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10.04.2006

12:30 Uhr

Telekommunikation

Swisscom droht Millionenbuße

Dem größten Schweizer Telekommunikationskonzern Swisscom droht eine Buße des Kartellamts wegen angeblich überhöhter Gebühren. Die Wettbewerbskommission hat gestützt auf ein verschärftes Kartellgesetz eine Sanktion von 489 Mill. Franken (310 Mill. Euro) angedroht.

Swisscom dpa

Der Firmensitz von Swisscom in Zürich

dpa BERN. Das bestätigte die Swisscom am Montag. Das Amt werfe der Mobilfunktochter Swisscom Mobile vor, überhöhte Gebühren für die Weiterleitung eines Anrufs in ihr Netz zu verlangen.

Die Swisscom sei über die Höhe der angekündigten Buße sehr überrascht, sagte Konzernchef Carsten Schloter. Die Summe beläuft sich auf knapp ein Viertel des Konzerngewinns des vergangenen Jahres von rund zwei Mrd. Franken. Die Swisscom hat den Vorwurf des Missbrauchs einer marktbeherrschenden Stellung zurückgewiesen. Die Tarife lägen im europäischen Durchschnitt.

Im Oktober 2002 hatte die Kartellbehörde Weko gegen die drei Mobilfunkbetreiber Swisscom, Sunrise und Orange eine Untersuchung eröffnet. Sie kam zu dem Schluss, dass nur Swisscom Mobile eine marktbeherrschende Stellung missbraucht habe.

Der mit 66,1 Prozent größte Eigner der Swisscom, die Schweizer Regierung (Bundesrat), will das Unternehmen verkaufen und hält es derzeit bei Zukaufaktionen im Ausland an der kurzen Leine. Es hatte bereits Ende April 2004 die deutsche Mobilfunkanbieterin debitel mit einem Verlust von 3,3 Mrd. Franken verkaufen müssen. Die Schweizer Börse SWX hat eine Untersuchung gegen den Telekomkonzern eröffnet, weil er möglicherweise einen Handel ihrer Topmanager mit eigenen Wertpapieren zu spät gemeldet hat.

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