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29.07.2013

13:07 Uhr

Technik-Experte geht

Apple baut die Führungsspitze um

Macht sich bei Apple Nervosität breit? Der iPhone-Hersteller beruft mit Bob Mansfield eine wichtige Führungskraft ab. Eine Begründung nannte der Konzern nicht. Mansfield trug sich aber schon länger mit Abschiedsgedanken.

Umbau bei Apple: Der iPhone-Hersteller beruft den langjährigen Manager Bob Mansfield ab. Reuters

Umbau bei Apple: Der iPhone-Hersteller beruft den langjährigen Manager Bob Mansfield ab.

DüsseldorfIst es ein Zeichen für Unruhe – oder will nur ein verdienter Mitarbeiter kürzertreten? Apple baut seine Führungsspitze erneut um: Der langjährige Manager Bob Mansfield verlässt das Leitungsteam, wie eine Apple-Sprecherin gegenüber mehreren Medien bestätigte. Er werde aber weiter an nicht näher benannten „Spezialprojekten“ arbeiten. Der für seine Geheimhaltung bekannte Konzern hatte den Abgang nicht offen kommuniziert, sondern nur auf Nachfrage bestätigt. Mansfields Biografie war von der Firmenseite mit hochrangigen Mitarbeitern entfernt worden.

Gründe für den Abgang nannte das Unternehmen zunächst nicht. Die Entscheidung fällt in einer Zeit, in der Investoren auf vollkommen neue Produkte drängen. Apple erwirtschaftet zwar nach wie vor Rekordumsätze, doch das Wachstum ist fast zum Erliegen gekommen, der Gewinn sogar gesunken. Anleger hoffen daher, dass die Firma auf neue Märkte vordringt, um wieder so stark zu wachsen wie in den Jahren nach der Einführung von iPhone und iPad.

Die wichtigsten Akteure bei Apple

Tim Cook

Apple-Gründer Steve Jobs holte den Computermanager Tim Cook 1998 zu Apple und vertraute ihm die Führung des operativen Geschäfts an. Der Südstaatler mit der weichen Stimme ordnete die Produktions- und Vertriebskette radikal neu und machte Apple zu einer effizienten Geldmaschine, die Jobs’ kühne Visionen umsetzen kann. Im August 2011 übernahm der heute 51-jährige Cook permanent die Konzernführung. Er setzte eigene Akzente: Apple ist merklich offener in der Kommunikation geworden, auch was die Arbeitsbedingungen bei seinen chinesischen Zulieferern angeht. Ein revolutionäres Produkt wie das iPhone hat er bislang aber nicht vorstellen können.

Jony Ive

Der britische Designer Jonathan „Jony“ Ive stieß schon Anfang der 90er-Jahre zu Apple. Doch erst als Jobs 1997 wieder die Führung übernahm, blühte Ive voll auf. Seine Abteilung bekam größere Räume in einem Hochsicherheitstrakt des Hauptquartiers und die Lizenz zum Experimentieren. Aus Ives Labor stammen Innovationen wie die aktuellen Notebooks aus einem Stück Aluminium sowie das schlichte Design von iPhone, iPad und Mac. Viele Beobachter sehen am ehesten Ive als Jobs-Nachfolger, was die Zukunftsvisionen angeht. In seiner aktuellen Rolle als Verantwortlicher für das Design von Geräten wie auch der Software kommt er dieser Führungsrolle nahe.

Eddy Cue

Der Manager ist „Feuerwehrmann“ für brenzlige Angelegenheiten. Der Chef der iTunes-Plattform musste bereits den schlecht gestarteten Speicherdienst MobileMe retten – und machte die funktionierende iCloud daraus. Er soll auch die misslungenen Apple-Karten fit machen und den oft kritisierten persönlichen Assistenten Siri verbessern. Schon 2011 bekam Cue die Führung des gesamten Bereichs Internet-Software und Dienste übertragen. Damit ist er Chef über den iTunes Store, den App Store und den Büchershop iBooks. Mit dem Online-Speicher iCloud zeichnet er für einen Schlüsselbereich für die Zukunft von Apple verantwortlich.

Phil Schiller

Der „Senior Vice President“ für Marketing übernimmt stets die Präsentation der neuen Geräte – vom iPhone 5 bis zum iPad mini. Alle neuen erfolgreichen Produkte von Apple sind unter Schillers Regie vermarktet worden. Firmenchef Tim Cook tritt bei Produktvorstellungen meist in den Hintergrund und überlässt die Präsentation Schiller.

Bob Mansfield wollte allerdings schon im vergangenen Jahr in Ruhestand gehen. Apple-Chef Tim Cook konnte den damals 55-Jährigen jedoch davon überzeugen, zu bleiben. Bei einem massiven Umbau der Führungsspitze, mit dem Chef-Designer Jony Ive deutlich mehr Einfluss bekam, übernahm Mansfield eine neue Technologiesparte für Mobilfunktechnik und Chipentwicklung. Eine üppige Bezahlung könnte bei der Entscheidung geholfen haben: Mit einem Gehalt von 85 Millionen Dollar – ein Großteil in Form von Aktienoptionen – war der Apple-Veteran nach Angaben der Nachrichtenagentur Bloomberg einer der bestbezahlten Manager der USA.

Mansfield stieß 1998 zu Apple und hatte lange Zeit eine tragende Rolle inne. Lange leitete er die Entwicklung der Mac-Computer und verantwortete 2005 den strategisch wichtigen und erfolgreichen Übergang zu Prozessoren von Marktführer Intel. Auch an der Entwicklung von Geräten wie dem iPad war er beteiligt.

Ob Mansfield ersetzt wird und wer in diesem Fall die Aufgaben übernimmt, teilte Apple nicht mit. Der Hersteller hatte im März den Technik-Chef des Software-Spezialisten Adobe, Kevin Lynch, abgeworben. Der Cloud-Experte arbeitete unter Mansfield als Vizepräsident.

Von

chk

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