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06.02.2014

16:56 Uhr

Telefonhersteller

Gigaset rutscht tiefer in die roten Zahlen

Schnurlostelefone sind nicht mehr gefragt – das bekommt Gigaset deutlich zu spüren. Der Telefonhersteller muss für 2013 einen Verlust in zweistelliger Millionenhöhe verbuchen. Jetzt will er etwas Neues probieren.

Gigaset-Produkte: Die frühere Siemens-Tochter hat seit langem mit Markteinbrüchen in seinem Geschäft mit Schnurlostelefonen zu kämpfen. dapd

Gigaset-Produkte: Die frühere Siemens-Tochter hat seit langem mit Markteinbrüchen in seinem Geschäft mit Schnurlostelefonen zu kämpfen.

MünchenDer Telefonhersteller Gigaset ist 2013 tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Allerdings erhofft der Konzern vom Einstieg in den Markt für Tabletcomputer und seinem strikten Sparprogramm künftig deutliche Verbesserungen. „Der Markt für Schnurlostelefone geht unvermindert stark zurück und schlägt sich auch 2013 im Geschäftsverlauf der Gigaset deutlich nieder.

Eine Trendwende ist im Markt nicht zu erkennen“, teilte Konzernchef Charles Fränkl am Donnerstag in München mit. Unter dem Strich verbuchte das Unternehmen einen Verlust von 35,5 Millionen Euro, der Umsatz schrumpfte auf Basis vergleichbarer Zahlen um elf Prozent auf 371,2 Millionen Euro.

Die frühere Siemens-Tochter hat seit langem mit Markteinbrüchen in seinem Geschäft mit Schnurlostelefonen zu kämpfen. Zusammen mit dem neuen Anteilseigner Goldin Fund soll der Einstieg in den Smartphone und Tablet-Computermarkt gelingen. „Damit eröffnen wir der Gigaset und ihren Beschäftigten dringend benötigte neue Perspektiven.

Der globale Smartphone-Markt

Gesamtmarkt

Der Smartphone-Markt wuchs 2013 rasant: Die Hersteller setzten laut dem Marktforscher Gartner 968 Millionen Geräte ab, ein Plus von 42,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt verkauften die Unternehmen 1,8 Milliarden Mobiltelefone, also erstmals mehr Smartphones als einfache Handys.

Samsung

Nach Stückzahlen ist inzwischen Samsung die unangefochtene Nummer eins unter den Smartphone-Herstellern. Die Südkoreaner verkauften im vergangenen Jahr nach Schätzungen der Marktforschungsfirma Gartner 300 Millionen Computer-Handys. Damit kam fast jedes dritte weltweit verkaufte Smartphone von Samsung, wobei der Marktanteil leicht sank. Insgesamt setzte der Konzern 444 Millionen Handys ab.

Apple

Apple war 2013 mit knapp 151 Millionen verkauften iPhones die Nummer zwei im Smartphone-Markt, der Marktanteil rutschte jedoch auf 15,6 Prozent ab.

LG

Fast gleichauf mit Huawei war LG Electronics. Der südkoreanische Hersteller verkaufte rund 46 Millionen Smartphones und verdoppelte fast damit den Absatz, der Markanteil liegt nun bei 4,8 Prozent. Einschließlich einfacher Mobiltelefone verkaufte LG 69 Millionen Geräte (3,8 Prozent Marktanteil).

Lenovo

Lenovo ist bislang vom chinesischen Heimatmarkt abhängig. Der Konzern verkaufte 2013 knapp 44 Millionen Smartphones (4,5 Prozent Marktanteil). Mit der Übernahme von Motorola dürfte der Konzern aber den Absatz künftig deutlich steigern.

ZTE

ZTE verkaufte im zweiten Quartal 10,1 Millionen Smartphones, ein deutliches Plus von 58 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Marktanteil liegt bei 4,2 Prozent. Insgesamt setzte der chinesische Hersteller 15,3 Millionen Handys ab.

Nokia

Nokia war 2013 mit 250 Millionen Geräten und 13,9 Prozent Marktanteil immer noch der zweitgrößte Handyhersteller, verlor aber weiter an Boden. Im lukrativen Smartphone-Markt läuft das Unternehmen unter „ferner liefen“. Die Gerätesparte übernimmt Microsoft.

Sonstige

Viele Unternehmen mit klangvollen Namen haben derzeit weniger als 4 Prozent Marktanteil, darunter Sony, HTC und Blackberry.

Die neuen Kategorien können jedoch zum jetzigen sehr frühen Zeitpunkt den Umsatzverlust im Kerngeschäft noch nicht kompensieren“, sagte Fränkl. Die komplette Bilanz für 2013 legt Gigaset Ende März vor.

Von

dpa

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