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23.01.2013

13:27 Uhr

Tele-Columbus-Übernahme

Kabel Deutschland macht Zusagen an Kartellamt

Wie kann Kabel Deutschland die Übernahme des Wettbewerbers Tele Columbus retten? Der Marktführer bietet den Verkauf bestimmter Firmenteile an, um das Kartellamt zu besänftigen. Die Antwort steht noch aus.

Gibt sich noch nicht geschlagen: Kabel Deutschland dapd

Gibt sich noch nicht geschlagen: Kabel Deutschland

MünchenMit Zugeständnissen an das Bundeskartellamt will der Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland die geplante Übernahme von Tele Columbus durchsetzen. Unter anderem sagte der größte deutsche Kabelnetzbetreiber den Wettbewerbshütern den Verkauf von Teilen der Netze zu. Dies betreffe die Tele Columbus-Netze mit den dazugehörigen Verträgen in Berlin, Dresden und Cottbus mit insgesamt 430 000 angeschlossenen Haushalten, teilte das Unternehmen am Mittwoch in München mit. Dadurch würde sich die Transaktion von den ursprünglich geplanten rund 2,1 Millionen angeschlossenen Haushalten um rund ein Fünftel verringern.

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Das Bundeskartellamt mahnt Kabel Deutschland und Tele Columbus ab.

Kabel Deutschland hatte die Übernahme von Tele Columbus im Mai vergangenen Jahres angekündigt und will mit dem Zukauf den Rivalen Unitymedia Kabel BW in dessen Verbreitungsgebiet angreifen. Der Kaufpreis für Tele Columbus sollte bei gut 600 Millionen Euro liegen. Das Bundeskartellamt hatte allerdings Bedenken gegen die Übernahme angemeldet. „Der Zukauf von Tele Columbus würde die gemeinsame Marktbeherrschung verstärken“, erklärte die Bonner Behörde, die Übernahmen in der Kabelbranche traditionell skeptisch gegenübersteht.

„Kabel Deutschland teilt die wettbewerbsrechtlichen Bedenken des Bundeskartellamts nicht, hat sich aber entschlossen, zu deren Überwindung die Veräußerung bestimmter Netze von Tele Columbus anzubieten“, erklärte das Unternehmen. Die Antwort soll bis zum 15. Februar erfolgen.

Tele Columbus versorgt rund 1,7 Millionen Kunden mit Kabelanschluss. Das Unternehmen ist überwiegend in Ostdeutschland sowie in Hessen und Nordrhein-Westfalen aktiv und war als letzter großer Kabelbetreiber noch zu haben war. Der deutsche Markt ist ansonsten verteilt: Als Marktführer versorgt Kabel Deutschland Haushalte in 13 Bundesländern mit Fernsehen, Telefon und Internet. Unitymedia Kabel BW ist in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg aktiv. Die beiden großen Kabelkonzerne verfügen in ihren Bundesländern über Gebietsmonopole – Konkurrenz machen sie sich untereinander nicht.

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