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08.01.2012

19:49 Uhr

Telekommunikation

China Telecom plant Einstieg in Europa

VonKatharina Slodczyk

Vor den Olympischen Spielen will der Mobilfunkkonzern aus dem Reich der Mitte in den britischen Markt einsteigen. Auch für Deutschland, Frankreich und den USA soll das Unternehmen Ambitionen haben.

Speziell auf Chinesen in England will der Konzern seine Angebote zuschneiden. Reuters

Speziell auf Chinesen in England will der Konzern seine Angebote zuschneiden.

LondonGut eine halbe Million Chinesen reist Jahr für Jahr nach Großbritannien. Noch einmal so viele Chinesen leben auf der Insel. Genau diese Zielgruppe will der chinesische Telekommunikationskonzern China Telecom künftig selbst mit Mobilfunkdiensten versorgen. Daher hat sich das Unternehmen mit dem britischen Netzbetreiber Everything Everywhere verbündet. Gestern haben beide Anbieter ihre Kooperation verkündet.

China Telecom mietet künftig Kapazitäten im Netz von Everything Everywhere. Das Gemeinschaftsunternehmen von Deutscher Telecom und France Télécom ist die Nummer eins auf dem britischen Mobilfunkmarkt mit gut 27 Millionen Kunden und deckt mit seinem Netz einen größeren Teil der Bevölkerung ab als die Konkurrenten.

China Telecom will noch im ersten Quartal des Jahres mit eigenen Mobilfunkangeboten in Großbritannien an den Start gehen. „Es gibt keine speziell auf die wachsende Zahl von in England lebenden Chinesen zugeschnittenen Handy-Services und keine konkurrenzfähigen Tarife“, sagte Yan Ou, Europa-Chef von China Telecom. Diese Lücke wolle man schließen.

Analysten erwarten, dass danach der Einstieg der Chinesen in den deutschen und den französischen Mobilfunkmarkt folgen wird. Zudem suche China Telecom einen Kooperationspartner in den USA, um Chinesen, die dort leben, eigene Handydienste zu verkaufen, heißt es in der Branche.

Das Unternehmen ist eigenen Angaben nach der erste chinesische Telekomanbieter, der als sogenannter virtueller Netzbetreiber – und damit ganz ohne eigene Infrastruktur – in einen ausländischen Mobilfunkmarkt expandiert. Bislang ist das Geschäftsmodell vorwiegend innerhalb von Ländern verbreitet. So nutzt beispielsweise der Discounter Aldi das Netz von E-Plus, um eigene Handy-Tarife zu vermarkten.

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