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19.02.2013

00:35 Uhr

Tele-Columbus-Übernahme

Kartellamt lässt Kabel-Deutschland-Deal platzen

Der Deal hätte den größten Kabelnetzbetreiber Deutschlands noch größer machen sollen. Doch das Kartellamt sagt nein - obwohl Kabel Deutschland mit Zusagen „an die Grenze des wirtschaftlich Vertretbaren“ gegangen sei.

Kabel Deutschland hält die Forderungen des Kartellamts für „wirtschaftlich nicht vertretbar“. dapd

Kabel Deutschland hält die Forderungen des Kartellamts für „wirtschaftlich nicht vertretbar“.

UnterföhringDie angepeilte Übernahme von Tele Columbus durch Kabel Deutschland ist geplatzt: Das Bundeskartellamt werde die Transaktion wohl untersagen, teilten die Unterföhringer am späten Montagabend mit.

Hintergrund ist ein Streit zwischen dem Kabelnetzbetreiber und der Behörde über das Ausmaß des Rückzugs von Kabel Deutschland aus Ostdeutschland.

Tele-Columbus-Übernahme: Kabel Deutschland macht Zusagen an Kartellamt

Tele-Columbus-Übernahme

Kabel Deutschland macht Zusagen an Kartellamt

Der Kabelnetzbetreiber will mit Zugeständnissen die Bedenken des Kartellamts zerstreuen.

Das Unternehmen habe die Veräußerung von Tele-Columbus-Netzen in Berlin, Dresden und Cottbus angeboten, hieß es in der Mitteilung. Das Bundeskartellamt fordere demgegenüber, dass Kabel Deutschland fast 60 Prozent der zu erwerbenden Netze in Ostdeutschland veräußere und damit doppelt so viel wie von Kabel Deutschland für den Fall der Genehmigung zugesagt habe. Diese Forderung sei aber wirtschaftlich nicht vertretbar.

„Wir bedauern, dass das Bundeskartellamt trotz unserer umfangreichen Zusagen, mit denen wir bis an die Grenze des wirtschaftlich Vertretbaren gegangen sind, an seinen Bedenken festhält“, sagte Kabel-Chef Adrian von Hammerstein. Das Unternehmen werde nun den Fokus auf Wachstum ohne Übernahmen legen. Kabel Deutschland ist der größte deutsche Kabelnetzbetreiber mit rund 8,5 Millionen Kundenhaushalten.

Der Marktführer aus München hatte die gut 600 Millionen Euro schwere Transaktion im vergangenen Mai angekündigt. Tele Columbus ist vor allem in Ostdeutschland sowie in Hessen und Nordrhein-Westfalen aktiv.

Das Kartellamt steht Übernahmen in der Kabelbranche traditionell sehr skeptisch gegenüber. Die Expansionspläne von Kabel Deutschland stoppten die Beamten schon einige Male. Den Zusammenschluss des zweitgrößten deutschen Betreibers Unitymedia mit Kabel BW genehmigten sie nur unter weitreichenden Auflagen.

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