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13.04.2016

15:55 Uhr

Telekom

Deutsche Mitarbeiter erhalten mehr Geld

Die Geschäfte der Telekom laufen derzeit dank der Tochter T-Mobile US gut. Nun haben auch die Mitarbeiter des Bonner Konzerns Grund zur Freude. Das Unternehmen hat sich mit Verdi auf eine Gehaltssteigerung geeinigt.

2015 steigerte die Telekom bei einem Umsatz von 69 Milliarden Euro den Überschuss um elf Prozent auf 3,3 Milliarden Euro. dpa

Telekom-Zentrale in Bonn

2015 steigerte die Telekom bei einem Umsatz von 69 Milliarden Euro den Überschuss um elf Prozent auf 3,3 Milliarden Euro.

FrankfurtDie 63 000 Tarifbeschäftigten und Auszubildenden der Deutschen Telekom bekommen in den nächsten zwei Jahren insgesamt 4,3 Prozent mehr Geld und einen Kündigungsschutz bis Ende 2018. Das beschlossen die Telekom-Arbeitgeber und die Gewerkschaft Verdi am Mittwoch in Bonn in der vierten Tarifrunde. Der Abschluss liegt damit deutlich unter der Verdi-Forderung von fünf Prozent für ein Jahr, bringt den Beschäftigten angesichts der sehr niedrigen Inflation aber real spürbar mehr Geld ins Portemonnaie.

Fest- und Mobilfunkkunden der Telekom dürfen sich über den vergleichsweise schnellen Abschluss freuen, denn die Verdi-Warnstreiks der vergangenen Tage mit Tausenden Beteiligten hatten bereits für erste Wartezeiten etwa beim technischen Support geführt. Bei einer Ausweitung der Warnstreiks wären die Auswirkungen noch deutlich stärker gewesen.

Fakten zur Telekom

Spitzenreiter in Europa

Die Deutsche Telekom ist mit einem Jahresumsatz von über 60 Milliarden Euro eines der größten europäische Telekommunikationsunternehmen. Der Konzern beschäftigt rund 220.000 Mitarbeiter. Größte Tochter mit mehr als 22 Milliarden Euro Umsatz ist Telekom Deutschland. Außerdem ist die Deutsche Telekom in 12 weiteren Ländern vertreten.

Ein Erbe der Bundespost

Hervorgegangen ist der Konzern aus der Deutschen Bundespost. Um das Staatsunternehmen wettbewerbsfähig zu machen, wurde es von 1990 an in die Geschäftsbereiche Telekom, Postdienst und Postbank aufgeteilt und schrittweise privatisiert. Seit 1995 ist die Deutsche Telekom eine Aktiengesellschaft.

Ein Global Player ...

Der erste Vorstandsvorsitzende Ron Sommer versuchte, den ehemaligen Staatsbetrieb mit Zukäufen in aller Welt zum „Global Player“ zu machen. Heute ist die Deutsche Telekom in 50 Ländern vertreten und erlöst mehr als die Hälfte ihres Umsatzes im Ausland.

... mit Hoffnung auf die USA

T-Mobile US tat sich gegen die Marktführer AT&T und Verizon lange schwer. Seit dem Zusammenschluss mit dem Wettbewerber MetroPCS und unter der Führung des CEOs John Legere, ist die Kundenzahl wieder deutlich gewachsen, der Umsatz ebenso. Allerdings stehen auch hohe Investitionen an.

AG mit Staatsbeteiligung

Bei mehreren Börsengängen nahm die Telekom Milliarden ein. Dennoch ist der Staat immer noch beteiligt: Die Staatsbank KfW und der Bund halten zusammen 31,7 Prozent der Anteile. Der Anteil der einst hofierten Privatanleger ist auf unter 15 Prozent gefallen, den Rest halten institutionelle Anleger.

Nach der Einigung steigen die Gehälter rückwirkend zum 1. April 2016 um 2,2 Prozent und am 1. April 2017 um weitere 2,1 Prozent. Für niedrige Gehaltsgruppen gibt es vom April dieses Jahres an einen stärkeren Anstieg um 2,6 Prozent. Außerdem werden die Auszubildendengehälter angehoben. Der Tarifvertrag läuft bis zum Februar 2018.

Telekom-Personalvorstand Christian Illek sagte: „Der Abschluss ist insgesamt gut ausgewogen und in dieser Höhe für die Bereiche der Telekom Deutschland und der Konzernzentrale vertretbar.“ Der Verdi-Verhandlungsführer Michael Halberstadt sprach von einer „deutlichen Reallohnsteigerung für alle Beschäftigten bei gleichzeitiger Absicherung“.

Die Telekom hatte Ende Februar gute Zahlen sowie einen zweistelligen Anstieg von Umsatz und Gewinn präsentiert und rechnet auch für 2016 mit einer positiven Entwicklung. Das Unternehmen investiert Milliarden in den Breitbandausbau und die Modernisierung der Netze in Deutschland.

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