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11.11.2014

17:36 Uhr

Taylor Swift vs. Spotify

Musik-Streamingdienst wehrt sich gegen Vorwürfe

Taylor Swift sorgte für breite Aufmerksamkeit, als sie ihre Musik vom Online-Dienst Spotify abzog. Ihr Vorwurf: Spotify bezahle die Musiker nicht fair. Das will das Unternehmen nicht auf sich sitzen lassen.

US-Sängerin Taylor Swift wirft dem Streamingdienst Spotify vor, Künstlern zu wenig zu bezahlen. Spotify bestreitet das und gibt der Plattenindustrie die Schuld. ap

US-Sängerin Taylor Swift wirft dem Streamingdienst Spotify vor, Künstlern zu wenig zu bezahlen. Spotify bestreitet das und gibt der Plattenindustrie die Schuld.

StockholmDer Musik-Streamingdienst Spotify verteidigt sich gegen den Vorwurf von Sängerin Taylor Swift, Musikern zu wenig Geld zu bezahlen. Spotify habe seit der Gründung zwei Milliarden Dollar an die Musikbranche überwiesen, davon allein eine Milliarde seit dem vergangenen Jahr, argumentierte Firmenchef Daniel Ek am Dienstag. Er schob den schwarzen Peter an die Musikkonzerne weiter: „Wenn dieses Geld nicht schnell und transparent an die kreative Community fließt, ist das ein großes Problem“.

Swift hatte zur Veröffentlichung ihres neuen Albums „1989“ ihre gesamte Musik von Spotify zurückgezogen. Danach erklärte sie der Webseite „Yahoo Music“, sie wolle ihre Werke nicht einem Experiment überlassen, bei dem Künstler nicht fair bezahlt würden. Diesen Vorwurf richteten schon andere Künstler gegen Spotify und ähnliche Dienste. Mit Tarifen wie 0,6 US-Cent pro Song-Abruf könnten Musiker nicht überleben, so die Kritiker.

Ek konterte, Spotify schaffe zusätzliche Einnahmen dort, wo sonst die Musikpiraterie herrschen würde. Es sei nicht erwiesen, dass Streaming-Dienste den Verkauf von CDs und Downloads drückten. Schließlich sei deren Absatz etwa in Kanada kontinuierlich gesunken, dort sei Spotify bis vor kurzem aber noch gar nicht aktiv gewesen.

Streaming-Dienste

Nutzen statt besitzen

Beim Musik-Streaming werden Songs direkt aus dem Internet abgespielt, statt sie auf die Geräte herunterzuladen. Dafür werden die Dateien in viele kleine Pakete zerlegt und in einem konstanten Strom aufs Gerät übertragen. Fans können damit Musik nutzen, ohne sie zu besitzen.

Marktführer Spotify

Es ist ein noch relativ kleines aber schnell wachsendes Geschäft. Größter Anbieter ist die schwedische Firma Spotify mit aktuell 15 Millionen zahlenden Kunden und 45 Millionen Gratis-Nutzern. Es gibt aber auch zahlreiche andere Dienste – allein in Deutschland gibt es 15 Anbieter, darunter Radio und Deezer und Apple Music.

Volle Auswahl für 10 Euro

Die meisten Anbieter setzen auf ein Abo-Modell: Für einen monatlichen Betrag gibt es den Zugriff auf ein Angebot aus Millionen Songs. Die Paketpreise beginnen bei fünf Euro, für rund 10 Euro bekommen Nutzer oft auch eine Offline-Funktion. In einigen Fällen können Musikfans eine werbefinanzierte Variante mit weniger Funktionen auch kostenlos nutzen.

Erfolg im zweiten Versuch

Schon vor rund zehn Jahren versuchten verschiedene Anbieter, Abo-Dienste zu etablieren – der Durchbruch kam aber erst mit der Verbreitung von Smartphones und allgegenwärtigen schnellen Datenverbindungen.

Mäßiger Sound

Als eine Schwäche gilt bei Musik-Enthusiasten die starke Kompression, die nötig ist, um die Dateien möglichst sparsam durch die Netze zu kriegen. Das kann die Sound-Qualität drücken.

Stand: Januar 2015

Swift verkaufte von „1989“ über 1,2 Millionen Kopien in der ersten Woche. Das sei zuletzt einem Musiker im Jahr 2002 gelungen, betonte Ek. „Die Hörgewohnheiten der Menschen haben sich verändert“ - und das lasse sich nicht zurückdrehen. Spotify hat nach aktuellen Angaben 50 Millionen Nutzer, von denen 12,5 Millionen eine Abo-Gebühr bezahlten.

Von

dpa

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