Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

29.12.2015

11:42 Uhr

Telekom, E-Plus, O2

Was Telefon- und Internetkunden 2016 erwartet

Eine wichtige Entscheidung für Viel-Telefonierer ist getroffen: 2016 sollen die Roaming-Gebühren bei Auslandsreisen deutlich sinken. Gilt das auch für die Preise hierzulande? Auf was Kunden sich einstellen müssen.

2016 soll das Telefonieren im Ausland deutlich günstiger werden. dpa

Roaming-Gebühren

2016 soll das Telefonieren im Ausland deutlich günstiger werden.

FrankfurtDer Zusammenschluss von E-Plus und Telefonica Deutschland (O2) vor gut einem Jahr hat den Mobilfunkmarkt in Deutschland durcheinandergewirbelt. Ob Verbraucher davon profitieren, ist allerdings fraglich.

Wie entwickelt sich der Mobilfunk-Markt ?

Auch nach der milliardenschweren Übernahme von E-Plus durch Telefónica Deutschland (O2) führt die Telekom das Feld gemessen am Umsatz weiter an. Sie hat Experten zufolge im Schnitt die höchsten Preise, aber auch die beste Netzqualität, wie der jüngste Test der Fachzeitschrift „Connect“ zeigt.

Kleines Mobilfunk-Lexikon

GSM

GSM, kurz für „Global System for Mobile Communication“, war der erste digitale Mobilfunkstandard. In Deutschland wurde er in den 1990er Jahren eingeführt. Heute noch ist GSM in vielen Ländern in Betrieb, auch hierzulande. Dank der guten Versorgung scheint der Standard momentan unverzichtbar.

Edge

Edge, kurz für „Enhanced Data Rates for GSM Evolution“, ist eine Erweiterung des GSM-Standards, die eine Datenübertragung mit bis zu 384 Kilobit/Sekunde erlaubt. Nach heutigen Maßstäben ist das langsam. Dafür steht der Satz „Ich habe nur Edge“, den man etwa auf Bahnreisen oft hört.

UMTS

„Universal Mobile Telecommunications System“ ist der Mobilfunkstandard der dritten Generation. UMTS ist in Deutschland und großen Teilen der Welt verbreitet und ermöglicht schnelle Datenübertragungen. Nutzer in einer Funkzelle müssen sich allerdings die Bandbreite teilen – trotz Erweiterungen beginnen die Netze, zu verstopfen.

HSPA

„High Speed Packet Access“ macht UMTS schneller: Statt Übertragungsraten von 384 Kilobit/Sekunde sind mit HSPA bis 14,4 Megabit/Sekunde möglich, der Upload wird auf bis zu 5,76 Mbit/s beschleunigt.

HSPA+

Und es geht noch schneller: HSPA+ ermöglicht Downloads mit bis zu 21 Megabit/Sekunde. Wenn Netzbetreiber und Endgerät zwei Verbindungen gleichzeitig aufbauen können, wird diese Rate noch einmal verdoppelt.

LTE oder 4G

Der Mobilfunkstandard der vierten Generation heißt LTE, kurz für „Long Term Evolution“. Er beschleunigt die Datenübertragung auf bis zu 100 Megabit pro Sekunde, die Weiterentwicklung Cat4 macht bis 150 Mbit/s möglich. 4G wird oft synonym für LTE benutzt.

Telefónica kümmert sich um die Zusammenschaltung der beiden Netze, die Manager Markus Haas als ein „in Europa einmaliges technisches Großprojekt“ bezeichnet – das bindet Kräfte.

Der Konzern will daher momentan lieber den wachsenden Datenhunger nutzen, um mehr Geld zu verdienen und den Marktanteil zu halten, als offensiv um neue Kunden zu werben. Grund dazu hätte vor allem Vodafone: Zuletzt lief das Geschäft spürbar schwächer als bei den anderen. Allerdings arbeitet das Unternehmen noch an der teuren Aufrüstung seines Netzes mit 24.000 Funkstationen.

Wie geht es mit den Preisen weiter?

Der Wettbewerb wird nach Einschätzung der Monopolkommission durch die Fusion gebremst. Die Mobilfunkpreise fallen in Deutschland also weniger stark als in der Zeit vor dem Zusammenschluss von O2 und E-Plus, aber sie gehen weiter zurück: Im November um 2,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Die Roaming-Gebühren fallen erst Mitte 2017 weg, werden aber 2016 bereits gesenkt.

Wettbewerbsexperten wie Daniel Zimmer von der Monopolkommission warnen aber davor, dass die Netzbetreiber im Gegenzug die Inlandstarife erhöhen könnten. Netzbetreiber und Regulierer verweisen dagegen darauf, dass die in Deutschland starken Mobilfunkprovider wie Freenet, United Internet und Drillisch mit niedrigen Preisen den Kampf um die Kunden in Gang halten.

Die Anbieter mit Marken wie Mobilcom-Debitel, 1&1 und Smartmobil haben keine eigenen Netze, sondern mieten Leitungen und bieten darüber eigene, oft günstigere Tarife an.

Wie steht Deutschland im europäischen Vergleich da?

Gerade bei Preisen für Datenverbindungen ist noch Luft nach unten. Denn im europäischen Vergleich fallen die Datenpakete, die man hierzulande je Euro bekommt, mickrig aus. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung der finnischen Unternehmensberatung Rewheel.

In Deutschland kann man demnach für 35 Euro neben einer Telefonie- und SMS-Flatrate gerade einmal zwei Gigabyte (GB) Daten pro Monat im schnellen Datenfunk LTE bekommen – in Frankreich sind es 50 Gigabyte.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×