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03.09.2014

14:30 Uhr

Telekom, Vodafone, O2

Netzagentur will Handygebühren senken

Die Deutsche Telekom, Vodafone und Telefonica Deutschland (O2) sollen für die Zustellung von Anrufen in ihre Mobilfunknetze ab dem 1. Dezember weniger berechnen. Spruchreif ist der Gebührenschnitt aber noch nicht.

Anrufe in die Netze deutscher Mobilfunkbetreiber sollen günstiger werden. dpa/picture alliance

Anrufe in die Netze deutscher Mobilfunkbetreiber sollen günstiger werden.

FrankfurtDie Bundesnetzagentur drängt die Mobilfunkbetreiber zu Preissenkungen. Deutsche Telekom, Vodafone und Telefonica Deutschland (O2) sollten für die Zustellung von Anrufen in ihre Mobilfunknetze ab dem 1. Dezember nur noch 1,72 Cent pro Minute berechnen dürfen – nach derzeit 1,79 Cent, teilte die Bonner Behörde am Mittwoch mit. In einem zweiten Schritt solle das Entgelt ab Dezember kommenden Jahres noch einmal sinken auf 1,66 Cent. Beschlossen ist der Gebührenschnitt noch nicht, da die Unternehmen zuvor noch ihre Einschätzungen abgeben dürfen. Das letzte Wort hat dann die EU-Kommission.

„Die vorgeschlagenen Entgelte sichern den Unternehmen genügend Spielraum, ihre Investitionen in den mobilen Breitbandausbau weiter voranzutreiben“, sagte Netzagentur-Chef Jochen Homann. Die Telekom begrüßt nach Aussagen eines Sprechers den Vorschlag, da die Bundesnetzagentur durch die vorgesehene moderate Absenkung ein positives Signal für den Netzausbau in Deutschland sendet. Prinzipiell sei jede Absenkung angesichts der hohen Investitionsanforderungen in neue Netze ein Schritt in die falsche Richtung.

Kleines Mobilfunk-Lexikon

GSM

GSM, kurz für „Global System for Mobile Communication“, war der erste digitale Mobilfunkstandard. In Deutschland wurde er in den 1990er Jahren eingeführt. Heute noch ist GSM in vielen Ländern in Betrieb, auch hierzulande. Dank der guten Versorgung scheint der Standard momentan unverzichtbar.

Edge

Edge, kurz für „Enhanced Data Rates for GSM Evolution“, ist eine Erweiterung des GSM-Standards, die eine Datenübertragung mit bis zu 384 Kilobit/Sekunde erlaubt. Nach heutigen Maßstäben ist das langsam. Dafür steht der Satz „Ich habe nur Edge“, den man etwa auf Bahnreisen oft hört.

UMTS

„Universal Mobile Telecommunications System“ ist der Mobilfunkstandard der dritten Generation. UMTS ist in Deutschland und großen Teilen der Welt verbreitet und ermöglicht schnelle Datenübertragungen. Nutzer in einer Funkzelle müssen sich allerdings die Bandbreite teilen – trotz Erweiterungen beginnen die Netze, zu verstopfen.

HSPA

„High Speed Packet Access“ macht UMTS schneller: Statt Übertragungsraten von 384 Kilobit/Sekunde sind mit HSPA bis 14,4 Megabit/Sekunde möglich, der Upload wird auf bis zu 5,76 Mbit/s beschleunigt.

HSPA+

Und es geht noch schneller: HSPA+ ermöglicht Downloads mit bis zu 21 Megabit/Sekunde. Wenn Netzbetreiber und Endgerät zwei Verbindungen gleichzeitig aufbauen können, wird diese Rate noch einmal verdoppelt.

LTE oder 4G

Der Mobilfunkstandard der vierten Generation heißt LTE, kurz für „Long Term Evolution“. Er beschleunigt die Datenübertragung auf bis zu 100 Megabit pro Sekunde, die Weiterentwicklung Cat4 macht bis 150 Mbit/s möglich. 4G wird oft synonym für LTE benutzt.

Die Gebühren, die Terminierungsentgelte genannt werden, sind einer der wichtigsten Posten der Netzbetreiber bei der Berechnung der Minutenpreise, die sie von den Handykunden verlangen. Ob damit auch die Endpreise zurückgehen, liegt im Ermessen der Unternehmen – allerdings sorgt die Konkurrenz in der Praxis meistens dafür.

Von

rtr

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