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25.06.2013

16:39 Uhr

Telekommunikation

Mobilfunkdiscounter auf dem Vormarsch

Das Billigsegment im Mobilfunk ist in den letzten Jahren den Kinderschuhen entwachsen. Die Unternehmen, darunter auch Töchter der großen Netzbetreiber, versuchen mit einfachen Tarifmodellen zu punkten.

Die Netzbetreiber haben das Potenzial erkannt, allen voran E-Plus mit seiner Vielmarkenstrategie mit Simyo, Blau.de, Yourfone, Base und Ay Yildiz. dpa

Die Netzbetreiber haben das Potenzial erkannt, allen voran E-Plus mit seiner Vielmarkenstrategie mit Simyo, Blau.de, Yourfone, Base und Ay Yildiz.

KölnSie nennen sich Simyo, Fonic oder Congstar, Otelo, Yourfone oder Maxxim - auf dem deutschen Mobilfunkmarkt machen sich die Discounter immer breiter. Dabei setzen die Anbieter nicht nur auf preisgünstiges Telefonieren, sondern inzwischen verstärkt auf das mobile Datengeschäft. Auf knapp 30 Prozent schätzen Experten den Anteil des Discountsegments am gesamten Mobilfunkmarkt im vergangenen Jahr.

Noch 2011 hatte die Bundesnetzagentur den Marktanteil der Discounter auf 20- 25 Prozent taxiert. In den letzten Jahren sei der Markt kontinuierlich gewachsen, heißt es beim Discounter Fonic, der Tochterfirma der Telefónica Germany.

Das Billigsegment im Mobilfunk, gerade von den Platzhirschen anfänglich belächelt, ist längst den Kinderschuhen entwachsen. Die Netzbetreiber haben das Potenzial erkannt, allen voran E-Plus mit seiner Vielmarkenstrategie mit Simyo, Blau.de, Yourfone, Base und Ay Yildiz. Mobilfunker arbeiten mit Supermärkten wie Rewe, Penny, Aldi oder Edeka.

Die größten Mobilfunker in Deutschland

Ein großer Markt

In Deutschland gibt es mehr als 113 Millionen Handyanschlüsse. Welche Marktanteile die Anbieter haben, hat das Statistikportal Statista auf Grundlage von Erhebungen der Marktforschungsinstitute Enigma, Ipsos, Ifak und Marplan ermittelt (Stand: Ende 2012).

T-Mobile

Jeder fünfte Handynutzer geht mit T-Mobile ins Netz (20,9 Prozent). Bei den Vertragskunden hält die Telekom-Tochter sogar einen Marktanteil von 24,3 Prozent.

Vodafone

Der britische Konzern kommt in Deutschland ebenfalls auf einen Marktanteil von 20,9 Prozent. Allerdings hat das Unternehmen weniger Vertragskunden als der Rivale aus Bonn (22,4 Prozent Marktanteil).

O2

Die Tochter des spanischen Telefónica-Konzerns – seit kurzem an der Börse notiert – ist in Deutschland die Nummer drei, sie hat einen Marktanteil von 13,5 Prozent.

E-Plus

Jeder zehnte Handynutzer (9,5 Prozent) ist Kunde bei E-Plus, einer Tochter des niederländischen KPN-Konzerns.

Aldi Talk

Der Discounter Aldi betreibt kein eigenes Netz, hat aber eine beachtliche Kundenbasis. 8,5 Prozent der Kunden telefonieren mit SIM-Karten des Einzelhändlers.

Base

Base ist die Billigmarke von E-Plus. 5,5 Prozent der Handynutzer telefonieren damit.

Sonstige

Jeweils weniger als 5 Prozent Marktanteil haben 1&1 (3,3 Prozent), Mobilcom-Debitel (2,8 Prozent), Tchibo (1,8 Prozent) und die Telekom-Marke Congstar (1,7 Prozent).

Vodafone, der Nachzügler in dem Segment, reaktivierte die Marke Otelo aus den 90er Jahren, die zwischenzeitlich eingestellt worden war. Zudem gründeten die Mobilfunkanbieter eigenständige Töchterfirmen. Sie rechnen mit weiterem Wachstum.

Martin Knauer, Geschäftsführer der Telekom-Tochter Congstar, hält einen Anstieg der Discounter auf 35 Prozent des gesamten Mobilfunkmarkts innerhalb von 18 bis 24 Monaten für möglich. Congstar gehört in der Sparte zu den expandierenden Unternehmen.

Im vergangenen Jahr kletterten Umsatz und Kundenzahl um mehr als 40 Prozent. Mit 2,7 Millionen Kunden ist die Telekom-Tochter zwar noch nicht auf der Spitzenposition, befindet sich aber Knauer zufolge nicht mehr weit von einem Podestplatz entfernt.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

25.06.2013, 18:50 Uhr

Die geilste Marke kam von e-Plus: SIM69, der Porno-Discounter. Claim: Reinstecken und Spaß haben. Mit gratis Zugang zu einer Pornowebsite. Wurde aber wieder eingestellt.

OMG

25.06.2013, 20:15 Uhr

Das Aldi-Prinzip schlägt Premium.

Hoffen wir dass nach den Handyanbietern, Fluggesellschaften,etc.... endlich auch die Autobauer das mal raffen!!

Die ganzen Farhzeugingenieure sollten die großen Premium Sklaven-Konzerne verlassen und wie Tesla eigene Startups bilden.

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