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28.06.2012

02:22 Uhr

Telekom-Konzern

Mexikanischer Mogul Slim übernimmt Anteile an E-Plus-Mutter

Der mexikanische Milliardär Carlos Slim hat mit seinem Anteilskauf das KPN-Management besiegt. Damit hat Lateinamerikas größter Mobilfunkanbieter America Movil sein Beteiligungsziel bei der E-Plus-Mutter erreicht.

Im Visier von Carlos Slim: Der niederländische Mobilfunkkonzern KPN. Reuters

Im Visier von Carlos Slim: Der niederländische Mobilfunkkonzern KPN.

Mexiko-StadtDer mexikanische Telekom-Milliardär Carlos Slim hat bei seiner ehrgeizigen Expansion in Europa einen weiteren Sieg errungen. Trotz des Widerstandes von KPN kann der reichste Mann der Welt wie geplant 27,7 Prozent an der niederländischen E-Plus-Mutter übernehmen, wie sein Konzern America Movil am Mittwochabend erklärte. Demzufolge wurden Slim fast 40 Prozent aller KPN-Aktien zum Kauf angeboten. Das KPN-Management hatte vergeblich versucht, den unerwünschten Großaktionär mit dem Verkauf der attraktiven deutschen Mobilfunk-Tochter abzuschrecken.

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Schuld seien die Turbulenzen an den Finanzmärkten, so die E-Plus-Mutter KPN.

Slim reicht nach bisheriger Ankündigung ein KPN-Paket von unter 30 Prozent. Ab dieser Schwelle müsste er nach niederländischem Recht eine Offerte für den gesamten Konzern vorlegen. Die KPN-Führung hatte den Aktionären geraten, Slims Offerte nicht anzunehmen, weil sie zu niedrig sei. Slim bot den Aktionären acht Euro je Anteilsschein, konnte jedoch den Großteil der Beteiligung billiger am Aktienmarkt einkaufen.

Die Ausschüttungsquoten im Vergleich

Telecom Italia

Die Ausschüttungsquote (Dividendensumme/Free-Cash-Flow) liegt bei der Telecom Italia bei 34 Prozent.

Deutsche Telekom

Die Deutsche Telekom schütter 43 Prozent ihres Free-Cash-Flows an ihre Aktionäre aus.

France Télécom

Bei der France Télécom liegt die Ausschüttungsquote bei 66 Prozent.

Telefónica

Die spanische O2-Mutter Telefónica hat die Ausschüttungsquote dieses Jahr auf 91 Prozent festgelegt.

KPN

KPN schüttet seinen gesamten Free-Cash-Flow an die Aktionäre aus, die Quote liegt bei 100 Prozent.

Vodafone

Vodafone schlägt alle in der Branche. Die Engländer haben eine Ausschüttungsquote von 180 Prozent.

Da sich die Expansionsmöglichkeiten für den Mexikaner auf dem heimischen Markt erschöpft haben, schaut sich Slim nun in Europa nach günstigen Einstiegszielen um. Vor zwei Wochen hatte er den Kauf von 21 Prozent an Telekom Austria für 1,1 Milliarden Euro vereinbart, womit sein Anteil dort auf 23 Prozent steigt.

Von

rtr

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