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28.05.2013

13:47 Uhr

Streit um Suchmaschine

EU drängt Google zu mehr Zusagen

Im Kartellstreit mit der EU muss der Internetriese Google nachlegen. Brüssel verlangt von Google weitere Zusagen an die Konkurrenz. Sonst droht eine Milliarden-Geldbuße. Jetzt ist der US-Konzern am Zug.

Google auf einem Tablet-PC: Das Kartellverfahren läuft bereits seit 2010. AFP

Google auf einem Tablet-PC: Das Kartellverfahren läuft bereits seit 2010.

BrüsselDie EU erhöht den Druck auf Google: Im Streit um Googles Suchmaschinen-Geschäft verlangt die EU-Kommission von dem Internetriesen mehr Zugeständnisse, um einer Milliarden-Strafe zu entgehen. „Wir werden Google wahrscheinlich (...) auffordern, seine Vorschläge nachzubessern“, sagte EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia am Dienstag im Brüsseler Europaparlament.

Der Vorwurf in dem Kartellverfahren lautet, dass Google bei der Anzeige von Suchergebnissen eigene Dienste vor Konkurrenzangeboten bevorzugt. Dabei geht es etwa um spezialisierte Bereiche wie den Kartendienst Maps, Preisvergleiche oder die Hotelsuche. Konkurrenten wie Microsoft hatten sich über diese ihrer Meinung nach unlauteren Geschäftspraktiken in Brüssel beschwert. Google hat in europäischen Ländern zum Teil über 90 Prozent Marktanteil bei der Internet-Suche.

Auf Druck aus Brüssel hatte der US-Konzern angeboten, fünf Jahre lang eigene Dienste deutlicher zu markieren und mehr Links zu Webseiten der Wettbewerber anzuzeigen. Insgesamt machte der Konzern in vier Punkten - auch der Werbung - Zusagen. Diese reichen Brüssel aber nicht aus.

Googles wichtigste Geschäfte

Vielzahl an Produkten

Google Suche, Gmail, Google Maps, der Online-Speicher Google Drive, das Smartphone-Betriebssystem Android mit dem App-Store Google Play und, und, und: Die Liste der Google-Dienste wird immer länger. Und in seinen geheimen Labs arbeitet der Konzern an einem selbstfahrenden Auto oder Ballons, über die entlegene Gegenden mit Internet-Zugängen versorgen sollen.

Hochprofitable Suche

Wenn es aber um das Geldverdienen geht, ist Google vom Geschäft mit Online-Werbung abhängig. Fast 90 Prozent des Umsatzes stammen aus diesem Segment, ein Großteil aus der Internet-Suche. In der Bilanz wird sonst nur noch ein Segment mit dem wenig aussagekräftigen Titel „Other“ (Anderes) aufgelistet.

Android

Googles Betriebssystem Android dominiert den Smartphone-Markt. Es hilft dem Konzern, seine Dienste fürs mobile Internet zu verbreiten, sorgt mit dem Play Store mit Apps, Filmen und Musik aber auch für wachsende Einnahmen. Experten vermuten, dass diese den Großteil des „sonstigen“ Umsatzes ausmachen.

Google Appsl

Um sich aus der Abhängigkeit aus den Werbeeinnahmen zu befreien, hat Google in den vergangenen Jahren immer wieder Initiativen gestartet, etwa kostenpflichte Anwendungen für Firmen. Das Office-Paket Apps for Business und die E-Mail-Plattform sind Kernbestandteile der Geschäftskundenstrategie. Google Apps generiert Umsatz aus monatlichen Gebühren.

Google+

Soziale Netzwerke sind viele Internet-Nutzer zum ersten Anlaufpunkt im Internet geworden. Facebook ist hier mit Abstand die Nummer 1, Google will dem Marktführer mit Google+ Paroli bieten. Dass der Konzern den riesigen Abstand aufholt, ist allerdings unwahrscheinlich.

Cloud Computing

Ob Gmail, Google Docs oder Google Drive: Google-Dienste laufen nicht auf dem lokalen Rechner, sondern im Rechenzentrum. Der Konzern hat eine große Expertise in Sachen Cloud Computing, die er auch vermarkten will: Firmen können Rechenleistung oder Speicher bei dem Konzern mieten.

Chrome OS

Google will mit Chrome OS ein neuartiges Betriebssystem für Computer etablieren – es setzt voll aufs Internet und ruft Daten und Dienste aus der „Wolke“ ab. Mit dem System will das Unternehmen seine Produkte verbreiten. Bislang ist die Verbreitung von Chrome OS allerdings noch überschaubar.

Rivalen wie die Unternehmensinitiative ICOMP und die Organisation Fairsearch halten die Zugeständnisse für zu schwach. Konkurrenten, Verbände und Nutzer erhalten laut EU-Kommissar Almunia nun bis Ende Juni einen Monat mehr Zeit, um die Zusagen zu kommentieren. Er hofft, eine Einigung mit Google zu erzielen, „so dass wir die Probleme bis Jahresende gelöst haben werden“. Falls nicht, werde er nicht zögern, „eine negative Entscheidung zu treffen“.

Die EU-Kommission hatte im November 2010 ein Kartellverfahren gegen Google eröffnet und droht mit einer hohen Geldbuße von maximal zehn Prozent des Umsatzes. Brüssel will verhindern, dass der US-Konzern seine Marktposition missbraucht. In den USA waren ähnliche Ermittlungen der amerikanischen Wettbewerbshüter für Google glimpflicher ausgegangen.

In Europa gehen die Konkurrenten inzwischen auch gegen das Google-Betriebssystem Android für Smartphones und Tablets vor. Ihre Beschwerden liegen in Brüssel vor. „Wir haben noch nicht entschieden, ob wir eine öffentliche Untersuchung zu dieser Sache eröffnen“, sagte Almunia.

Von

dpa

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

28.05.2013, 14:05 Uhr

Sorry an den Autor dieses Artikels, aber ich muß meinen Frust über die zunehmende Zensur im HB loswerden (und ein bischen paßt es ja hier zum Thema auch).

Gerade habe ich den untenstehenden Kommentar zum "ungehobenen Schatz an Migranten" schreiben wollen, da merkte ich beim Abschicken, daß die Kommentarfunktion gerade in diesem Moment wieder geschlossen wurde (und zwar ohne daß es irgendwelchen extreme Kommentare gab).
Man bemerke die Ironie des Ganzen, weil ich gerade im Kommentar loben wollte, daß diese Funktion hier offen blieb. Der Kommentar:

Es sei hier mal ausdrücklich gelobt, daß die Kommentarfunktion bei diesem Migrationsartikel, ein Reizthema also, angeschaltet blieb - was heutzutage nicht mehr Standard ist.
Nicht nur im Handelsblatt, sondern offenbar auch in anderen Medien des deutschen fünf- oder sechsköpfigen Medienkartells findet nämlich seit ca. 2 Wochen wieder ein Anlauf zur verstärten Zensur bei den grün- bzw. blausozialistischen (blau=EU) Lieblingsthemen statt. Vielleicht ist es ja auch schon vorauseilender Gehorsam gegenüber dem diskutierten EU-Vorhaben EU-feindliche Meinungen unter Strafe zu stellen (ja genau so wie im Mittelalter - wobei ich nicht weiß, ob auch der Scheiterhaufen als Strafe vorgesehen ist).
Möglicherweise wurde dies auch im Hinblick auf die Bundestagswahl ganz oben so vereinbart.

Dem möchte ich nur noch den in einem Blog (mittlerweile die 5 Gewalt und dringend nötig) gefundenen Kommentar hinzufügen: "Zensur ist die letzte Verteidigungslinie eines untergehenden Regimes"

Mintkatze

29.05.2013, 11:51 Uhr

Zu diesem Thema muss ich ganz ehrlich sagen, hat die EU-Kommission hier dick eins auf die Finger verdient, weil die EU-Kommission in Ihrer Kurzsichtigkeit gar nicht merkt, wie sie von Microsoft und Nokia um den kleinen Finger gewickelt wird.

Denn diese Aussage der EU-Kommission, dass Microsoft und Nokia der Marktzutritt verwehrt würde, stimmt so einfach nicht. Microsoft und Nokia haben das Problem, dass deren Gerät und Systeme auf Grund einer großen Zahl von Alternativen total unattraktiv sind. Damit sägen sich die beiden sich selbst den Ast ab, der sie ernährt.

Aber auch dieser Vorgang der EU-Kommission gegen Googles Android ist überzogen und hat nichts mit Kartell zu tun, weil es auch hier massig Alternativen gibt und Google im Gegenteil überhaupt nicht seine marktbeherrschende Stellung missbraucht.

Dann fangen wir doch gleich mal an mit den Alternativen für die Google-Dienste.

Punkt eins: die Alternativen für die Google-Suchmaschine selbst:

http://www.growyn.com/

https://duckduckgo.com/

https://ixquick.com/

Punkt 2: die Alternativen für Google-Docs:

a) LibreOffice
b) OpenOffice
c) andere alternative Office-Pakete

Punkt 3: Alternativen zu Googles Picasa:
Auch hier gibt es massig Alternativen, die man nur mal nutzen müsste:

1. DigiKam
http://www.digikam.org/

2. Shotwell:
http://wiki.ubuntuusers.de/Shotwell

3. XnView:
http://www.xnview.de/

4. IrfanView:
http://www.irfanview.de/

Punkt 3: Alternativen zu Google-Earth:

1. Vizerra
2. Nasa World Wind
3. Flash Earth
4. Marble (ein KDE-Programm, dass aber auch sehr gut unter Gnome-Desktop/Cinnamon-Desktop/MATE-Desktop läuft)
5. Microsoft Bing Maps 3D

Hier mal die Programme in der Übersicht:

http://www.seitenreport.de/kb/-/5-spannende-alternativen-zu-google-earth.html

Mintkatze

29.05.2013, 12:11 Uhr

Dann zum Punkt 4: Alternativen zu Googles Browser Chromium:

1. Firefox
http://www.mozilla.org/en-US/firefox/all/

2. Seamonkey-Suit
http://www.seamonkey-project.org/releases/

3. Opera-Suit
a) Windows: http://www.opera.com/de/computer/windows
b) Linux: http://www.opera.com/de/computer/linux
4. Midori-Browser
5. Epiphany-Browser
6. Arora-Browser

Dann noch zum punkt 5: Alternativen für Googles Android:

1. Ubuntu for Phones:
http://www.golem.de/news/ubuntu-for-phones-ungewoehnliches-bedienungskonzept-1302-97771.html

2. Firefox-OS:
http://www.mozilla.org/de/firefox/partners/

3. Symabian:
http://de.wikipedia.org/wiki/Symbian-Plattform

4. BlackberryOS:
http://derstandard.at/1369264130875/Produktmanager-verraet-erste-Details-zu-BlackBerry-OS-102

Damit sind diese ganzen Behauptungen der EU-Kommission widerlegt, dass Google hier in diesen Gebieten seine marktbeherrschende Stellung missbrauchen würde! Das ist - wie gesehen - so einfach überhaupt nicht wahr!!

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