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20.10.2015

20:07 Uhr

T-Mobile Niederlande

Telekom erwägt Verkauf von Niederlande-Tochter

Die Deutsche Telekom will sich auf Märkte konzentrieren, in denen sie Festnetz und Mobilfunk aus einer Hand anbieten kann. In den Niederlanden ist sie nur als Mobilfunkanbieter vertreten. Nun erwägt sie einen Ausstieg.

Auf dem niederländischen Mobilfunkmarkt spürt der Konzern den harten Wettbewerb durch Platzhirsch KPN und Vodafone. dpa

Deutsche Telekom

Auf dem niederländischen Mobilfunkmarkt spürt der Konzern den harten Wettbewerb durch Platzhirsch KPN und Vodafone.

FrankfurtDie Deutsche Telekom plant nach Aussagen von Branchen-Insidern den Verkauf ihrer Mobilfunktochter T-Mobile Niederlande für bis zu fünf Milliarden Euro. Ein Ausstieg würde in die Strategie der Telekom passen, sich auf Märkte zu konzentrieren, in denen Festnetz und Mobilfunk aus einer Hand angeboten werden können, sagten zwei mit den Überlegungen der Telekom vertraute Personen am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters.

Mit T-Mobile ist die Telekom in dem Land nur als Mobilfunkanbieter vertreten. Der Bonner Konzern wollte sich zu den Informationen nicht äußern.

Nach Aussagen einer der Personen ist die Telekom bereit, die Tochter zum Achtfachen des jährlichen Betriebsgewinns zu verkaufen. Voriges Jahr verdiente T-Mobile Niederlande operativ 630 Millionen Euro, womit der Preis bei rund fünf Milliarden Euro liegen würde. Beim Verkauf der britischen Tochter EE an BT konnten die Bonner eine ähnliche Bewertung erzielen.

Fakten zur Telekom

Spitzenreiter in Europa

Die Deutsche Telekom ist mit einem Jahresumsatz von über 60 Milliarden Euro eines der größten europäische Telekommunikationsunternehmen. Der Konzern beschäftigt rund 220.000 Mitarbeiter. Größte Tochter mit mehr als 22 Milliarden Euro Umsatz ist Telekom Deutschland. Außerdem ist die Deutsche Telekom in 12 weiteren Ländern vertreten.

Ein Erbe der Bundespost

Hervorgegangen ist der Konzern aus der Deutschen Bundespost. Um das Staatsunternehmen wettbewerbsfähig zu machen, wurde es von 1990 an in die Geschäftsbereiche Telekom, Postdienst und Postbank aufgeteilt und schrittweise privatisiert. Seit 1995 ist die Deutsche Telekom eine Aktiengesellschaft.

Ein Global Player ...

Der erste Vorstandsvorsitzende Ron Sommer versuchte, den ehemaligen Staatsbetrieb mit Zukäufen in aller Welt zum „Global Player“ zu machen. Heute ist die Deutsche Telekom in 50 Ländern vertreten und erlöst mehr als die Hälfte ihres Umsatzes im Ausland.

... mit Hoffnung auf die USA

T-Mobile US tat sich gegen die Marktführer AT&T und Verizon lange schwer. Seit dem Zusammenschluss mit dem Wettbewerber MetroPCS und unter der Führung des CEOs John Legere, ist die Kundenzahl wieder deutlich gewachsen, der Umsatz ebenso. Allerdings stehen auch hohe Investitionen an.

AG mit Staatsbeteiligung

Bei mehreren Börsengängen nahm die Telekom Milliarden ein. Dennoch ist der Staat immer noch beteiligt: Die Staatsbank KfW und der Bund halten zusammen 31,7 Prozent der Anteile. Der Anteil der einst hofierten Privatanleger ist auf unter 15 Prozent gefallen, den Rest halten institutionelle Anleger.

Die Telekom spürt auf dem niederländischen Mobilfunkmarkt den harten Wettbewerb durch Platzhirsch KPN und Vodafone: 2014 liefen über eine halbe Million Kunden zur Konkurrenz über. Mit 3,9 Millionen Handynutzern rangieren die Deutschen dort auf dem dritten Rang unter den Mobilfunkern. Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte zuerst über Verkaufspläne berichtet.

Von

rtr

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