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27.10.2015

14:04 Uhr

Telekom-Tochter T-Mobile US

Millionen Neukunden und ein kräftiger Gewinnsprung

Mehr als zwei Millionen US-Amerikaner haben sich zuletzt für einen Vertrag bei T-Mobile US entschieden. Der Gewinn der Telekom-Tochter wächst stark. Doch Firmenchef John Legere will noch mehr.

Neue Zielmarke: 4,2 Millionen Neukunden bis Jahresende. ap

John Legere

Neue Zielmarke: 4,2 Millionen Neukunden bis Jahresende.

FrankfurtEin anhaltender Kundenansturm beschert der amerikanischen Telekom-Tochter T-Mobile US einen kräftigen Gewinnsprung. Im dritten Quartal sei das Betriebsergebnis (bereinigtes Ebitda) um gut 40 Prozent auf 1,9 Milliarden Dollar gestiegen, teilte das Unternehmen aus Bellevue im US-Bundesstaat Washington am Dienstag mit.

Die Zahl der Handynutzer wuchs gleichzeitig um 2,3 Millionen. Damit lockt der drittgrößte Mobilfunkanbieter der Vereinigten Staaten seit zweieinhalb Jahren jedes Quartal mehr als eine Million neue Telefonnutzer.

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Auf Basis der brummenden Geschäfte schraubte Firmenchef John Legere, der den Konzern mit aggressiven Tarifen und viel Werbung wieder auf Vordermann brachte, abermals die Prognose für das Kundenwachstum hoch. In diesem Jahr dürften bis zu 4,2 Millionen Amerikaner einen neuen Vertrag bei dem Unternehmen unterschreiben. Bislang hatte Legere mit lediglich 3,9 Millionen neuen Kontraktkunden gerechnet. Bei T-Mobile US hat es aber Tradition, am Jahresanfang einen besonders niedrigen Kundenzulauf zu erwarten.

Das Betriebsergebnis soll wie gehabt auf 6,8 bis 7,2 Milliarden Dollar wachsen, nach 5,6 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr. Der Erfolg von T-Mobile US ist hart erkämpft. Die Deutsche Telekom musste ihre Tochter, an der sie zwei Drittel der Anteile hält, jahrelang mit Milliardenaufwand sanieren. Kaufinteressenten wie die US-Rivalen AT&T und Sprint sowie der französische Telefonkonzern Iliad sprangen nacheinander ab. Auch um den US-Bezahlfernsehanbieter Dish, der im Frühsommer ein Auge auf T-Mobile US warf, ist es still geworden.

Fakten zur Telekom

Spitzenreiter in Europa

Die Deutsche Telekom ist mit einem Jahresumsatz von über 60 Milliarden Euro eines der größten europäische Telekommunikationsunternehmen. Der Konzern beschäftigt rund 220.000 Mitarbeiter. Größte Tochter mit mehr als 22 Milliarden Euro Umsatz ist Telekom Deutschland. Außerdem ist die Deutsche Telekom in 12 weiteren Ländern vertreten.

Ein Erbe der Bundespost

Hervorgegangen ist der Konzern aus der Deutschen Bundespost. Um das Staatsunternehmen wettbewerbsfähig zu machen, wurde es von 1990 an in die Geschäftsbereiche Telekom, Postdienst und Postbank aufgeteilt und schrittweise privatisiert. Seit 1995 ist die Deutsche Telekom eine Aktiengesellschaft.

Ein Global Player ...

Der erste Vorstandsvorsitzende Ron Sommer versuchte, den ehemaligen Staatsbetrieb mit Zukäufen in aller Welt zum „Global Player“ zu machen. Heute ist die Deutsche Telekom in 50 Ländern vertreten und erlöst mehr als die Hälfte ihres Umsatzes im Ausland.

... mit Hoffnung auf die USA

T-Mobile US tat sich gegen die Marktführer AT&T und Verizon lange schwer. Seit dem Zusammenschluss mit dem Wettbewerber MetroPCS und unter der Führung des CEOs John Legere, ist die Kundenzahl wieder deutlich gewachsen, der Umsatz ebenso. Allerdings stehen auch hohe Investitionen an.

AG mit Staatsbeteiligung

Bei mehreren Börsengängen nahm die Telekom Milliarden ein. Dennoch ist der Staat immer noch beteiligt: Die Staatsbank KfW und der Bund halten zusammen 31,7 Prozent der Anteile. Der Anteil der einst hofierten Privatanleger ist auf unter 15 Prozent gefallen, den Rest halten institutionelle Anleger.

Von

rtr

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