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16.07.2015

06:39 Uhr

Streamingdienst

Netflix erobert die Welt

VonAstrid Dörner

Die aktuellen Geschäftszahlen zeigen: Der Streaming-Dienst Netflix wächst schneller als geplant, vor allem dank der vielen Eigenproduktionen. Demnächst sollen Netflix-Filme auch in die Kinos kommen.

Die „House of Cards“-Schauspieler Robin Wright, Kevin Spacey, Michael Kelly (v.l.). ap

Netflix auf der Euphoriewelle

Die „House of Cards“-Schauspieler Robin Wright, Kevin Spacey, Michael Kelly (v.l.).

New YorkReed Hastings wählt ein Outfit mit Botschaft. Zur Veröffentlichung der überraschend guten Halbjahreszahlen trägt der Netflix-Chef einen mintgrünen Pullover, auf dem ein Pferdekopf prangt. Es ist der Star aus der Eigenproduktion „BoJack Horseman“, die am Freitag in die zweite Staffel geht. Und es ist ein Signal an die Konkurrenz aus der klassischen Film- und Fernsehwelt. Netflix weiß, wie man die Kunden ködert.

Während sich in den USA und in vielen andern Teilen der Welt die Zuschauer vom klassischen Fernsehen abwenden, laufen Netflix die Kunden zu. Im zweiten Quartal durchbrach der Streaming-Dienst aus dem kalifornischen Los Gatos die Marke von weltweit 65 Millionen Kunden. In den USA gewann Netflix 900.000 neue Abonnenten – 300.000 mehr als ursprünglich geplant. Im Ausland kamen 2,4 Millionen Kunden dazu.

Grund seien vor allem die vielen neuen Eigenproduktionen, in die Netflix seit Jahren kräftig investiert. Der Dienst hat sich mit der preisgekrönten Polit-Serie „House of Cards“ einen Namen gemacht und zeigt nun, dass das längst kein Einmal-Erfolg ist.

„Wir sind sehr ermutigt von dem Erfolg unser eigenen Inhalte – auch außerhalb der USA“, lobte Ted Sarandos, der bei Netflix die Inhalte verantwortet. Dem Unternehmen zufolge seien vor allem die Doku-Serie „Chef’s Table“ und „Dragons: Race to the Edge“ aus den Dreamworks-Studios besonders gut gelaufen.

Streaming-Dienste

Nutzen statt besitzen

Beim Musik-Streaming werden Songs direkt aus dem Internet abgespielt, statt sie auf die Geräte herunterzuladen. Dafür werden die Dateien in viele kleine Pakete zerlegt und in einem konstanten Strom aufs Gerät übertragen. Fans können damit Musik nutzen, ohne sie zu besitzen.

Marktführer Spotify

Es ist ein noch relativ kleines aber schnell wachsendes Geschäft. Größter Anbieter ist die schwedische Firma Spotify mit aktuell 15 Millionen zahlenden Kunden und 45 Millionen Gratis-Nutzern. Es gibt aber auch zahlreiche andere Dienste – allein in Deutschland gibt es 15 Anbieter, darunter Radio und Deezer und Apple Music.

Volle Auswahl für 10 Euro

Die meisten Anbieter setzen auf ein Abo-Modell: Für einen monatlichen Betrag gibt es den Zugriff auf ein Angebot aus Millionen Songs. Die Paketpreise beginnen bei fünf Euro, für rund 10 Euro bekommen Nutzer oft auch eine Offline-Funktion. In einigen Fällen können Musikfans eine werbefinanzierte Variante mit weniger Funktionen auch kostenlos nutzen.

Erfolg im zweiten Versuch

Schon vor rund zehn Jahren versuchten verschiedene Anbieter, Abo-Dienste zu etablieren – der Durchbruch kam aber erst mit der Verbreitung von Smartphones und allgegenwärtigen schnellen Datenverbindungen.

Mäßiger Sound

Als eine Schwäche gilt bei Musik-Enthusiasten die starke Kompression, die nötig ist, um die Dateien möglichst sparsam durch die Netze zu kriegen. Das kann die Sound-Qualität drücken.

Stand: Januar 2015

Im vergangenen Quartal starteten zudem eine neue Staffel der erfolgreichen Gefängnisserie „Orange Is the New Black“, Marvels „Daredevil“ und die Science-Fiction-Serie „Sense8“. Genaue Zuschauerzahlen veröffentlicht Netflix nicht. Doch das Unternehmen verriet so viel:

Drei Tage, nachdem im Juni die neue Staffel von „Orange Is the New Black” startete, wurden auf Netflix weltweit so viele Stunden gestreamt wie nie zuvor – und das, obwohl Netflix mit den Basketball-Finalspielen der NBA und mit der letzte Folge von „Game of Thrones“ konkurrierte, die beim Erzrivalen HBO lief.

Amerikanischer TV-Markt: Fernsehen à la Carte

Amerikanischer TV-Markt

Premium Fernsehen à la Carte

Streaming-Dienste krempeln den amerikanischen TV-Markt komplett um; Experten sprechen von einem „Wendepunkt für die gesamte Fernsehindustrie“. Die Big Player folgen dem Trend. Es wird eng für den Vorreiter Netflix.

Netflix habe in den vergangenen Monaten auch verstärkt spanisch-sprachige Serien und Filme ins Programm aufgenommen, die nun besonders stark von Zuschauern in den USA abgerufen würden. „Netflix profitiert von einer starken Technologie, und von einem breiten Angebot an guten Inhalten“, attestiert Analyst Barton Crockett von FBR Capital Markets.

Kommentare (1)

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Herr Pat James

16.07.2015, 14:22 Uhr

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