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20.09.2013

11:11 Uhr

Telekom-Konzern

Britischer Geheimdienst spähte offenbar Belgacom aus

Der britische Geheimdienst GCHQ soll den belgischen Telekom-Konzern Belgacom attackiert haben. Angestellten des Unternehmens sei eine Späh-Software untergejubelt worden.

Satelliten des britischen Geheimdienstes GCHQ. GCHQ habe die Rechner der Mitarbeiter eines belgischen Telekommunikationsanbieters offenbar mit Schadsoftware infiziert. Reuters

Satelliten des britischen Geheimdienstes GCHQ. GCHQ habe die Rechner der Mitarbeiter eines belgischen Telekommunikationsanbieters offenbar mit Schadsoftware infiziert.

BerlinDer britische Geheimdienst GCHQ hat nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ gezielt den belgischen Telekom-Konzern Belgacom attackiert. Mehreren Angestellten des halbstaatlichen Unternehmens sei eine Späh-Software untergejubelt worden, berichtet das Magazin. Das gehe aus Unterlagen des ehemaligen US-Geheimdienstlers Edward Snowden hervor, die der „Spiegel“ ausgewertet habe.

Der britische Geheimdienst habe die Zielpersonen offenbar ohne ihr Wissen auf Webseiten umgeleitet, die deren Rechner mit Schadsoftware infiziert hätten. Von diesen Mitarbeitern ausgehend habe sich der GCHQ weiter in das Unternehmensnetzwerk von Belgacom vorgearbeitet. Einer undatierten Präsentation zufolge sei das Ziel der Briten gewesen, die Belgacom-Infrastruktur zum Ausspähen von Smartphone-Nutzern einzusetzen.

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Belgacom selbst hatte in einer internen Untersuchung einen Angriff festgestellt und Anzeige gegen unbekannt erstattet, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Auf einer Reihe von Einheiten des IT-Systems sei ein Virus entdeckt worden, hieß es.

Belgacom ist das zweite Unternehmen, das namentlich als Ausspähziel der anglo-amerikanischen Geheimdienste genannt wird. Zuvor sorgten Berichte für Aufsehen, laut denen der US-Geheimdienst NSA den brasilianischen Ölkonzern Petrobras im Visier habe.

Von

dpa

Kommentare (1)

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dungeonlight

20.09.2013, 14:36 Uhr

Und schon haben wir die nächste Ausweitung des Überwachungsskandals auf dem Tisch; das macht den Handlungsbedarf beim Überwachungsskandal deutlich:
http://www.piratenfraktion-nrw.de/2013/09/stopwatching-eu-schlagt-bei-eu-kommission-auf-tausende-unterschriften-gegen-totaluberwachung-durch-tempora-programm/

Der sinnvollste, grundsätzliche politische Ansatz gegen den Überwachungsskandal, den ich bislang in der Debatte vernommen habe, ist jedoch folgender: "Anlässlich der heutigen Vorstellung des gemeinsamen Memorandums von Bürgerrechtsgruppen zum Thema ´Verfassungsschutz´ [1] fordern die Piraten-abgeordneten in vier Landtagen eine konsequente Abschaffung der deutschen Geheimdienste und internationale Verhandlungen über das Abrüsten der weltweiten ´Geheimdienstarsenale´ unter der Kontrolle eines internationalen Aufsichtsgremiums."

Mehr/Quelle: https://www.piratenfraktion-nrw.de/2013/09/piraten-fordern-abschaffung-der-geheimdienste/

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