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10.06.2014

17:31 Uhr

Suchmaschinen

Datenschützer fordern einheitliche Standards für Löschentscheidungen

ExklusivSuchmaschinen im Internet müssen im Zweifel Verweise auf Internetseiten löschen – so will es ein EuGH-Urteil. Doch die Vorgaben gelten nur für Europa und nicht für die internationalen Angebote der IT-Konzerne.

In Europa muss Google einige Inhalte wieder vergessen, nicht aber in anderen Regionen – das ruft Datenschützer auf den Plan. Reuters

In Europa muss Google einige Inhalte wieder vergessen, nicht aber in anderen Regionen – das ruft Datenschützer auf den Plan.

BerlinDie Datenschützer aus Bund und Ländern sehen Suchmaschinenbetreiber wie Google in der Pflicht, gemeinsam Kriterien zu entwickeln, nach denen sie Löschgesuche von Internetnutzern umsetzen. Die Kriterien sollten „vor allem sicherstellen, dass keine Wertungsdifferenzen zwischen den unterschiedlichen Angeboten entstehen“, sagte der zuständige Hamburger Datenschutzbeauftragte, Johannes Caspar, dem Handelsblatt (Mittwochsausgabe).

Die Beauftragten hatten vergangenen Donnerstag bei einem Ad-hoc-Treffen über den Umgang mit dem jüngsten Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) beraten. Die Richter hatten Mitte Mai entschieden, dass Google die Persönlichkeitsrechte der Bürger achten und im Zweifel Verweise auf Internetseiten löschen muss. Das Urteil gilt auch für Konkurrenten des Marktführers wie Microsoft oder Yahoo.

Die Einkaufsliste von Google

DeepMind

Die neueste Errungenschaft von Google ist das britische Start-up DeepMind, das sich mit künstlicher Intelligenz beschäftigt. Schon seit langem wurde spekuliert, Google könnte zu Methoden der künstlichen Intelligenz greifen, um große Datenbestände besser auszuwerten. Im Januar 2014 hat der Konzern dann zugegriffen.

Motorola

Im Sommer 2011 kaufte Google für 12,5 Milliarden Dollar den Handy-Hersteller Motorola. Es war die erste große Transaktion, um Google auch im Hardware-Geschäft zu etablieren. Nach weniger als zwei Jahren stieß der Konzern das Geschäft aber wieder ab und verkaufte es an den chinesischen Elektronikhersteller Lenovo. Die meisten Patente zum Schutz seines Betriebssystems Android behielt Google indes.

Nest

Erst 2011 ging das Start-up Nest an den Start, überzeugte aber mit seinen elektronischen Haushaltsprodukten wie Thermostaten oder Rauchmeldern. Anfang 2014 schlug Google zu und verleibte sich die Firma für 3,2 Milliarden Dollar ein.

Doubleclick

Im Online-Werbemarkt ist Google ein Gigant. Um die eigene Position zu festigen, griff der Konzern im Jahr 2007 zu und kaufte für 3,1 Milliarden Dollar den Vermarktungsspezialisten Doubleclick.

YouTube

Für damals abenteuerlich erscheinende 1,65 Milliarden Dollar kaufte Google im Oktober 2006 die Online-Videoplattform YouTube. Seit Jahren ist es eine erfolgreiche Plattform zum Vertrieb von Video-Anzeigen.

Waze

Fast eine Milliarde Dollar war Google im Sommer 2013 der israelische Spezialist für Navigationssoftware Waze wert. Mit der Software können von unterwegs in Echtzeit Informationen über Verkehrsstörungen übertragen werden.

Android

Ein Beispiel für einen kleineren Zukauf mit großen folgen, war die Akquisition der Firma Android im August 2005 – für geschätzte 50 Millionen Dollar. Der Name setzte sich durch und wurde zum heute allgegenwätigen Google-Betriebssytem für mobile Geräte.

Zagat

Einer der bekanntesten Herausgeber von Restaurantführern kam im Herbst 2011 unter die Google-Fittiche. Für etwa 150 Millionen Dollar kaufte Google Zagat, eine Firma, die Nutzerkritiken zu Restaurant und Geschäften sammelte und aufbereitete. Die Informationen flossen in den Kartendienst Google Maps ein.

Boston Dynamics

Der Roboter-Hersteller sorgte im Internet für Aufsehen mit einem Roboter, der sich wie eine Katze fortbewegt – und das in respektabler Geschwindigkeit und mit großer Wendigkeit. Seit Ende 2013 gehört das Unternehmen zu Google. Der Kaufpreis ist nicht bekannt.

Skybox Imaging

Google stärkt im Juni 2014 seine digitalen Kartendienste mit dem Kauf des Satelliten-Spezialisten Skybox Imaging, der Bilder aus dem All in hoher Auflösung erstellt. Der Preis liegt bei 500 Millionen Dollar in bar.

Kritik übte Caspar an Googles Plänen, zu löschende Daten nur aus den europäischen Angeboten des Konzerns zu entfernen und nicht aus den Trefferlisten von google.com. „Eine datenschutzrechtliche Regionalisierung des Internets würde das Urteil nicht vollständig umsetzen, der Natur des Netzes widersprechen und den Rechten Betroffener nicht angemessen Rechnung tragen“, sagte er.

Kommentare (1)

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11.06.2014, 12:31 Uhr

Vielleicht sollten "die Datenschützer" auch mal nicht nur mit der Presse reden. Mit uns direkt hat noch keiner gesprochen und wir setzen es daher um (siehe Infos dazu in unserem Blog), wie wir es verstehen. Ich habe den Eindruck beim mediengefecht wird nur alibimäßig von "die Suchmaschinen" gesprochen aber eigtl. gehts nur um den aktuell modernen "Kampf gegen Google" - die hiesigen Angebote werden als Kollateralschaden sowieso unbeachtet gelassen ...

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