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14.01.2009

09:50 Uhr

Tarifverhandlungen

Verdi und Telekom verhandeln über Tarifgehälter

Für einen großen Teil der Beschäftigten der Deutschen Telekom beginnen heute die Gespräche über neue Tarifverträge. Die Gewerkschaft Verdi will 8,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt durchsetzen, weil sich die Telekom trotz Finanzkrise gut entwickle.

HB DÜSSELDORF. Die Deutsche Telekom mahnte die Arbeitnehmervertreter hingegen am Dienstag erneut, nicht zu übertreiben. Eine Forderung in dieser Höhe passe nicht in die Zeit. Zugleich zeigte sich die Telekom in ungewöhnlicher Manier aber noch vor dem ersten Gespräch zu Zugeständnissen bereit. Telekom-Personalchef Thomas Sattelberger hat bei einem maßvollen Abschluss eine Ausweitung des Kündigungsschutzes in Aussicht gestellt.

Doch Verdi will deutlich mehr Geld sehen. "Die Beschäftigten haben die Telekom wetterfest gemacht. Jetzt ist es an der Zeit, sie am wirtschaftlichen Erfolg teilhaben zu lassen", forderte Bundesvorstand Lothar Schröder. Eine "spürbare Gehaltserhöhung" stehe "eindeutig im Vordergrund".

Verhandelt wird für die Mitarbeiter der AG - sie umfasst im Wesentlichen das Festnetz- und Internetgeschäft und Zentrale - und der drei im Sommer 2007 gegründeten Service-Gesellschaften. Unter den gut 100 000 Mitarbeitern sind rund 50 000 Beamte, die nach Vorstellung von Verdi einen Ausgleich erhalten sollen, wenn das Tarifgehalt stärker steigt als deren Besoldung erhöht wurde.

Zuletzt hatte es für die AG-Beschäftigten im November 2006 drei Prozent mehr Lohn und Gehalt gegeben. Begleitet vom ersten Streik in ihrer Geschichte hatte die Telekom daraufhin 50 000 Festnetzmitarbeiter in Service-Gesellschaften ausgegliedert. Mit der Auslagerung waren Gehaltseinbußen von 6,5 Prozent verbunden, die die Telekom eigentlich nur bis Ende des vergangenen Jahres komplett abfedern wollte. Auf die anstehende Gehaltssenkung für die Mitarbeiter um 2,17 Prozent hat die Telekom noch vor Verhandlungsbeginn verzichtet.

Als Ausgleich für längere Arbeitszeiten und weniger Geld sind die Mitarbeiter in den Service-Gesellschaften bis Ende 2012 vor betriebsbedingten Kündigungen geschützt. In der AG gilt ein Kündigungsschutz bis Ende des laufenden Jahres. Kündigungsschutz sei in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ein hohes Gut, erklärte die Telekom. "Es ist für uns daher überraschend, dass Verdi sich bislang ablehnend zu diesem Angebot geäußert hat."

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