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09.08.2013

16:05 Uhr

Telekommunikation

Slim will E-Plus-Mutter KPN komplett kaufen

Steht die nächste große Übernahme in der Telekombranche an? Der mexikanische Milliardär Carlos Slim will den niederländischen Konzern KPN komplett kaufen. Er macht ein Angebot mit sattem Aufschlag.

Milliardär Slim funkt dazwischen: Megafusion von O2 mit E-Plus vor dem Aus?

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Mexiko-StadtEs ist ein Übernahme-Coup mit Folgen für Deutschland: Der mexikanische Telekom-Milliardär Carlos Slim will den niederländischen Konzern KPN für gut sieben Milliarden Euro schlucken. Wackeln könnte damit ein anderer Deal. Denn KPN hat vor kurzem den Verkauf seiner deutschen Mobilfunk-Tochter E-Plus beschlossen, ohne Slim und sein Unternehmen America Movil dafür an Bord zu holen.

"Bei E-Plus gibt es nun ein signifikantes Risiko, das sie den Verkauf jetzt blockieren", sagte Analyst Will Draper von der Bank Espirito Santo am Freitag. Der spanische Telekom-Konzern Telefonica will trotz möglicher Störfeuer durch Slim sein Kaufangebot für E-Plus nicht abändern. Es werde an den bisherigen Bedingungen festgehalten, teilten die Spanier, die in Deutschland mit der Tochter o2 vertreten sind, am Freitag mit. Das Angebot sei endgültig.

Mit den Überlegungen bei America Movil vertraute Personen hatten zuvor schon betont, dass der Konzern die gut acht Milliarden Euro, die der Käufer o2 für E-Plus bietet, für zu niedrig hält. Überraschend ist diese Kritik nicht, da America Movil Telefonica in inniger Feindschaft verbunden ist. Die beiden Firmen sind direkte Konkurrenten in vielen Ländern Lateinamerikas und kämpfen dort mit harten Bandagen um die Vorherrschaft.

Das sind die größten Telekommunikationsunternehmen

Platz 10

Deutsche Telekom - 37,05 Milliarden Euro

Platz 9

Telstra (Australien) - 42,84 Milliarden Euro

Platz 8

NTT (Japan) - 43,13 Milliarden Euro

Platz 7

Telefonica (Spanien) - 46,31 Milliarden Euro

Platz 6

NTT Docomo (Japan) - 47,99 Milliarden Euro

Platz 5

America Movil (Mexiko) - 66,96 Milliarden Euro

Platz 4

Verizon (USA) - 93,38 Milliarden Euro

Platz 3

Vodafone (Großbritannien) - 94,26 Milliarden Euro

Platz 2

AT & T (USA) - 145,27 Milliarden Euro

Platz 1

China Mobile - 177,02 Milliarden Euro

Ranking nach Marktkapitalisierung (Dezember 2012) - Quelle: Bloomberg

America Movil bietet nach eigenen Angaben 2,40 Euro je KPN-Aktie. Der Preis komme einem Aufschlag von 35 Prozent über dem Durchschnittskurs der vergangenen 30 Tage gleich. Die Papiere von KPN schossen daraufhin an der Amsterdamer Börse um 17 Prozent auf 2,35 Euro in die Höhe.

KPN erklärte, das 7,2 Milliarden Euro schwere Angebot nun prüfen zu wollen. Erst Ende Juli hatten die Mexikaner eine Vereinbarung gekündigt, ihren Anteil unter 30 Prozent zu halten, nachdem die Kaufofferte von o2 für E-Plus bekanntgeworden war. Das Timing des Slim-Vorstoßes ist nicht zufällig, da der Showdown bei KPN bevorsteht: Die Niederländer wollen ihre Aktionäre in den kommenden Wochen über den E-Plus-Verkauf abstimmen lassen. Zusammen würden o2 und E-Plus, die bislang weit abgeschlagen hinter der Deutschen Telekom und Vodafone rangieren, hierzulande auf einen Schlag zum Marktführer mit mehr als 40 Millionen Kunden aufsteigen.

Slim war 2012 bei KPN eingestiegen und kontrolliert derzeit 29,8 Prozent der Aktien. Daneben hält er noch einen Anteil an Telekom Austria. Experten hatten schon damals erwartet, dass sich Slim damit nicht begnügen will. Denn an seinen ausländischen Ablegern von den USA bis Argentinien hält America Movil nie weniger als 88 Prozent. Die Aktien der Telekom Austria zogen zum Wochenschluss um knapp neun Prozent an.

Der Zeitpunkt für Übernahmen im Telekommunikationssektor ist günstig: Die Aktienkurse sind niedrig und viele Konzerne trennen sich von Geschäften, weil die Konkurrenz zu groß und die Regulierung zu hart ist.

Von

rtr

Kommentare (7)

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gast

09.08.2013, 10:13 Uhr

Slim kauft KPN und verhindert den Verkauf von E-Plus. Somit bleibt ein vierter Player im Markt sofern Mr. Slim auch bereit ist die notwenigen Investitionen zu tragen. Diese Variante würde dem Kartellamt natürlich am besten gefallen und auch die Mitarbeiter beider fusionierenden Unternehmen in Spe könnten aufatmen.

willichwissen

09.08.2013, 12:20 Uhr

ist das wirklich ein vorteil? die muttergesellschaft sitzt dann in amerika und nicht mehr in europa.

gast

09.08.2013, 17:54 Uhr

Ist doch allemal besser als ein Oligopol von drei etwa gleichgroßen Anbietern in Deutschland, die dann keinerlei Veranlassung mehr haben, sich einen Preiswettbewerb zu liefern.

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