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25.08.2011

15:41 Uhr

T-Mobile-Übernahme

US-Aufsicht knöpft sich AT&T vor

Mit der Übernahme T-Mobile will AT&T den Zugang zu schnellem mobilen Internet verbreiten. Die US-Kartellwächter prüfen nun, ob der Netzausbau ohne den Kauf der Telekom-Tochter nicht effizienter wäre.

Im März verkündete AT&T die Übernahme von T-Mobile USA. dapd

Im März verkündete AT&T die Übernahme von T-Mobile USA.

New YorkDie geplante Übernahme der Telekom-Tochter in den USA bringt den Telefon-Riesen AT&T in Erklärungsnot. Nachdem brisante Informationen über den 39 Milliarden Dollar schweren Deal versehentlich im Internet auftauchten, nimmt die mächtige Regulierungsbehörde FCC den Deal nun noch genauer unter die Lupe.

Die Aufsicht habe sich mit neuen Fragen zu dem Kauf gemeldet, sagte ein AT&T-Sprecher. „In diesem Fall geht es um unsere Zusage, nach Genehmigung der Übernahme 97 Prozent der Amerikaner mit dem schnellen Funkinternet-Standard LTE zu erreichen.“

Das ist eines der Hauptargumente von AT&T, um Kartellwächter und Politiker von der Übernahme zu überzeugen: Durch die Zusammenlegung der Handynetze der beide Mobilfunker könnten Millionen Amerikaner endlich schnell im Internet surfen. In den USA ein gewichtiges Versprechen, da es außerhalb der großen Städte häufig nur einen Internet-Anbieter gibt. Die Preise sind hoch, die Verbindungen langsam. In dünn besiedelten Gegenden gibt es überhaupt keine DSL- oder Kabel-Anschlüsse.

Mehr als ungelegen kommt AT&T ein vertraulicher Brief seiner Anwälte an die FCC, der vor kurzem im Internet auftauchte und von dem das „Wall Street Journal“ berichtete. Demnach veranschlagte der Konzern die Kosten für einen beinahe landesweiten Ausbau seines Mobilfunknetzes für schnelles Internet auf 3,8 Milliarden Dollar - ein Zehntel des Geldes, das nun für die T-Mobile USA auf den Tisch gelegt werden soll. Ein mit den Berechnungen vertrauter Insider sagte Reuters, dass die Zahl lediglich theoretischen Wert habe, da die Kosten für neue Funkfrequenzen nicht berücksichtigt seien.

Der Ausbau der Internetabdeckung ist ein erklärtes Ziel der FCC, die den T-Mobile-Verkauf zusammen mit dem Justizministerium prüft. Die Entscheidungen werden nächstes Jahr erwartet. Verbraucherschützer und Konkurrenten kritisieren, dass AT&T, der derzeit größte Telekom-Konzern der Welt, noch mächtiger werden und damit die Preise in die Höhe treiben könnte. AT&T könne sein Netz auch selbst für den neuen Datenstandard LTE ausbauen - eine Fusion sei nicht nötig, argumentierten sie. Auch einige US-Politiker haben sich gegen den Verkauf ausgesprochen.

Im März hatte die Telekom angekündigt, ihr schleppendes US-Geschäft zu verkaufen.  Zusammen hätten AT&T und T-Mobile etwa 130 Millionen Mobilfunk-Kunden - das sind gut 40 Prozent der gesamten US-Bevölkerung. Der derzeitige Marktführer Verizon Wireless zählt 100 Millionen Handy-Nutzer.

Von

rtr

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