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02.06.2014

08:40 Uhr

Suchmaschine

Google will Milliarden in Satelliten investieren

Mit Satelliten will Google auch für Menschen in abgeschiedenen Regionen einen Internetzugang ermöglichen. Laut eines Medienberichts würde das Unterfangen Milliarden Kosten. Es wäre nicht das erste Projekt dieser Art.

Google für die Welt: Der Internetkonzern plant Satelliten, die auf der ganzen Erde einen Online-Zugang ermöglichen. dpa

Google für die Welt: Der Internetkonzern plant Satelliten, die auf der ganzen Erde einen Online-Zugang ermöglichen.

New YorkDer US-Konzern Google will angeblich eine Milliardensumme in ein Netz aus Satelliten investieren, um auch in abgeschiedenen Regionen der Erde stabilen Internetzugang zu ermöglichen. Das noch nicht vollends ausgereifte Projekt würde zunächst mit 180 Klein-Satelliten beginnen, die im Orbit auf geringerer Höhe als gewöhnliche Satelliten schweben könnten, wie das „Wall Street Journal“ (WSJ) am Sonntag unter Berufung auf eingeweihte Kreise berichtete.

Die Kosten des Projekts würden der ungenannten Quelle zufolge - je nach Aufwand - zwischen gut einer Milliarde Dollar (730 Millionen Euro) und mehr als drei Milliarden Dollar liegen. Für ein ähnliches Programm namens „Loon“ testete Google bereits solarbetriebene Ballons, um von diesen aus Signale zur Erde zu schicken und so auch in abgelegenen Gegenden das Internet verfügbar zu machen.

Die Einkaufsliste von Google

DeepMind

Die neueste Errungenschaft von Google ist das britische Start-up DeepMind, das sich mit künstlicher Intelligenz beschäftigt. Schon seit langem wurde spekuliert, Google könnte zu Methoden der künstlichen Intelligenz greifen, um große Datenbestände besser auszuwerten. Im Januar 2014 hat der Konzern dann zugegriffen.

Motorola

Im Sommer 2011 kaufte Google für 12,5 Milliarden Dollar den Handy-Hersteller Motorola. Es war die erste große Transaktion, um Google auch im Hardware-Geschäft zu etablieren. Nach weniger als zwei Jahren stieß der Konzern das Geschäft aber wieder ab und verkaufte es an den chinesischen Elektronikhersteller Lenovo. Die meisten Patente zum Schutz seines Betriebssystems Android behielt Google indes.

Nest

Erst 2011 ging das Start-up Nest an den Start, überzeugte aber mit seinen elektronischen Haushaltsprodukten wie Thermostaten oder Rauchmeldern. Anfang 2014 schlug Google zu und verleibte sich die Firma für 3,2 Milliarden Dollar ein.

Doubleclick

Im Online-Werbemarkt ist Google ein Gigant. Um die eigene Position zu festigen, griff der Konzern im Jahr 2007 zu und kaufte für 3,1 Milliarden Dollar den Vermarktungsspezialisten Doubleclick.

YouTube

Für damals abenteuerlich erscheinende 1,65 Milliarden Dollar kaufte Google im Oktober 2006 die Online-Videoplattform YouTube. Seit Jahren ist es eine erfolgreiche Plattform zum Vertrieb von Video-Anzeigen.

Waze

Fast eine Milliarde Dollar war Google im Sommer 2013 der israelische Spezialist für Navigationssoftware Waze wert. Mit der Software können von unterwegs in Echtzeit Informationen über Verkehrsstörungen übertragen werden.

Android

Ein Beispiel für einen kleineren Zukauf mit großen folgen, war die Akquisition der Firma Android im August 2005 – für geschätzte 50 Millionen Dollar. Der Name setzte sich durch und wurde zum heute allgegenwätigen Google-Betriebssytem für mobile Geräte.

Zagat

Einer der bekanntesten Herausgeber von Restaurantführern kam im Herbst 2011 unter die Google-Fittiche. Für etwa 150 Millionen Dollar kaufte Google Zagat, eine Firma, die Nutzerkritiken zu Restaurant und Geschäften sammelte und aufbereitete. Die Informationen flossen in den Kartendienst Google Maps ein.

Boston Dynamics

Der Roboter-Hersteller sorgte im Internet für Aufsehen mit einem Roboter, der sich wie eine Katze fortbewegt – und das in respektabler Geschwindigkeit und mit großer Wendigkeit. Seit Ende 2013 gehört das Unternehmen zu Google. Der Kaufpreis ist nicht bekannt.

Skybox Imaging

Google stärkt im Juni 2014 seine digitalen Kartendienste mit dem Kauf des Satelliten-Spezialisten Skybox Imaging, der Bilder aus dem All in hoher Auflösung erstellt. Der Preis liegt bei 500 Millionen Dollar in bar.

Wie das „WSJ“ berichtet, leitet Greg Wyler das geplante Unterfangen. Er ist Gründer des Start-ups O3b, das sich mit der Kommunikation von Satelliten beschäftigt. Wyler kam erst vor kurzem zu Google und brachte nach Angaben des Journals auch den Technologiechef seiner Firma mit. Zudem soll Google zusätzlich Ingenieure von der Satellitenfirma Space Systems/Loral angeheuert haben, berichtet ein Insider. Zu Wylers Team sollen insgesamt zehn bis 20 Mitarbeiter gehören.

Es ist der neuste Versuch eines Internetkonzerns, mit Hilfe aus der Luft das Geschäft auf dem Boden anzukurbeln. Erst im April gab Google den Kauf des US-Solardrohnen-Herstellers Titan Aerospace bekannt, um sich so Zugang zu „Millionen“ Internetnutzern in abgeschiedenen Gebieten zu verschaffen. Die Drohnen-Prototypen der Firma funktionieren mit Solarenergie und können sich über fünf Jahre in einer Höhe von knapp 20 Kilometern halten. Sie funktionieren ähnlich wie geostationäre Satelliten, sind aber kostengünstiger. Auch Facebook versucht sich in dem Bereich und will mit Drohnen seine Nutzer erreichen.

Eine Google-Sprecherin bestätigte gegenüber des Journals, dass Google „Hunderten von Millionen“ Menschen Internet bringen wolle. „Ein Netzzugang bereichert das Leben der Menschen signifikant“, so die Sprecherin. Trotzdem hätten zwei Drittel der Weltbevölkerung keine Möglichkeit, online zu gehen. Zu den Details des Vorhabens wollte sie sich laut „WSJ“ nicht weiter äußern.

Von

afp

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

02.06.2014, 10:43 Uhr

Google schreitet stetig und entschlossen zur Weltherrschaft voran und unsere unfähigen und "dummen" Politiker in Brüssel und Berlin merken es nicht einmal. Jahrelang ließen sie Google einfach gewähren obwohl zweifelsfrei ein Monopol abzusehen war. Dabei war das geheule bei Microsoft seinerzeit riesengross und die Beteuerungen gigigantisch, das SOWAS nie wieder passieren würde. Kein Wunder, das die Bürger die Politiker verachten...

Account gelöscht!

02.06.2014, 10:51 Uhr

Ein Segen für die Entwicklungsländer!
Es wäre vermutlich eines der wirksamsten Entwicklungshilfeprogramme überhaupt. Wenn man weiß, welche Vorteile z.B. das Mobilfunknetz für Afrika brachte; Wissen ist Macht; Wissen bezahlbar zugänglich für Alle; Dies wird die Entwicklung mit einer unglaublichen Wucht beschleunigen. Millionen von Schulabsolventen in den Entwicklungsländern stehen bereit die Bevormundung und Übervorteilung durch die Wissenden mit Macht abzulegen.

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