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11.08.2016

17:13 Uhr

Telekom schichtet um

Mehrere Optionen für Zukunft der Mobilfunkturm-Sparte im Gespräch

Verkaufen, behalten – oder an die Börse bringen: Die Telekom prüft offenbar mehrere Optionen für ihr Geschäft mit Mobilfunktürmen. Nach den Sommerferien sollen erste Informationen an Kaufinteressenten versandt werden.

In den USA hat die Telekom ihre Mobilfunktürme bereits verkauft. In Deutschland ist die Zukunft der Sparte noch ungewiss. Reuters

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In den USA hat die Telekom ihre Mobilfunktürme bereits verkauft. In Deutschland ist die Zukunft der Sparte noch ungewiss.

FrankfurtDie Telekom spielt nach Aussagen von Finanzchef Thomas Dannenfeldt verschiedene Möglichkeiten für die Zukunft der Mobilfunkturmsparte durch. „Wir glauben, dass wir zusätzlichen Wert schaffen können, indem wir mit dem Geschäft anders umgehen“, sagte Dannenfeldt am Donnerstag in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Ob der nächste Schritt nun eine Börsennotierung, ein Verkauf oder die Beibehaltung des Status Quo sei, sei nicht klar. Die letzten beiden Optionen wären aus verschiedenen Gründen aber unwahrscheinlich. Die Möglichkeit einer Erstnotiz verneinte er hingegen nicht.

Im Hintergrund bereitet die Telekom gleichzeitig nach früheren Aussagen von Konzerninsidern für bis zu fünf Milliarden Euro einen Verkauf der Mobilfunktürme in Deutschland vor. Der Konzern habe die beiden Investmentbanken Goldman Sachs und Morgan Stanley damit beauftragt, diesen Teil der Netz-Infrastruktur über eine Auktion zu verkaufen, hatten zwei mit den Planungen vertraute Personen Anfang Juli gesagt. Die Telekom hoffe, bei dem Deal inklusive Schulden eine Bewertung von vier Milliarden bis fünf Milliarden Euro zu erzielen. Geplant sei, nach den Sommerferien erste Informationen an die Kaufinteressenten zu verschicken und dann das Feedback abzuwarten. Der Vodafone -Rivale zählt in Deutschland einige Zehntausend der Anlagen.

In den USA hatte die Telekom die Mobilfunktürme bereits teilweise verkauft. In Europa und Deutschland gehören die Türme hingegen weiterhin der Telekom.

Fakten zur Telekom

Spitzenreiter in Europa

Die Deutsche Telekom ist mit einem Jahresumsatz von über 60 Milliarden Euro eines der größten europäische Telekommunikationsunternehmen. Der Konzern beschäftigt rund 220.000 Mitarbeiter. Größte Tochter mit mehr als 22 Milliarden Euro Umsatz ist Telekom Deutschland. Außerdem ist die Deutsche Telekom in 12 weiteren Ländern vertreten.

Ein Erbe der Bundespost

Hervorgegangen ist der Konzern aus der Deutschen Bundespost. Um das Staatsunternehmen wettbewerbsfähig zu machen, wurde es von 1990 an in die Geschäftsbereiche Telekom, Postdienst und Postbank aufgeteilt und schrittweise privatisiert. Seit 1995 ist die Deutsche Telekom eine Aktiengesellschaft.

Ein Global Player ...

Der erste Vorstandsvorsitzende Ron Sommer versuchte, den ehemaligen Staatsbetrieb mit Zukäufen in aller Welt zum „Global Player“ zu machen. Heute ist die Deutsche Telekom in 50 Ländern vertreten und erlöst mehr als die Hälfte ihres Umsatzes im Ausland.

... mit Hoffnung auf die USA

T-Mobile US tat sich gegen die Marktführer AT&T und Verizon lange schwer. Seit dem Zusammenschluss mit dem Wettbewerber MetroPCS und unter der Führung des CEOs John Legere, ist die Kundenzahl wieder deutlich gewachsen, der Umsatz ebenso. Allerdings stehen auch hohe Investitionen an.

AG mit Staatsbeteiligung

Bei mehreren Börsengängen nahm die Telekom Milliarden ein. Dennoch ist der Staat immer noch beteiligt: Die Staatsbank KfW und der Bund halten zusammen 31,7 Prozent der Anteile. Der Anteil der einst hofierten Privatanleger ist auf unter 15 Prozent gefallen, den Rest halten institutionelle Anleger.

Von

rtr

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