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22.06.2013

12:56 Uhr

Telefonnummern einsehbar

Schwere Datenpanne bei Facebook

Massives Datenleck bei Facebook: Durch einen technischen Fehler sind Telefonnummern und Emailadressen von sechs Millionen Mitgliedern für andere Nutzer einsehbar gewesen – trotz korrekter Einstellung der Privatsphäre.

Facebook hat die Datensätze seiner Nutzer zu weit geöffnet. ap

Facebook hat die Datensätze seiner Nutzer zu weit geöffnet.

San Francisco/Menlo ParkDurch eine Software-Panne bei Facebook sind Kontaktdaten von schätzungsweise sechs Millionen Mitgliedern an andere Nutzer des Online-Netzwerks weitergegeben worden. Es handele sich um E-Mail-Adressen und Telefonnummern, teilte Facebook am späten Freitag mit. In den meisten Fällen seien die Informationen aber nur ein oder zwei Mal geteilt worden, hieß es. Betroffene Nutzer würden derzeit per E-Mail unterrichtet. Auch die Datenschutzbehörden in den USA, Kanada und Europa seien informiert worden. Facebook entschuldigte sich für die Panne.

Der Fehler geht auf eine Funktion zurück, mit der Vorschläge zur Kontaktaufnahme zwischen Bekannten oder Einladungen zu Facebook erstellt werden. Das Online-Netzwerk vergleicht dafür die von Nutzern hochgeladenen Adressbücher mit Kontaktdaten von Facebook-Mitgliedern. Dabei seien durch die Software-Panne zum Teil Adressbuch-Daten zusammen mit Profil-Informationen anderer Nutzer gespeichert worden. Wenn diese Mitglieder sich den Inhalt ihres Profils über die Download-Funktion von Facebook herunterluden, bekamen sie eventuell auch die fremden Adressbuch-Daten.

Facebook in Zahlen

Transparenz dank Börsengang

Facebook war lange verschwiegen, wenn es um die Geschäftszahlen ging. Das hat sich mit dem Börsengang im Mai 2012 geändert – nun muss das Unternehmen die Börsianer genau informieren. Die Dokumente offenbaren zudem einen Blick in die ersten Jahre des Sozialen Netzwerks. Die wichtigsten Erkenntnisse auf einen Blick.

Schon früh profitabel

In den ersten Jahren verlor Facebook zwar Geld – wie fast alle Startups. Doch schon 2009 erreichte das Unternehmen mit einem Gewinn von 229 Millionen Dollar die schwarzen Zahlen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr machte Facebook 7,9 Milliarden Dollar Umsatz aus Werbung und Online-Spielen und verdienten 1,5 Milliarden Dollar Gewinn. Damit hängt das Netzwerk Internet-Urgesteine wie AOL und Yahoo längst ab.

Werbung als wichtigste Geldquelle

Facebook macht sein Geld vor allem mit Werbung. Zuletzt lag der Anteil bei rund 90 Prozent. Der Rest resultiert vor allem daraus, dass Facebook an den Einnahmen aus Online-Spielen beteiligt wird. Im ersten Quartal 2014 schnellte der Umsatz um 72 Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar hoch, der Gewinn verdreifachte sich auf 642 Millionen Dollar.

Beispielloses Wachstum

Facebook hat ein beispielloses Wachstum hinter sich: Binnen zehn Jahren ist die Zahl der aktiven Nutzer auf 1,28 Milliarden gewachsen, das entspricht grob der Hälfte der globalen Internet-Population.

Zuckerberg hat die Kontrolle

Gründer und Firmenchef Mark Zuckerberg hat Facebook auch nach dem Börsengang fest im Griff. Er hält Aktien der Klasse B, die zehn Stimmen haben, während Anleger beim Börsengang nur A-Klasse-Aktien mit einer Stimme bekommen haben.

Dominant in aller Welt

Fast die ganze Welt ist blau: In beinahe allen Ländern ist Facebook das größte Soziale Netzwerk – nennenswerte Ausnahmen sind Russland und China, wo lokale Unternehmen dominieren.

Keine Chance für StudiVZ

Auch wenn StudiVZ lange vorne lag, ist Facebook in Deutschland inzwischen die unangefochtene Nummer 1. Nach jüngsten Schätzungen des Portals allfacebook.com hat Facebook hierzulande 27 Millionen aktive Mitglieder.

Riese Datenmengen

Facebook ist ein Daten-Riese: Das Soziale Netzwerk verarbeitet (nach Zahlen aus dem August) jeden Tag mehr als 500 Terabyte. Einen großen Teil machen die 300 Millionen Bilder aus, die die Nutzer hochladen.

„Es handelt sich dabei ausschließlich um Telefonnummern und E-Mail-Adressen von ihren Facebook-Freunden, auch wenn diese Facebook-Freunde beispielsweise die Sichtbarkeit ihrer E-Mail-Adresse für diese Person nicht erlaubt haben“, erklärte eine Sprecherin am Samstag.

Facebook habe erst kürzlich einen externen Hinweis auf den Fehler bekommen, hieß es in einem Blogeintrag. Die Download-Funktion wurde inzwischen deaktiviert. Es gebe keine Hinweise darauf, dass die Lücke gezielt ausgenutzt worden sei. Die Informationen seien für Werbekunden von Facebook oder Softeware-Entwickler nicht sichtbar gewesen.

Facebook hat mit Informationen von über 1,1 Milliarden Mitgliedern gewaltige Datenbestände angesammelt. Seit Jahren gibt es deshalb Sorgen wegen möglicher Datenpannen durch Software-Fehler. Das Online-Netzwerk betont, dass es mehrstufige Sicherheitssysteme installiert habe. „Auch mit einem starken Team kann kein Unternehmen Software-Fehler zu 100 Prozent ausschließen“, schränkte das Netzwerk in dem Blogeintrag ein.

Kommentare (10)

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keeper

22.06.2013, 09:12 Uhr

"Wer in den Kontoeinstellungen seines Facebook-Profils die Option „Freunde bearbeiten“ öffnet und dann in der linken Randspalte auf das Handy-Icon beziehungsweise „Kontakte“ klickt, sieht sein auf dem Facebook-Server gespeichertes Telefonbuch. Dort sind alle Telefonnummer hinterlegt, die Freunde in ihren Profilen freigegeben haben. Zusätzlich ist dort die komplette Kontakteliste des eigenen Mobiltelefons aufgelistet, sofern man Facebook jemals erlaubt hat, das Handy mit den Facebook-Kontakten zu synchronisieren."
http://stueber.welt.de/2011/08/15/facebook-speichert-handy-kontakte-seiner-nutzer/

soviel zu: "ich nutze den Scheiss eh nicht ..."

pool

22.06.2013, 09:57 Uhr

Wer schützt uns vor Leuten, die sich bei Facebook herumtreiben und solchen, die fremde Personalien im ganzen Netz verteilen? Das Internet als solches erfüllt einen ganzen Sack von Straftatbeständen, u.a. den der Begünstigung von Kriminalität.

Es gibt weder Daten-Lecks noch Daten-Pannen. Ein Auto kann eine Panne haben, wenn ein Reifen Luft verliert oder der Kolben klemmt.
Dass das Internet "Netz" heisst, sagt eigentlich schon alles. Es ist datendurchlässig in beide Richtungen. Praktisch müssten alle Programmierer, alle Nutzer, alle Geheimdienstler, alle alle Anbieter gute Kerle sein und gleichzeitig müssten auf der ganzen Welt dieselben Regeln gelten, an die sich ausnahmslos auch alle hielten, um das Netz dicht zu kriegen.




claudio0044

22.06.2013, 10:31 Uhr

WEr Facebook benützt muss nicht ganz dicht sein, so wie facebook auch.ndTA2j

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