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24.08.2015

13:22 Uhr

Telefónica Deutschland

O2 prüft Zukunft seiner Call-Center

Telefónica Deutschland will 1600 Stellen sparen und prüft dafür mehrere Unternehmensbereiche – unter anderem die Call-Center. Drei Standorte sollen ausgegliedert werden. Was sich der Mobilfunkkonzern davon erhofft.

Telefónica Deutschland plant die Ausgliederung von drei Call-Centern. Reuters

O2 will sparen

Telefónica Deutschland plant die Ausgliederung von drei Call-Centern.

MünchenDer Mobilfunkkonzern Telefónica Deutschland mit seiner Marke O2 stellt seine deutschen Call-Center auf den Prüfstand. Zunächst werden drei Call-Center in Hamburg, Bremen und Nürnberg mit zusammen gut 2000 Mitarbeitern ausgegliedert, sagte ein Firmensprecher am Montag und bestätigte damit einen Bericht der „Rheinischen Post“.

Ziel sei es, die Call-Center als rechtlich selbstständige Einheiten zu führen und damit mit den vier weiteren Call-Centern in Rostock, Berlin, Potsdam und Essen vergleichbar zu machen. Nach einer Phase der Überprüfung will das Unternehmen dann im kommenden Jahr entscheiden, wie es mit den Call-Centern weitergeht.

Generell verlieren Telefonzentren für Unternehmen an Bedeutung, weil viele Kunden sich über einfache Fragen im Internet informieren und auch Verträge oder Rechnungen online einsehen. Die Mitarbeiter in den Call-Centern werden dadurch häufiger als früher mit anspruchsvolleren Fragen oder Problemen konfrontiert, für die sie ausgebildet sein müssen.

Telefónica Deutschland war im vergangenen Jahr mit E-Plus verschmolzen und dadurch zum größten Mobilfunkanbieter in Deutschland aufgerückt. Durch den Zusammenschluss erwartet der Konzern Einsparungen von mehr als fünf Milliarden Euro. Dazu soll auch der Abbau von 1600 Stellen, vor allem in München und Düsseldorf, beitragen. Mit den Arbeitnehmervertretern hatte sich das Unternehmen bereits Anfang des Jahres auf einen Sozialplan für den Stellenabbau bis zum Jahr 2018 geeinigt.

Kleines Mobilfunk-Lexikon

GSM

GSM, kurz für „Global System for Mobile Communication“, war der erste digitale Mobilfunkstandard. In Deutschland wurde er in den 1990er Jahren eingeführt. Heute noch ist GSM in vielen Ländern in Betrieb, auch hierzulande. Dank der guten Versorgung scheint der Standard momentan unverzichtbar.

Edge

Edge, kurz für „Enhanced Data Rates for GSM Evolution“, ist eine Erweiterung des GSM-Standards, die eine Datenübertragung mit bis zu 384 Kilobit/Sekunde erlaubt. Nach heutigen Maßstäben ist das langsam. Dafür steht der Satz „Ich habe nur Edge“, den man etwa auf Bahnreisen oft hört.

UMTS

„Universal Mobile Telecommunications System“ ist der Mobilfunkstandard der dritten Generation. UMTS ist in Deutschland und großen Teilen der Welt verbreitet und ermöglicht schnelle Datenübertragungen. Nutzer in einer Funkzelle müssen sich allerdings die Bandbreite teilen – trotz Erweiterungen beginnen die Netze, zu verstopfen.

HSPA

„High Speed Packet Access“ macht UMTS schneller: Statt Übertragungsraten von 384 Kilobit/Sekunde sind mit HSPA bis 14,4 Megabit/Sekunde möglich, der Upload wird auf bis zu 5,76 Mbit/s beschleunigt.

HSPA+

Und es geht noch schneller: HSPA+ ermöglicht Downloads mit bis zu 21 Megabit/Sekunde. Wenn Netzbetreiber und Endgerät zwei Verbindungen gleichzeitig aufbauen können, wird diese Rate noch einmal verdoppelt.

LTE oder 4G

Der Mobilfunkstandard der vierten Generation heißt LTE, kurz für „Long Term Evolution“. Er beschleunigt die Datenübertragung auf bis zu 100 Megabit pro Sekunde, die Weiterentwicklung Cat4 macht bis 150 Mbit/s möglich. 4G wird oft synonym für LTE benutzt.

Von

dpa

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