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26.02.2014

10:01 Uhr

Telefonica Deutschland

O2 leidet unter Preiskampf

Im Mobilfunkmarkt tobt weiter ein Preiskampf. Der geht auch an Telefonica Deutschland – besser bekannt als O2 – nicht spurlos vorüber. Nur dank des Verkaufs von Unternehmensanteilen fiel der Verlust nicht noch höher aus.

Zentrale von Telefonica Deutschland in München: Hart umkämpfter Mobilfunkmarkt. dpa

Zentrale von Telefonica Deutschland in München: Hart umkämpfter Mobilfunkmarkt.

FrankfurtTelefonica Deutschland bessert die Kasse angesichts des massiven Preiskampfs auf dem Mobilfunkmarkt mit dem Verkauf von Unternehmensteilen auf. Ende vorigen Jahres habe Telefonica eine Hosting-Tochter sowie sein Glasfasernetz in Hamburg verkauft, teilte das unter der Marke o2 bekannte Unternehmen am Mittwoch mit. Die beiden Deals schlugen sich positiv in der Bilanz der Vorjahres nieder: Das Betriebsergebnis (Oibda) ging deshalb nur um drei Prozent auf 1,24 Milliarden Euro zurück.

Ohne die Extraeinnahmen läge das Minus bei neun Prozent. Unter dem Strich verdiente Telefonica vergangenes Jahr 78 Millionen Euro – ein Einbruch um drei Viertel. Trotz des Gewinnrückgangs sollen für 2013 wie geplant rund 525 Millionen Euro an die Aktionäre ausgeschüttet werden – das sind je Aktie 47 Cent. Die Titel legten im frühen Handel um 0,8 Prozent auf 5,96 Euro zu.

Telefonica steckt wie seine Rivalen in der Zwickmühle: Die Firma muss die Preise senken, um Kunden bei der Stange zu halten, während gleichzeitig große Investitionen in den Ausbau des Mobilfunknetzes fällig werden. Zuletzt war Telefonica bei der Werbung von Kunden nicht erfolgreich: Die Zahl der O2-Handynutzer nahm im vierten Quartal um knapp 200.000 auf 19,4 Millionen ab. Die Münchner Firma ist der kleinste Mobilfunkanbieter in Deutschland.

Die größten Mobilfunker in Deutschland

Ein großer Markt

In Deutschland gibt es mehr als 113 Millionen Handyanschlüsse. Welche Marktanteile die Anbieter haben, hat das Statistikportal Statista auf Grundlage von Erhebungen der Marktforschungsinstitute Enigma, Ipsos, Ifak und Marplan ermittelt (Stand: Ende 2012).

T-Mobile

Jeder fünfte Handynutzer geht mit T-Mobile ins Netz (20,9 Prozent). Bei den Vertragskunden hält die Telekom-Tochter sogar einen Marktanteil von 24,3 Prozent.

Vodafone

Der britische Konzern kommt in Deutschland ebenfalls auf einen Marktanteil von 20,9 Prozent. Allerdings hat das Unternehmen weniger Vertragskunden als der Rivale aus Bonn (22,4 Prozent Marktanteil).

O2

Die Tochter des spanischen Telefónica-Konzerns – seit kurzem an der Börse notiert – ist in Deutschland die Nummer drei, sie hat einen Marktanteil von 13,5 Prozent.

E-Plus

Jeder zehnte Handynutzer (9,5 Prozent) ist Kunde bei E-Plus, einer Tochter des niederländischen KPN-Konzerns.

Aldi Talk

Der Discounter Aldi betreibt kein eigenes Netz, hat aber eine beachtliche Kundenbasis. 8,5 Prozent der Kunden telefonieren mit SIM-Karten des Einzelhändlers.

Base

Base ist die Billigmarke von E-Plus. 5,5 Prozent der Handynutzer telefonieren damit.

Sonstige

Jeweils weniger als 5 Prozent Marktanteil haben 1&1 (3,3 Prozent), Mobilcom-Debitel (2,8 Prozent), Tchibo (1,8 Prozent) und die Telekom-Marke Congstar (1,7 Prozent).

Einen konkreten Ausblick für das laufende Jahr gab Telefonica nicht. „Wir sind optimistisch für das Jahr 2014 und sehen deutliches Wertschöpfungspotential durch den geplanten Erwerb von E-Plus“, sagte Strategievorstand Markus Haas. Er leitet den Konzern seit kurzem zusammen mit Finanzchefin Rachel Empey. Der langjährige Vorstandschef Rene Schuster hatte Ende vorigen Monats überraschend seinen Hut genommen.

Telefonica will den Rivalen E-Plus für 8,6 Milliarden Euro schlucken. Die Brüsseler Wettbewerbshüter prüfen den Fall derzeit. Schnell dürfte das nicht gehen: Telefonica rechnet erst im Sommer 2014 mit dem Abschluss der Transaktion. Telefonica Deutschland gehört zum spanischen Telefon-Riesen Telefonica.

Von

rtr

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