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11.05.2016

13:45 Uhr

Telefónica und Hutchison

Kein Anschluss unter dieser Nummer

VonCarsten Herz, Sandra Louven

Die EU-Kommission kippt den 13-Milliarden-Deal von Telefónica und Hutchison in Großbritannien. Die hoch verschuldeten Spanier hätten den Geldsegen gut gebrauchen können. Auch für die Aktionäre ist die Nachricht bitter.

Den Telefónica-Chef stellt der geplatzte Deal vor neue Probleme. Reuters

José Maria Álvarez-Pallete

Den Telefónica-Chef stellt der geplatzte Deal vor neue Probleme.

London/MadridAn Akribie hat es nicht gemangelt. Monatelang hatten der spanische Telefonkonzern Telefónica und der Hongkonger Milliardär Li Ka-Shing verhandelt, um im Januar 2015 die Übernahme der britischen Tochter O2 durch den chinesischen Mobilfunkanbieter Hutchison Whampoa zu vereinbaren. Doch knapp anderthalb Jahre später ist klar, dass die ganze Mühe umsonst war.

Die Europäischen Wettbewerbshüter haben den Milliardendeal, der in Großbritannien einen neuen Marktführer im Mobilfunkmarkt geschaffen hätte, nun gekippt. Es gebe die Sorge, dass für britische Mobilfunk-Kunden die Preise steigen und das Angebot schrumpfen könnte, sagte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager am Mittwoch in Brüssel. Der Deal hätte die Zahl der Anbieter auf der Insel von vier auf drei reduziert, was aus Sicht der Kartellwächter dem Wettbewerb geschadet hätte.

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Der Zusammenschluss von O2 und E-Plus hat den deutschen Mobilfunkmarkt durcheinandergewirbelt. Das Wegbrechen eines Anbieters hat den Preiskampf nicht erlahmen lassen – aber das Tarifangebot wird immer unübersichtlicher.

Vergeblich hatte Hutchison zuletzt versucht, mit Zugeständnissen die Übernahme des britischen Mobilfunkers noch zu sichern. Der geplatzte Deal wirbelt den umkämpften Telekommunikationsmarkt auf der Insel erneut durcheinander. Hutchison Whampoa, der in Großbritannien den Mobilfunkanbieter Three betreibt, hatte gehofft, mit dem Kauf der britischen O2 einen neuen Branchenprimus zu schmieden – und eine führende Rolle bei der Konsolidierung zu spielen.

Denn fast zeitgleich mit Hutchison hatte sich BT-Boss Gavin Patterson, der dem einstigen Staatsbetrieb einen radikalen Wandel verschrieben hat, mit der Übernahme der britischen Deutsche-Telekom-Beteiligung EE zum größten Mobilfunkanbieter im Land aufgeschwungen. Eine Position, die er dank Brüssel nun vorerst verteidigen kann.

Die größten Mobilfunker der Welt

Platz 12

Deutsche Telekom

Umsatz: 42,8 Milliarden Euro*
Mobilfunkanschlüsse: 146,9 Millionen*

*Quelle: Statista, GSMA Intelligence; Umsätze wurden von Britischem Pfund in Euro umgerechnet (Kurs 1,3899 Euro), Stand: Zweites Quartal 2014

Platz 10

Telenor Group (Norwegen)

Umsatz: 12,1 Milliarden Euro
Mobilfunkanschlüsse: 175,6 Millionen

Platz 9

China Telecom (China)
Umsatz: 22,2 Milliarden Euro
Mobilfunkanschlüsse: 180,2 Millionen

Platz 8

Orange Group (Frankreich)

Umsatz: 22,4 Milliarden Euro
Mobilfunkanschlüsse: 184,6 Millionen

Platz 7

VimpelCom Group (Niederlande)

Umsatz: 15,8 Milliarden Euro
Mobilfunkanschlüsse: 218,2 Millionen

Platz 6

Telefónica Group (Spanien)

Umsatz: 42,0 Milliarden Euro
Mobilfunkanschlüsse: 249,4 Millionen

Platz 5

América Móvil Group (Mexiko)

Umsatz: 35,5 Milliarden Euro
Mobilfunkanschlüsse: 266,9 Millionen

Platz 4

Bharti Airtel Group (Indien)

Umsatz: 11,0 Milliarden Euro
Mobilfunkanschlüsse: 287,2 Millionen

Platz 3

China Unicorn

Umsatz: 29,9 Milliarden Euro
Mobilfunkanschlüsse: 295,0 Millionen

Platz 2

Vodafone Group (Großbritannien)

Umsatz: 58,5 Milliarden Euro
Mobilfunkanschlüsse: 435,9 Millionen

Platz 1

China Mobile

Umsatz: 92,3 Milliarden Euro
Mobilfunkverbindungen: 790,6 Millionen

Der größte Verlierer der Absage dürfte indes der neue Telefónica-Chef José Maria Álvarez-Pallete sein. Wäre der Deal zustande gekommen, hätte er rund 13 Milliarden Euro in die Kassen des spanischen Telekommunikations-Unternehmens gespült. Es wäre ein Geldsegen gewesen, den der klamme Konzern gut hätte gebrauchen können.

Telefónica hat durch zahlreiche Zukäufe fast 50 Milliarden Euro Schulden angehäuft. Die Netto-Verschuldung der Spanier ist 3,02-Mal so hoch wie der operative Gewinn (Ebitda) und liegt im Branchenvergleich sehr hoch. Ziel des Konzerns ist, dieses Verhältnis mittelfristig auf 2,35 zu reduzieren.

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