Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

23.07.2013

10:31 Uhr

Telekom-Experte Gerpott im Interview

„Es könnte nicht mehr so schnell billiger werden“

VonMartin Dowideit

Zunächst wird das europäische Kartellamt die Fusion der Handy-Anbieter O2 und E-Plus prüfen. Keine leichte Entscheidung, sagt Torsten Gerpott, Professor an der Universität Dusiburg-Essen. Denn die Kunden könnten leiden.

O2-Schild in Berlin: Werden Kunden unter dem Kauf von E-Plus leiden? Reuters

O2-Schild in Berlin: Werden Kunden unter dem Kauf von E-Plus leiden?

Torsten Gerpott forscht rund um Marketing auf dem Telekommunikationsmarkt und der Führung von Telekom-Firmen. Im Interview gibt er eine erste Einschätzung zur geplanten Fusion von E-Plus und O2.

Ein Handy-Markt mit nur noch drei Anbieter, was bedeutet das für die Kunden?

Es ist unsicher, dass die Kunden von der Fusion von O2 und E-Plus profitieren werden.

Wird das Telefonieren also teurer?

Das habe ich nicht gesagt. Aber es könnte nicht mehr so schnell billiger werden wie in den vergangenen Jahren. Vor allem E-Plus hat sich ja als Preisbrecher etabliert. Gibt es nur noch drei etwa gleich starke Anbieter lehrt die Erfahrung, dass ein solcher Wettbewerb bis aufs Blut ausbleibt.

Torsten Gerpott, Professor für Telekommunikationswirtschaft an der Universität Duisburg-Essen. Pressefoto

Torsten Gerpott, Professor für Telekommunikationswirtschaft an der Universität Duisburg-Essen.

Sollte das Kartellamt den Zusammenschluss also verbieten? Mit über 40 Millionen Kunden springt E-Plus/O2 schließlich an Telekom und Vodafone vorbei auf Platz 1.

Das ist ein schwieriger Abwägungsprozess, da der Marktanteil über der Ein-Drittel-Schwelle läge. Ab dieser wird meist eine marktbeherrschende Stellung angenommen. Allerdings hätte die neue Firma die Mittel, um in neue Netze wie die Übertragungstechnologie LTE zu investieren und das könnte eher mehr Wettbewerb für Telekom und Vodafone bedeuten.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×