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03.06.2011

02:30 Uhr

Streit um Firmengründung

Facebook wirft Zuckerberg-Kläger Betrug vor

Erneut tobt ein Kampf um Facebook-Anteile: Ein Holzhändler behauptet, Mitgründer des Onlinenetzwerks zu sein. Firmenchef Mark Zuckerberg weist das unter Eid zurück.

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg. Quelle: Reuters

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg.

New YorkFacebook wirft dem Mann, der Anspruch auf bis zu 80 Prozent an dem weltgrößten Online-Netzwerk erhebt, Betrug vor.

Der ehemalige Holzpellet-Händler Paul Ceglia behauptet, im Jahr 2003 mit Facebook-Gründer Mark Zuckerberg einen Online-Dienst mit dem Namen thefacebook.com geplant zu haben. Zuckerberg habe ihn jedoch schließlich ausgebootet und Facebook alleine aufgezogen. Ceglia untermauerte seine Version der Geschichte mit der Kopie eines Vertrages sowie mehrerer E-Mails. Facebook kontert nun, dies seien Fläschungen.

Zuckerberg erklärte jetzt unter Eid, er habe nie den von Ceglia präsentierten Vertrag unterzeichnet und auch nie die vorgelegten E-Mails geschrieben oder erhalten. „Der Vertrag ist mit der „Ausschneiden-Reinkleben“-Technik erstellt worden, die E-Mails sind komplette Fälschungen und diese ganze Klage ein Betrug“, hieß es in einem Gerichtsdokument von Facebook am Donnerstag.

Ein Dokumenten-Experte habe festgestellt, dass es zwischen den Seiten 1 und 2 des angeblichen Vertrages erhebliche Unterschiede gebe, was auf eine Fälschung hinweise. Zudem habe eine Auswertung der E-Mail-Server von Harvard, von Zuckerberg zu der Zeit studierte, ergeben, dass dort nie solche E-Mails umgeschlagen worden seien.

Zuckerberg sei zwar tatsächlich von Ceglia angeheuert worden - es sei aber nur um Programmierer-Arbeiten für dessen Website StreetFax gegangen, einen Dienste mit Fotos von Straßenkreuzungen für Versicherungsfirmen. Von Facebook oder einem ähnlichen Namen sei nie die Rede gewesen. Ceglia behauptet, er habe ein Anrecht auf die Hälfte an Facebook sowie weitere 30 Prozent als Vertragsstrafe dafür, dass Zuckerberg die vereinbarten Arbeiten nicht erledigt habe. Angesichts des heutigen geschätzten Wertes von bis zu 80 Milliarden Dollar für Facebook wäre Ceglias damalige Investition von 2000 Dollar ein phänomenales Geschäft geworden.

Ceglia ist nicht der einzige, der ein Stück Facebook haben will. So gehen die Zwillinge Tyler und Cameron Winklevoss seit Jahren gegen Zuckerberg vor. Sie behaupteten, er habe ihnen die Idee für Facebook geklaut. Einen Vergleich mit dem Online-Netzwerk wollen sie jetzt aufkündigen, weil Facebook sie dabei angeblich über den Tisch gezogen habe.

dpa

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