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20.10.2014

15:07 Uhr

Telekommunikationsbranche

Chinas Telekom wächst nicht mehr

Das Wachstum ist vorbei: Die chinesische Telekom „China Mobile“ büßt erheblich an Einnahme ein. Die Konkurrenz setzt den Branchenriesen unter Druck. Insbesondere ein Produkt macht dem Unternehmen zu schaffen.

Eine Frau vor dem Logo von China Mobile in Hongkong: Chinas größter Telekom-Konzern muss einen herben Dämpfer hinnehmen. AFP

Eine Frau vor dem Logo von China Mobile in Hongkong: Chinas größter Telekom-Konzern muss einen herben Dämpfer hinnehmen.

PekingNach Jahren rasanten Wachstums muss Chinas größter Telekom-Konzern nun einen herben Dämpfer einstecken. Wegen der verschärften Konkurrenz durch Kurznachrichten-Dienste ging der Quartalsumsatz von China Mobile erstmals seit längerem zurück. Er fiel um zwei Prozent auf umgerechnet 20 Milliarden Euro (156,6 Milliarden Yuan), wie aus den am Montag vorgelegten Neun-Monats-Zahlen hervorgeht. Nach Berechnungen der Nachrichtenagentur Reuters ist dies der erste Rückgang der Erlöse seit mindestens fünf Jahren. Der Nettogewinn rutschte in den ersten neun Monaten um fast zehn Prozent auf 10,6 Milliarden Euro ab.

Zu schaffen macht dem Konzern insbesondere, dass viele Chinesen mit Hilfe von Kurznachrichten-Apps auf ihren Smartphones über das Internet kommunizieren. In China ist etwa der von Tecent Holdings angebotene Dienst Weixin sehr populär. Das schmälert in der Telekom-Branche die Umsätze mit Telefongesprächen und Kurznachrichten (SMS). Das SMS-Geschäft von China Mobile brach um gut 20 Prozent ein.

Kleines Mobilfunk-Lexikon

GSM

GSM, kurz für „Global System for Mobile Communication“, war der erste digitale Mobilfunkstandard. In Deutschland wurde er in den 1990er Jahren eingeführt. Heute noch ist GSM in vielen Ländern in Betrieb, auch hierzulande. Dank der guten Versorgung scheint der Standard momentan unverzichtbar.

Edge

Edge, kurz für „Enhanced Data Rates for GSM Evolution“, ist eine Erweiterung des GSM-Standards, die eine Datenübertragung mit bis zu 384 Kilobit/Sekunde erlaubt. Nach heutigen Maßstäben ist das langsam. Dafür steht der Satz „Ich habe nur Edge“, den man etwa auf Bahnreisen oft hört.

UMTS

„Universal Mobile Telecommunications System“ ist der Mobilfunkstandard der dritten Generation. UMTS ist in Deutschland und großen Teilen der Welt verbreitet und ermöglicht schnelle Datenübertragungen. Nutzer in einer Funkzelle müssen sich allerdings die Bandbreite teilen – trotz Erweiterungen beginnen die Netze, zu verstopfen.

HSPA

„High Speed Packet Access“ macht UMTS schneller: Statt Übertragungsraten von 384 Kilobit/Sekunde sind mit HSPA bis 14,4 Megabit/Sekunde möglich, der Upload wird auf bis zu 5,76 Mbit/s beschleunigt.

HSPA+

Und es geht noch schneller: HSPA+ ermöglicht Downloads mit bis zu 21 Megabit/Sekunde. Wenn Netzbetreiber und Endgerät zwei Verbindungen gleichzeitig aufbauen können, wird diese Rate noch einmal verdoppelt.

LTE oder 4G

Der Mobilfunkstandard der vierten Generation heißt LTE, kurz für „Long Term Evolution“. Er beschleunigt die Datenübertragung auf bis zu 100 Megabit pro Sekunde, die Weiterentwicklung Cat4 macht bis 150 Mbit/s möglich. 4G wird oft synonym für LTE benutzt.

Der Branchenprimus blickt auf kräftige Umsatzsteigerungen zurück. Er profitierte damals davon, dass sich die chinesische Mittelschicht zunehmend mit Handys eindeckte. Inzwischen zählt China Mobile knapp 800 Millionen Kunden und betrachtet dem heimischen Markt als weitgehend gesättigt. „Der Spielraum für Entwicklung im angestammten Kommunikationsgeschäft ist stark begrenzt“, konstatiert das Management nun. Hoffnungen setzt es auf Apples neues iPhone 6, das in der Volksrepublik vergangene Woche auf den Markt kam. Ferner hat China Mobile gegenüber Konkurrenten wie China Unicom Hong Kong und China Telecom einen Vorsprung beim neuen Mobilfunkstandard 4G (LTE).

Von

rtr

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