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17.01.2017

12:09 Uhr

Systematisches Abschreiben?

„Bild“ verklagt „Focus Online“

Die „Bild“-Zeitung verklagt „Focus Online“ wegen systematischen Abschreibens exklusiver Bezahl-Inhalte von „Bild plus“. Dies verstoße gegen das Urheberrechtsgesetz. Bild pocht auf Unterlassung und Schadensersatz.

„Bild plus“-Geschichten „systematisch und oft schon unmittelbar nach der Erstveröffentlichung“ verwertet? dpa

„Focus Online“

„Bild plus“-Geschichten „systematisch und oft schon unmittelbar nach der Erstveröffentlichung“ verwertet?

BerlinDie „Bild“-Zeitung hat beim Landgericht Köln eine Klage gegen „Focus Online“ eingereicht. Das Online-Medium schreibe systematisch exklusive Bezahlinhalte von „Bild plus“ ab und mache sie zum Teil des eigenen auf Reichweite zielenden Geschäftsmodells, teilte die „Bild“ am Dienstag mit. Das sei eine gezielte Behinderung des Geschäftsmodells eines Wettbewerbers und verletze außerdem das sogenannte Datenbankrecht nach Paragraf 87 des Urheberrechtsgesetzes.

Danach hat nur der Datenbankhersteller das Recht, die Inhalte einer Datenbank komplett oder zu einem wesentlichen Teil zu vervielfältigen, zu verbreiten und öffentlich wiederzugeben. Ein Sprecher von Hubert Burda Media sagte am Dienstag auf Anfrage, die Klage gegen „Focus Online“ liege in München noch nicht vor. Daher könne man sich noch nicht dazu äußern. Ein Sprecher des Landgerichts Köln bestätigte, eine entsprechende Klage (Az.: 14 O5/17) der Axel Springer SE sei am 12. Januar eingegangen. Es handle sich um eine „sehr umfangreiche Klageschrift“.

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Nach insgesamt 30 Jahren im Verlag und 15 Jahren als Chefredakteur und Herausgeber von "Bild" plant der 52-jährige Medienmann eine Zukunft außerhalb des Springer Verlags. Offenbar als Internet-Unternehmer.

„Bild“ hat nach eigenen Angaben über mehrere Monate sämtliche „Bild plus“-Artikel und deren exklusive Inhalte mit den kostenlosen Inhalten von „Focus Online“ abgeglichen. Dabei habe sich gezeigt, dass „Focus Online“ die „Bild plus“-Geschichten „systematisch und oft schon unmittelbar nach der Erstveröffentlichung“ für die eigene Homepage verwerte. „Das überschreitet die Grenze des Zulässigen“, sagte Rechtsanwalt Felix Stang, der in dem Verfahren die „Bild“-Zeitung vertritt, der Deutschen Presse-Agentur.

„Bild“ klagt nun auf Unterlassung, verlangt Auskunft über die Arbeitsweise bei „Focus Online“ und will eine Schadenersatzfeststellung erreichen. „Das Ziel ist in erster Linie die Verteidigung des Geschäftsmodells, aber natürlich fordert „Bild“ auch die Zahlung von Schadenersatz“, sagte Stang. „Das lässt sich derzeit aber noch nicht beziffern.“

Chefredakteur Bild Digital Julian Reichelt teilte mit: „Für uns geht es hier um das Wertvollste, was wir als journalistische Marke haben: unsere mit eigenen Ressourcen recherchierten Inhalte.“ Reichelt zufolge habe „Bild“ einzelne Fälle gegenüber „Focus Online“ zunächst „im Guten kritisiert“, aber ohne Erfolg. „Leider mussten wir dann feststellen, dass „Focus Online“ systematisch vorgeht und unsere exklusiven Geschichten stiehlt und verwertet, um auf diese Weise kostengünstig, ohne jedes redaktionelle Investment, die eigene Reichweite zu erhöhen.“ Mit diesem Verhalten greife „Focus Online“ das Geschäftsmodell einer ganzen Branche an. „Dagegen müssen wir uns wehren.“

Von

dpa

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