Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

13.09.2014

17:07 Uhr

Telekom und Vodafone

Netflix mit Kooperationsplänen nach Deutschland

Netflix will in Deutschland mit etablierten Partnern kooperieren und „stellt sich so breit auf wie noch in keinem anderen Land zuvor“. Doch die Konkurrenz ist groß. Auch der WDR plant nun noch eine eigene Plattform.

Der Videodienst Netflix will in Deutschland Fuß fassen und setzt auf Kooperationen. ap

Der Videodienst Netflix will in Deutschland Fuß fassen und setzt auf Kooperationen.

BerlinDer amerikanische Videodienst Netflix hat sich zum Deutschland-Start laut einem Medienbericht die Unterstützung der Deutschen Telekom gesichert. Der Konzern wolle mit Hilfe von Netflix das Angebot an Filmen und Serien in seiner Fernsehplattform Entertain ausweiten, schreibt die „Wirtschaftswoche“ in ihrer neuen Ausgabe.

„Netflix stellt sich in Deutschland so breit auf wie noch in keinem anderen Land zuvor“, hieß es weiter unter Berufung auf einen Insider. So setze Netflix im Mobilfunk auf eine Kooperation mit Vodafone. Die Firma gibt Details zum Angebot in Deutschland am Dienstag bekannt.

Deutschland gilt als harte Nuss für den Anbieter mit weltweit 50 Millionen Kunden. Netflix tritt hier auf einen Markt mit mehreren Konkurrenten. Die Nummer eins, Maxdome, liegt bei einem Marktanteil von rund 35 Prozent. Außerdem hat Deutschland mehr kostenlose Fernsehprogramme als in vielen anderen Ländern.

Alles rund um Netflix

Alternative zu den Videotheken

Die Netflix-Gründer Reed Hastings und Marc Randolph wollte eine Alternative zu den Videotheken aufbauen. 1997 fingen sie an, DVDs online zu verleihen – ohne Säumnisgebühren, die viele Nutzer nervten. Später führte das Unternehmen eine Flatrate ein.

Online-Dienst als zweites Standbein

2007 führte das Unternehmen einen Online-Dienst ein, Nutzer konnten die Filme auch übers Internet streamen. Für dieses Nebenprodukt verlangt Netflix seit 2011 auch Geld – erst empörten sich die Nutzer darüber, dann arrangierten sie sich damit.

Den Vorlieben der Nutzer auf der Spur

Netflix hat einen Algorithmus entwickelt, um die Vorlieben der Nutzer genau erfassen und passende Genres vorschlagen zu können. Das Unternehmen wertet zudem aus, welche Serien und Filme besonders häufig illegal heruntergeladen werden.

Einladung zum „Binge Watching“

Der Online-Dienst bietet alle Folgen einer Serie auf einen Schlag an – wer will, kann beispielsweise ein ganzes Wochenende mit der neuen Staffel von „House of Cards“ verbringen. Experten sprechen vom „Binge Watching“, also einer Art „Koma-Gucken“.

Schlagzeilen mit Eigenproduktionen

Netflix bietet größtenteils bereits ausgestrahlte Filme und Serien an, bemüht sich aber verstärkt um Eigenproduktionen. Die bekannteste ist wohl die hochgelobte Politserie „House of Cards“ mit Schauspieler Kevin Spacey. Auch Anbieter wie Amazon gehen inzwischen diesen Weg.

Expansion jenseits der USA

Der Heimatmarkt ist nicht genug: Netflix expandiert seit einigen Jahren, der Dienst ist bereits in Kanada, Südamerika, Großbritannien und den Niederlanden verfügbar. 2014 kamen diverse Länder hinzu, darunter Deutschland.

Der WDR will unterdessen eine eigene Internet-Plattform für Filme auf Abruf mit einem Fokus auf Krimis und TV-Produktionen aufbauen. „Wir wollen in diesen Nischen für unsere öffentlich-rechtlichen Inhalte, wie etwa die Serie „Mord mit Aussicht“ und die „Sendung mit der Maus“, die richtigen Geschäftsmodelle finden und sie in hoher Qualität und möglichst vollständig anbieten“, sagte der „Wirtschaftswoche“ der Chef des Rechtehändlers WDR Mediagroup, Michael Loeb.

US-Streamingstar

Netflix will deutsche TV-Welt erobern

US-Streamingstar: Netflix will deutsche TV-Welt erobern

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×