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05.04.2016

13:41 Uhr

Telekom-Tarifverhandlungen

Verdi ruft 3000 Angestellte zu Warnstreiks auf

Verdi legt den Kundenservice der Telekom lahm: Am Dienstag sind 3000 Angestellte dazu aufgerufen, ihre Arbeit niederzulegen. Mit den Warnstreiks will Verdi den Druck vor der vierten Runde der Tarifverhandlungen erhöhen.

Die Gewerkschaft pocht auf fünf Prozent Lohnplus über zwölf Monate sowie eine überproportionale Anhebung der unteren Einkommen bei der Deutschen Telekom. dpa

Verdi

Die Gewerkschaft pocht auf fünf Prozent Lohnplus über zwölf Monate sowie eine überproportionale Anhebung der unteren Einkommen bei der Deutschen Telekom.

FrankfurtDie Gewerkschaft Verdi erhöht vor der letzten Runde der Tarifverhandlungen mit der Telekom den Druck. Am Dienstag seien 3000 Angestellte aus dem Kundenservice der Telekom zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen, teilte Verdi mit. „Mit den Warnstreiks machen die Beschäftigten deutlich: Wir erwarten zur entscheidenden letzten Verhandlungsrunde ein akzeptables und deutlich nachgebessertes Angebot“, sagte Verdi-Streikleiter Frank Sauerland.

Die Tarifgespräche über die Gehälter von 70.000 Angestellten in Deutschland und in der Konzernzentrale werden am 12./13. April 2016 in Bonn fortgesetzt. Es ist das vierte und vorerst letzte vereinbarte Treffen.

Die Positionen liegen noch weit auseinander: Verdi pocht auf fünf Prozent Lohnplus über zwölf Monate sowie eine überproportionale Anhebung der unteren Einkommen. Die Telekom bietet über eine Laufzeit von zwei Jahren einen Anstieg der Gehälter um 2,8 Prozent.

Fakten zur Telekom

Spitzenreiter in Europa

Die Deutsche Telekom ist mit einem Jahresumsatz von über 60 Milliarden Euro eines der größten europäische Telekommunikationsunternehmen. Der Konzern beschäftigt rund 220.000 Mitarbeiter. Größte Tochter mit mehr als 22 Milliarden Euro Umsatz ist Telekom Deutschland. Außerdem ist die Deutsche Telekom in 12 weiteren Ländern vertreten.

Ein Erbe der Bundespost

Hervorgegangen ist der Konzern aus der Deutschen Bundespost. Um das Staatsunternehmen wettbewerbsfähig zu machen, wurde es von 1990 an in die Geschäftsbereiche Telekom, Postdienst und Postbank aufgeteilt und schrittweise privatisiert. Seit 1995 ist die Deutsche Telekom eine Aktiengesellschaft.

Ein Global Player ...

Der erste Vorstandsvorsitzende Ron Sommer versuchte, den ehemaligen Staatsbetrieb mit Zukäufen in aller Welt zum „Global Player“ zu machen. Heute ist die Deutsche Telekom in 50 Ländern vertreten und erlöst mehr als die Hälfte ihres Umsatzes im Ausland.

... mit Hoffnung auf die USA

T-Mobile US tat sich gegen die Marktführer AT&T und Verizon lange schwer. Seit dem Zusammenschluss mit dem Wettbewerber MetroPCS und unter der Führung des CEOs John Legere, ist die Kundenzahl wieder deutlich gewachsen, der Umsatz ebenso. Allerdings stehen auch hohe Investitionen an.

AG mit Staatsbeteiligung

Bei mehreren Börsengängen nahm die Telekom Milliarden ein. Dennoch ist der Staat immer noch beteiligt: Die Staatsbank KfW und der Bund halten zusammen 31,7 Prozent der Anteile. Der Anteil der einst hofierten Privatanleger ist auf unter 15 Prozent gefallen, den Rest halten institutionelle Anleger.

Die Geschäfte beim Bonner Konzern laufen derzeit wegen der Erfolge der Tochter T-Mobile US gut: 2015 steigerte die Telekom bei einem Umsatz von 69 Milliarden Euro den Überschuss um elf Prozent auf 3,3 Milliarden Euro.

Von

rtr

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