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25.01.2007

16:30 Uhr

Suche nach neuen Umsatzquellen

Mobilfunker müssen sich neu erfinden

VonSandra Louven

Die Mobilfunkmärkte in den Industrienationen sind gesättigt und die Preise im freien Fall: Die junge Branche droht, vom Wachstumsgaranten zur mäßig spannenden Industrie zu werden – es sei denn, den Anbietern gelingt es, sich neu zu erfinden.

Der Mobilfunkmarkt ist gesättigt. Nun müssen neue Umsatzquellen her. Foto: dpa Quelle: dpa

Der Mobilfunkmarkt ist gesättigt. Nun müssen neue Umsatzquellen her. Foto: dpa

DÜSSELDORF. „Der Markt steht vor einem Umbruch“, sagt Roman Friedrich von der Unternehmensberatung Booz Allen Hamilton. Die Mobilfunker müssten lernen, ihre Kunden besser zu verstehen und zu begreifen, welche Dienste sie ihnen zusätzlich zu Telefonaten auf dem Handy verkaufen können. „Die Mobilfunker haben jetzt das selbe Problem wie alle gesättigten Branchen – sie brauchen Innovationen und müssen eine Nachfrage dafür schaffen“, sagt Friedrich.

Das ist für die erfolgsverwöhnte Netzbetreibergemeinschaft neu. Bis vor zwei Jahren kannten ihre Nutzerzahlen nur einen Weg: steil nach oben. Mittlerweile besitzt fast jeder Deutsche ein Handy, und die Minutenpreise sinken. Die Branche arbeitet deshalb eifrig daran, das Handy zum Alleskönner zu machen; Telefonate sollen künftig nur noch eine von zahlreichen Anwendungen sein.

Das nächste Etappenziel ist, alle Dienste, die es im Internet gibt, auf das Handy zu holen. Die Mobilfunker versprechen sich davon nicht nur eine stärkere Nutzung des Mobiltelefons. Sie bitten auch die Betreiber der Web-Seiten zur Kasse, die sie in ihr Handy-Portal aufnehmen. „Inhaltelieferanten, die unsere Kunden oft anklicken, werden im Portal weiter oben angezeigt und zahlen einen Anteil ihres Umsatzes an uns. Bei erfolgreichen Seiten ist das ein ordentlicher Betrag“, berichtet Friedrich Joussen, Deutschlandchef von Vodafone, erfreut.

Während Vodafone den Fokus auf das eigene Handy-Portal legt, setzt Branchenführer T-Mobile stärker auf das freie Surfen im Internet. Marktforscher warnen jedoch davor, Web-Inhalte einfach nur mobil zu machen. Kunden hätten unterwegs andere Bedürfnisse als vor dem PC, sagt Niek von Veen vom Marktforscher Forrester Research. Sie wollten das Handy nicht für Online-Banking nutzen, sondern Restaurant-Adressen oder die aktuellen Bahnverspätungen nachschauen. Um herauszufinden, was genau die Kunden wollen, gehen die Netzbetreiber nach dem Prinzip Versuch und Irrtum vor: Sie bieten zahlreiche Dienste an, um zu sehen, welche die meiste Nachfrage generieren. So meldet O2 gute Resonanz mit einem „Communication Center“: Kunden können damit ihre Adress-Datenbank und ihre E-Mails sowohl vom PC als auch vom Handy aus verwalten.

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