüchte, dass auch Google und Amazon in diesem Bereich Fuß fassen wollen. Bekannte Anbieter bisher sind Spotify und Pandora.

Von

rtr

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