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06.01.2016

15:14 Uhr

T-Mobile US

Telekom-Tochter gewinnt kräftig Kunden

Vorstandschef John Legere hat T-Mobile US dank milliardenschwerer Hilfe von der Deutschen Telekom wieder auf Vordermann gebracht. Das zahlt sich nun aus. Das Unternehmen lockte 2015 rund acht Millionen neue Kunden.

Mit der milliardenschweren Hilfe von der Deutschen Telekom und aggressiver Tarif-Angebote brachte er T-Mobile US wieder auf Vordermann. ap

John Legere

Mit der milliardenschweren Hilfe von der Deutschen Telekom und aggressiver Tarif-Angebote brachte er T-Mobile US wieder auf Vordermann.

FrankfurtDie Telekom-Tochter T-Mobile US ist voriges Jahr stürmisch gewachsen. 2015 sei die Zahl der Handynutzer insgesamt um 8,3 Millionen auf gut 63 Millionen gestiegen, teilte das Unternehmen aus Bellevue im Bundesstaat Washington am Mittwoch mit. In vierten Quartal lag das Kundenplus bei 2,1 Millionen. Damit lockt der drittgrößte Mobilfunkanbieter der Vereinigten Staaten seit knapp drei Jahren jedes Quartal mehr als eine Million neue Telefonnutzer.

Vorstandschef John Legere brachte das Unternehmen dank milliardenschwerer Hilfe von der Deutschen Telekom und aggressiver Tarif-Angebote wieder auf Vordermann. Der Bonner Konzern hält noch zwei Drittel der Anteile an seiner Tochter und will sich langfristig aus dem umkämpften US-Markt zurückziehen.

Fakten zur Telekom

Spitzenreiter in Europa

Die Deutsche Telekom ist mit einem Jahresumsatz von über 60 Milliarden Euro eines der größten europäische Telekommunikationsunternehmen. Der Konzern beschäftigt rund 220.000 Mitarbeiter. Größte Tochter mit mehr als 22 Milliarden Euro Umsatz ist Telekom Deutschland. Außerdem ist die Deutsche Telekom in 12 weiteren Ländern vertreten.

Ein Erbe der Bundespost

Hervorgegangen ist der Konzern aus der Deutschen Bundespost. Um das Staatsunternehmen wettbewerbsfähig zu machen, wurde es von 1990 an in die Geschäftsbereiche Telekom, Postdienst und Postbank aufgeteilt und schrittweise privatisiert. Seit 1995 ist die Deutsche Telekom eine Aktiengesellschaft.

Ein Global Player ...

Der erste Vorstandsvorsitzende Ron Sommer versuchte, den ehemaligen Staatsbetrieb mit Zukäufen in aller Welt zum „Global Player“ zu machen. Heute ist die Deutsche Telekom in 50 Ländern vertreten und erlöst mehr als die Hälfte ihres Umsatzes im Ausland.

... mit Hoffnung auf die USA

T-Mobile US tat sich gegen die Marktführer AT&T und Verizon lange schwer. Seit dem Zusammenschluss mit dem Wettbewerber MetroPCS und unter der Führung des CEOs John Legere, ist die Kundenzahl wieder deutlich gewachsen, der Umsatz ebenso. Allerdings stehen auch hohe Investitionen an.

AG mit Staatsbeteiligung

Bei mehreren Börsengängen nahm die Telekom Milliarden ein. Dennoch ist der Staat immer noch beteiligt: Die Staatsbank KfW und der Bund halten zusammen 31,7 Prozent der Anteile. Der Anteil der einst hofierten Privatanleger ist auf unter 15 Prozent gefallen, den Rest halten institutionelle Anleger.

Kaufinteressenten wie die US-Rivalen AT&T und Sprint sowie der französische Telefonkonzern Iliad sprangen nacheinander ab. Auch um den US-Bezahlfernsehanbieter Dish , der im Frühsommer ein Auge auf T-Mobile US warf, ist es still geworden. Weitere Anläufe für Übernahmen in der amerikanischen Mobilfunkbranche sind vorerst unwahrscheinlich, da im Frühjahr neue Handy-Frequenzen versteigert werden – in den Monaten um die Auktion sind Firmenkäufe laut US-Recht verboten.

Von

rtr

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