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07.02.2013

11:01 Uhr

Telekom-Konkurrent

Südeuropa-Geschäft belastet Vodafone

Der Mobilfunkriese Vodafone bekommt die Krise in Europa zu spüren. Insbesondere in den Schuldenstaaten Spanien und Italien läuft das Geschäft schlecht. In Deutschland plagt sich das Unternehmen mit der Regulierung.

Ein Vodafone-Laden in London: Der britischen Konzern will weiter die Kosten senken. dpa

Ein Vodafone-Laden in London: Der britischen Konzern will weiter die Kosten senken.

LondonDer britische Mobilfunkkonzern Vodafone leidet unter den Auswirkungen der Schuldenkrise in Europa. Der Erlös sei im dritten Quartal um zwei Prozent auf 11,38 Milliarden Pfund gefallen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Der Service-Umsatz, der Telefonate und mobiles Internet einschließt, lag mit 10,37 Milliarden Pfund 2,6 Prozent unter dem Vorjahr.

Vor allem die Entwicklung in den Schuldenstaaten Spanien und Italien machte sich bemerkbar, aber auch Deutschland und Großbritannien zeigten Schwächen. In der Region Südeuropa fiel der Service-Umsatz um 11,9 Prozent, in Mittel- und Nordeuropa um 0,9 Prozent. „Wir haben weiterhin schwierige Marktbedingungen in Europa und erwarten, dass das auch im kommenden Jahr so bleibt“, sagte Firmenchef Vittorio Colao. Robust entwickelte sich dagegen das Geschäft in Schwellenländern wie Indien und der Türkei.

Vodafone werde weiter die Kosten senken, betonte Colao – so fallen allein in Spanien 1000 Stellen weg. Gleichzeitig investiere die Firma in Wachstumsfelder, vor allem in Hochgeschwindigkeitsverbindungen mit dem neuen Datenstandard LTE. Für das im März endende Geschäftsjahr stellte Colao einen bereinigten operativen Gewinn in der oberen Hälfte der Spanne 11,1 bis 11,9 Milliarden Pfund in Aussicht. Dank des positiven Ausblicks legte der Aktienkurs um rund zwei Prozent zu.

Hoffnung setzt Vodafone in das Geschäft mit Datendiensten. Der Umsatz stieg um 12,8 Prozent auf 1,7 Milliarden Pfund. Bereits jeder dritte Kunde in Europa nutze ein Smartphone, betonte das Unternehmen.

Zahlen und Fakten zu Vodafone Deutschland

Der große Telekom-Konkurrent

Die Deutschland-Tochter des britischen Mobilfunkriesen Vodafone gibt gemeinsam mit der Deutschen Telekom in der Mobilfunkbranche den Ton an. Das Unternehmen mit heute rund 12.000 Beschäftigten residiert seit dem Start in Düsseldorf.

Der Mannesmann-Erbe

Hervorgegangen ist Vodafone Deutschland aus dem Mannesmann-Konzern, der Ende der 80er Jahre eine Mobilfunklizenz erworben hatte. Der Mobilfunk machte Mannesmann im folgenden Jahrzehnt zu einem der erfolgreichsten Unternehmen in Deutschland. Im Jahr 2000 schluckte Vodafone den Konzern nach einem harten Übernahmekampf – die Mobilfunksparte avancierte zur wichtigsten Tochterfirma der Briten.

Eine Größe in Deutschland

Mit einem Jahresumsatz von rund neun Milliarden Euro gehört Vodafone zu den Schwergewichten der deutschen Wirtschaft. Rund 40 Millionen Kunden nutzen Dienste des Anbieters: Zu 36,5 Millionen Mobilfunk-Nutzern kommen 3,4 Millionen DSL-Kunden.

Wachstum dank Firmen und LTE

Das klassische Mobilfunkgeschäft steht unter Druck – nicht zuletzt wegen der Regulierung und des harten Wettbewerbs. Ordentliche Zuwächse verzeichnet Vodafone in Deutschland mit Datendiensten und Firmenkunden.

In Deutschland steigerte Vodafone den Erlös um 0,4 Prozent auf 2,46 Milliarden Euro. Der Service-Umsatz, der Handyverkäufe außenvorlässt, schrumpfte jedoch leicht um 0,2 Prozent. Das Unternehmen führt das vor allem auf die Regulierung zurück. Die Bundesnetzagentur senkte die sogenannten Terminierungsentgelte für die Durchleitung von Daten. Dadurch werde „erneut massiv Geld aus dem Markt gezogen“, erklärte der Deutschland-Chef von Vodafone, Jens Schulte-Bockum. Ohne diesen Schritt hätte das Unternehmen den Service-Umsatz um 0,5 Prozent gesteigert.

Auch in Deutschland profitiert Vodafone vom guten Geschäft mit Datendiensten, das um 10,8 Prozent auf 508 Millionen Euro Umsatz zulegte. Weil sich immer mehr Nutzer ein Smartphone leisten, konnte der Mobilfunker gleichzeitig den Umsatz pro Kunde deutlich um 8,4 Prozent steigern.

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